Französisch · Klasse 7–10 · aktualisiert
Charakterisierung auf Französisch: Aufbau & Beispiele
Du lernst, Figuren zu charakterisieren: Beobachtungen prüfen, Eigenschaften begründen und deinen Text verständlich auf Französisch aufbauen.
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Kurz gesagt
Eine Charakterisierung untersucht Aussehen, Verhalten und innere Eigenschaften einer Figur. Du gliederst sie in Einleitung, Hauptteil und Schluss und begründest deine Deutungen mit passenden Textstellen.
Eine Figur ist eine Person in einer Geschichte. Ihre Kleidung kannst du beschreiben. Wenn du erklären möchtest, wie sie auf dich wirkt, achtest du darauf, was sie sagt und tut. Dann erklärst du, was dieses Verhalten über sie vermuten lässt.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
5 Abschnitte
Eine äußerliche Personenbeschreibung nennt beispielsweise Aussehen und Kleidung. Eine Charakterisierung untersucht darüber hinaus Verhalten, Eigenschaften und Beziehungen. Eine Eigenschaft beschreibt hier, wie eine Figur erscheint oder sich verhält. Mit Beziehungen ist hier gemeint, wie die Figuren miteinander umgehen. Äußere Angaben dürfen auch in einer Charakterisierung vorkommen. Die beiden Bereiche sind also nicht völlig getrennt.
Eine Beobachtung ist eine konkrete Angabe oder Handlung im Text. Eine Deutung erklärt, was du daraus begründet über die Figur vermutest. Eine Brille ist beispielsweise kein Beweis für Hilfsbereitschaft. Aus Körpermerkmalen oder Kleidung allein kannst du keine verlässliche Aussage über den Charakter ableiten.
Für die folgenden Abschnitte liest du den vollständig erfundenen redaktionellen Übungstext „Dans le couloir“. Der Titel bedeutet „Im Flur“. Diese Wörter helfen dir: „avoir treize ans“ bedeutet „dreizehn Jahre alt sein“, „porter des lunettes“ heißt „eine Brille tragen“. „Dire/dit“ bedeutet „sagen/sagt“, „timide“ heißt hier „schüchtern“. „Une nouvelle élève“ ist eine neue Schülerin. „Chercher“ bedeutet „suchen“, „la salle“ hier „Raum“, „demander“ „fragen“ und „puis“ „dann“. „Accompagner“ heißt „begleiten“, „jusqu’à la porte“ „bis zur Tür“. „Poser une question“ bedeutet „eine Frage stellen“, „écouter“ „zuhören“, „jusqu’au bout“ „bis zum Ende“ und „répondre/répond“ „antworten/antwortet“.
A: Lina a treize ans. Elle porte des lunettes. Hugo dit : « Lina est timide. »
B: Une nouvelle élève cherche la salle 12. Lina demande : « Tu cherches la salle 12 ? » Puis elle accompagne l’élève jusqu’à la porte.
C: L’élève pose une question. Lina écoute jusqu’au bout et répond.
Auf Deutsch: A: Lina ist dreizehn Jahre alt. Sie trägt eine Brille. Hugo sagt: „Lina ist schüchtern.“ B: Eine neue Schülerin sucht Raum 12. Lina fragt: „Suchst du Raum 12?“ Dann begleitet sie die Schülerin bis zur Tür. C: Die Schülerin stellt eine Frage. Lina hört bis zum Ende zu und antwortet.
Ein Beleg ist eine auffindbare Textstelle, die deine Aussage stützt. Linas Brille ist eine äußere Angabe. Dass Lina in dieser Szene hilfsbereit wirkt, ist dagegen eine Deutung. Dafür brauchst du ihr Verhalten als Beleg: Sie begleitet die neue Schülerin zur gesuchten Tür.
Definition
Charakterisierung
Du untersuchst eine Figur anhand des Textes. Dabei beschreibst du passende Merkmale und begründest, was ihr Verhalten über Eigenschaften oder Beziehungen vermuten lässt.
Merke: Aussehen kann zur Charakterisierung gehören. Es beweist allein aber keine Eigenschaft wie Hilfsbereitschaft.
