Englisch · Klasse 11–13 · aktualisiert
Reading Comprehension im Englisch-Abitur: Strategie
Du lernst, Abiturtexte je nach Operator zu lesen, Textsignale zu deuten und Antworten sicher zu belegen.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Bei Reading Comprehension im Englisch-Abitur klärst du zuerst Operator und Schwerpunkt der Aufgabe. Du liest global, suchst relevante Stellen, prüfst Details und erschließt unausgesprochene Aussagen nur aus Textsignalen. Deine Antwort verbindet Aussage, Beleg und Erklärung.
Beim Leseverstehen musst du nicht jedes englische Wort übersetzen. Entscheidend ist, dass du den Textaufbau und die Kernaussage erkennst, den Arbeitsauftrag genau prüfst und deine Antwort an passenden Textstellen absicherst.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Bevor du Einzelheiten suchst, musst du wissen, welche Leistung verlangt wird. Lies deshalb die Aufgabe genauso aufmerksam wie den Text. Achte besonders auf das Operatorwort. Es zeigt dir, was du mit den Informationen tun sollst: name / state: Informationen knapp nennen; summarise: die wesentlichen Gedanken geordnet und in eigenen Worten wiedergeben; explain: einen Zusammenhang verständlich erläutern; analyse: untersuchen, wie bestimmte sprachliche oder strukturelle Mittel wirken; compare: Gemeinsamkeiten und Unterschiede nach passenden Kriterien darstellen. Markiere außerdem das Thema und mögliche Einschränkungen. Bei „Explain Peter's decision on day one“ geht es beispielsweise nicht um die gesamte Reise, sondern um eine bestimmte Entscheidung an einem bestimmten Tag.
Merke: Bestimme vor der Textsuche drei Dinge: Was soll ich tun? Worauf soll ich mich beziehen? Wie ausführlich muss die Antwort sein?
Teste dich
Du liest einen Prüfungstext nicht bei jedem Durchgang auf dieselbe Weise. Der Zweck entscheidet darüber, worauf du achtest.
Ein sinnvoller Ablauf sieht so aus:
Lies den Text vollständig und bestimme Thema sowie Gesamtaussage.
Lies ihn erneut und beachte Abschnitte, Wendepunkte und wiederkehrende Gedanken.
Analysiere den Arbeitsauftrag.
Suche die wahrscheinlich relevante Passage.
Lies diese Passage detailliert oder inferierend.
Unbekannte Wörter sind nicht automatisch ein Hindernis. Frage dich zuerst: Welche Wortart liegt vor? Ist das Wort positiv oder negativ gefärbt? Erklärt der Satz, ein Gegensatz oder ein Beispiel seine ungefähre Bedeutung?
Aufgaben und Text verwenden häufig nicht dieselben Wörter. Suche deshalb nicht nur nach identischen Formulierungen, sondern auch nach Synonymen, Umschreibungen und inhaltlich verwandten Begriffen.
Beispiel: Die Aufgabe fragt nach „Peter's reaction to a possible danger“. Im Text könnte statt „danger“ stehen, dass er allein unterwegs ist und aus Vorsicht nicht in die Höhlen hineinpaddelt. Die passende Stelle erkennst du am Zusammenhang, nicht an einem wiederholten Schlüsselwort.
Ein guter Textbeleg besteht aus der Passage, die deine Aussage wirklich trägt. Prüfe ihn mit drei Fragen:
Bezieht sich die Stelle auf die richtige Person, Zeit und Situation?
Belegt sie genau meine Aussage oder nur ein ähnliches Thema?
Gibt es an anderer Stelle eine Einschränkung oder ein widersprechendes Signal?
Bei offenen Aufgaben formulierst du in vollständigen Sätzen und normalerweise in eigenen Worten. Eine reine Abschrift zeigt noch nicht sicher, dass du den Text verstanden hast.