Teste dich
Eine Eigenschaft wird direkt vermittelt, wenn der Erzähler, eine andere Figur oder die Figur selbst sie ausdrücklich nennt. Der Erzähler ist die Stimme, die die Geschichte erzählt. Indirekt erschließt du eine Eigenschaft aus einer Handlung. Du leitest also selbst eine mögliche Bedeutung ab.
Prüfe zuerst, wer etwas sagt. In Absatz A nennt Hugo Lina schüchtern. Das ist eine direkte Aussage Hugos, keine unfehlbare Wahrheit des Erzählers. In Absatz B begleitet Lina die neue Schülerin zur Tür. Aus dieser Handlung kannst du indirekt Hilfsbereitschaft erschließen. Schüchternheit und Hilfsbereitschaft schließen sich nicht aus. Eine einzelne Szene zeigt außerdem nicht, wie Lina immer handelt.
„Außensicht“ meint äußerlich wahrnehmbare Angaben und Verhalten. „Innensicht“ betrifft beispielsweise Gedanken und Gefühle, soweit der Text Hinweise darauf gibt. Diese Begriffe beschreiben den Inhalt einer Information. „Direkt“ und „indirekt“ beschreiben dagegen, wie du eine Eigenschaft erfährst. Auch eine innere Eigenschaft kann ausdrücklich genannt werden.
„Differenziert deuten“ heißt hier: Unterscheide Beobachtung, Schlussfolgerung und ihre Grenzen. Frage auch nach Werten, also danach, was einer Figur wichtig ist. Motive sind mögliche Beweggründe: Warum handelt sie so? Erfinde dafür keine Gedanken oder Gefühle. Eine Charakterisierung ist auch keine Diagnose: Du entscheidest damit nicht, ob eine Figur krank ist.
| Weg | Was liegt vor? | Was prüfst du? |
|---|---|---|
| Direkt | Eine Eigenschaft wird ausdrücklich genannt. | Wer sagt das? |
| Indirekt | Eine Handlung lässt eine Eigenschaft vermuten. | Warum passt diese Deutung? |
Teste dich
Die Einleitung stellt den Text und die betrachtete Figur vor. Nenne Titel und Textart, bei unserer Miniatur also „Übungstext“. Sage außerdem kurz, was geschieht. Ergänze den Autor, also die Person, die den Text geschrieben hat, und das Veröffentlichungsjahr, wenn diese Angaben tatsächlich vorliegen. Fehlende Angaben erfindest du nicht. Bei unserer Miniatur ist als Herkunft „redaktioneller Übungstext“ angegeben.
Im Hauptteil ordnest du zunächst wichtige Grundinformationen und passende äußere Merkmale. Danach untersuchst du Aussagen über die Figur, ihr Verhalten und ihre Beziehungen. Beziehungen meint hier: Wie verhalten sich die Figuren zueinander? Belege deine wichtigen Deutungen mit passenden Stellen. A, B und C sind die Absatzkennungen unserer Miniatur, keine Zeilennummern.
Eine Entwicklung ist eine erkennbare Veränderung. Dafür brauchst du mindestens zwei ausreichend aussagekräftige Situationen oder Zeitpunkte zum Vergleichen. „Dans le couloir“ belegt keine dauerhafte Veränderung von Linas Persönlichkeit. Auch eine lebenslange Freundschaft lässt sich aus ihrer Begleitung zur Tür nicht ableiten.
Im Schluss bündelst du dein begründetes Ergebnis. Führe dort keine neue unbelegte Eigenschaft ein. Der Aufbau hilft dir beim Schreiben; er schreibt nicht für jeden Text genau drei Absätze vor. Für Lina kannst du zunächst den Übungstext und ihre Hilfe vorstellen. Im Hauptteil untersuchst du die Angaben aus A sowie die Handlungen aus B und C. Am Ende fasst du den auf diese Szene begrenzten Eindruck zusammen.
| Teil | Aufgabe |
|---|---|
| Einleitung | Text und Figur vorstellen; kurz sagen, was geschieht. |
| Hauptteil | Angaben ordnen und Eigenschaften am Verhalten begründen. |
| Schluss | Das belegte Ergebnis knapp zusammenfassen. |
Merke: Prüfe eine Entwicklung durch einen aussagekräftigen Vergleich. Eine einzelne hilfreiche Handlung belegt keine dauerhafte Persönlichkeitsveränderung.
Teste dich
Verbinde drei Schritte: Nenne eine begrenzte Eigenschaftsvermutung. Beschreibe dann eine passende Beobachtung mit einer auffindbaren Textstelle. Erkläre schließlich, warum das Verhalten zu deiner Deutung passt. Ein Textdetail ist dabei eine konkrete kleine Angabe oder Handlung. Es wird erst durch den passenden Zusammenhang zum Beleg für deine Deutung.
Bei Lina kannst du sagen: Sie wirkt in dieser Szene hilfsbereit. Die Beobachtung dazu steht in B: Sie begleitet die neue Schülerin zur Tür des gesuchten Raums. Deine Erklärung lautet: Dadurch hilft sie der Schülerin, den Raum zu finden. Das passt zu Hilfsbereitschaft. Du behauptest damit nicht, Lina helfe in jeder Situation.
Auch Aufmerksamkeit lässt sich begründen: Lina hört in C die Frage bis zum Ende an und antwortet dann. Das stützt die Deutung, dass sie beim Zuhören aufmerksam wirkt. Es belegt keine allgemeine Aufmerksamkeit in allen Schulfächern. Andere Deutungen können ebenfalls passen, wenn du ihren Zusammenhang mit der Beobachtung nachvollziehbar erklärst.
Du kannst eine Stelle genau in eigenen Worten wiedergeben und den Absatz nennen. Wenn du wörtlich zitierst, übernimmst du die Wörter unverändert und kennzeichnest sie als Zitat. Erfinde keine Zeilennummern. Für unsere Miniatur reichen A, B und C. Die drei Denkschritte schreiben dir keine feste Anzahl von Sätzen vor.
Definition
Beleg
Eine auffindbare Textstelle, die deine Aussage stützt. Erkläre zusätzlich, warum die Beobachtung zur vermuteten Eigenschaft passt.
Merke: Begrenze dein Urteil auf das, was die Beobachtung trägt. Ein vorsichtiges Wort ersetzt keine passende Textstelle.
Teste dich
Für den Einstieg hilft „Le texte … parle de …“: „Der Text … handelt von …“. „Elle s’appelle …“ bedeutet „Sie heißt …“. „Elle porte des lunettes“ heißt „Sie trägt eine Brille“. Mit „Pour conclure, …“ leitest du dein Ergebnis ein: „Abschließend …“. „Dans cette scène“ bedeutet „in dieser Szene“ und begrenzt deine Aussage.
Ein Adjektiv ist ein Wort für eine Eigenschaft. „Serviable“ bedeutet hier „hilfsbereit“, „timide“ „schüchtern“ oder „unsicher im Auftreten“. Beide Wörter bleiben in der männlichen und weiblichen Einzahl gleich geschrieben. Bewerte eine Figur nicht allein deshalb als schlecht, weil sie schüchtern ist. Daraus folgt auch keine Diagnose. „Attentif“ ist die männliche, „attentive“ die weibliche Einzahl für „aufmerksam“. Einzahl meint eine Person, Mehrzahl mehrere. Nach „être“ („sein“) und „sembler“ („scheinen/wirken“) passt du das Adjektiv an die männliche oder weibliche Form und an Einzahl oder Mehrzahl an.
„Elle semble serviable“ heißt „Sie wirkt hilfsbereit“. „Semble“ ist hier die Form von „sembler“ für eine einzelne Figur. Sie kennzeichnet einen Eindruck und braucht trotzdem einen Beleg. Im Titelbild steht auch „paraît“ von „paraître“. Es kann hier ebenfalls „scheint/wirkt“ bedeuten. Die beiden Wörter sind nicht in jeder Bedeutung und Satzform austauschbar. „Sembler“ kann stärker anklingen lassen, dass Eindruck und Wirklichkeit auseinanderliegen. Für deine Übung genügt „semble“.
Die Bildwendung „On peut supposer“ bedeutet hier „Man kann vermuten“. „On“ heißt hier „man“, „peut“ „kann“ und „supposer“ „vermuten/annehmen“. Nach der gebeugten Form „peut“ steht hier „supposer“ in der Grundform. Auch diese Wendung macht eine unbelegte Behauptung nicht zu einer begründeten Deutung.