Autor, Erzählinstanz und Figur sind nicht dasselbe. In einem literarischen Text spricht eine Erzählinstanz. Eine Figur kann eine bestimmte Sicht vertreten, ohne dass diese automatisch die Haltung des Autors wiedergibt.
Inferierendes Lesen: Beim inferierenden Lesen erschließt du eine Aussage, die nicht ausdrücklich dasteht. Deine Schlussfolgerung muss sich aus Textsignalen ergeben und darf keine freie Vermutung sein.
Ein weiteres Beispiel: Ein Erzähler nennt den Waldboden „cold and dark“, entscheidet sich aber trotzdem, dort zu leben. Die negativen Wörter allein belegen seine Haltung noch nicht. Zusammen mit der Entscheidung können sie auf Opferbereitschaft hinweisen. Prüfe auch hier, ob spätere Stellen diese Deutung einschränken.
Definition
Globales Lesen
Beim globalen Lesen erfasst du Thema, Textsorte, Grundhaltung und zentrale Aussage. Überschrift, Einleitung, Schluss und wiederkehrende Begriffe helfen dir dabei.
Definition
Suchendes Lesen
Beim suchenden Lesen hältst du gezielt nach Namen, Orten, Zahlen, Schlüsselwörtern oder passenden Synonymen Ausschau. Du brauchst diesen Modus, wenn die Aufgabe eine bestimmte Information verlangt.
Definition
Detailliertes Lesen
Beim detaillierten Lesen untersuchst du eine wichtige Passage genau. Du klärst Bezüge, zeitliche Abläufe, Einschränkungen und die Funktion einzelner Formulierungen.
Teste dich
Betrachte diesen kurzen Übungstext, der auf dem beschriebenen Reisebericht über Newfoundland beruht: „On his first day, Peter explores the coast alone by kayak. He notices jellyfish, starfish and several caves. He decides not to paddle into the caves because he considers it unsafe to explore them alone.“ Aufgabe: „Explain why Peter does not enter the caves.“ Vermeide unbegründete Zusätze. Der Text sagt beispielsweise nicht, dass Peter bereits einen Unfall erlebt hat. Eine solche Behauptung wäre erfunden. Wenn mehrere Texte zur Wahl stehen, prüfe nicht nur das Thema. Berücksichtige auch Textsorte, sprachliche Schwierigkeit und Aufgabenformate. Die genaue Wahlmöglichkeit und verfügbare Zeit können sich je nach Prüfung unterscheiden. Plane deine Bearbeitung in klaren Phasen:
Überblick über Text und Aufgaben gewinnen.
Text global lesen.
Aufgaben nacheinander analysieren.
Fundstellen markieren und Stichpunkte notieren.
Antworten ausformulieren.
Inhalt und Sprache kontrollieren. Bleibst du an einer schwierigen Aufgabe hängen, arbeite zunächst weiter. Lass genügend Platz, falls Antworten in einer festen Reihenfolge eingetragen werden müssen. Typische Fehler sind: jedes unbekannte Wort sofort übersetzen zu wollen; nur nach identischen Wörtern aus der Aufgabe zu suchen; den Operator zu übersehen; Textstellen abzuschreiben, ohne den Zusammenhang zu erklären; eine Vermutung als sichere Textaussage darzustellen; bei True / False / Not in text „falsch“ und „nicht erwähnt“ zu verwechseln.
Beispiel
- 1Auftrag bestimmen: „Explain why“ verlangt eine Ursache und deren verständliche Erklärung.
- 2Fundstelle auswählen: Wichtig sind Peters Alleinsein und seine vorsichtige Entscheidung, nicht in die Höhlen zu paddeln.
- 3Zusammenhang formulieren: Peter hält es für zu riskant, die Höhlen allein mit dem Kajak zu erkunden.
- 4Musterantwort: „Peter does not enter the caves because he is kayaking alone and considers it unsafe to explore them without anyone else. His