Konnektoren sind Verbindungswörter. „De plus“ bedeutet „außerdem“ und ergänzt einen Gedanken. „Car“ heißt „denn“, „parce que“ „weil“; beide führen einen Grund an. „Mais“ bedeutet „aber“ und zeigt einen Gegensatz. Schüchternheit und Hilfsbereitschaft bilden keinen zwangsläufigen Gegensatz. „D’abord“ ordnet einen ersten Punkt, „par exemple“ heißt „zum Beispiel“, „pour finir“ „zum Abschluss“.
„Présent“ heißt Präsens, also Gegenwartsform. Es ist die Grundzeit der Analyse. Unsere einfache Charakterisierung bleibt im Präsens. Das bedeutet nicht, dass du zeitlich notwendige Vergangenheitsbezüge mechanisch ersetzen sollst. Wörtliche Zitate behalten ihre ursprünglichen Verbformen.
| Bezug | Französisch | Deutsch |
|---|---|---|
| männliche Einzahl | il est attentif | er ist aufmerksam |
| weibliche Einzahl | elle est attentive | sie ist aufmerksam |
| männliche Mehrzahl | ils sont attentifs | sie sind aufmerksam |
| weibliche Mehrzahl | elles sont attentives | sie sind aufmerksam |
Beispiel: Erfundene Formenübung ohne Geschichte
- 1Vorgabe: „er ist aufmerksam“.
- 2„Er ist“ heißt „il est“; die männliche Einzahl lautet „attentif“.
- 3Ergebnis: „Il est attentif.“ Die Form passt; eine Charakterdeutung bräuchte zusätzlich einen Textbeleg.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Charakterisierung Französisch
Unterscheidung
Eine Charakterisierung untersucht neben äußeren Angaben auch Verhalten und mögliche innere Eigenschaften.
Informationen
Prüfe, wer eine Eigenschaft nennt oder aus welcher Handlung du sie erschließt.
Aufbau
Stelle Text und Figur vor, untersuche passende Stellen und bündle dein begründetes Ergebnis.
Begründung
Verbinde eine begrenzte Eigenschaftsvermutung mit Beobachtung und Erklärung.
Französisch
Passe Adjektive an ihren Bezug an und wähle Verbindungswörter nach ihrer Bedeutung.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Erfundene Musteraufgabe: Noés Hilfe begründen
- 1Wortschatz: „ranger“ bedeutet „aufräumen/einordnen“, „un livre“ „Buch“, „de la classe“ „der Klasse“. „Demander de l’aide“ heißt „um Hilfe bitten“, „poser son livre“ „sein Buch hinlegen“ und „aider/aide“ „helfen/hilft“.
- 2Vollständiger erfundener Übungstext: „Noé range les livres de la classe. Une élève demande de l’aide. Noé pose son livre et aide l’élève.“
- 3Deutsch: Noé räumt die Bücher der Klasse auf. Eine Schülerin bittet um Hilfe. Noé legt sein Buch hin und hilft der Schülerin.
- 4Aufgabe: Begründe eine Eigenschaft mit einer Beobachtung und einer Deutung. Begrenzte Vermutung: Noé wirkt in dieser Szene hilfsbereit.
- 5Beobachtung: Im letzten Satz legt er sein Buch hin und hilft der Schülerin.
- 6Erklärung: Er reagiert auf ihre konkrete Bitte mit Hilfe. Das stützt Hilfsbereitschaft in dieser Szene, aber kein Urteil über sein Verhalten in jeder Situation.
- 7Französische Kurzfassung: „Noé semble serviable dans cette scène, car il aide l’élève.“ Deutsch: Noé wirkt in dieser Szene hilfsbereit, denn er hilft der Schülerin.
Fehler finden
Prüfe die erfundene Auswertung einer Frage In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2„Immer“ erweitert das Urteil über die einzelne Beobachtung hinaus. Richtig: Der Schüler wirkt in dieser Szene aufmerksam.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Wenn eine andere Figur eine Eigenschaft ausdrücklich nennt, wird diese vermittelt. Das bereits begründete Ergebnis bündelst du am Ende im . Soll ein weiterer Gedanke hinzukommen, ohne einen Gegensatz auszudrücken, passt .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback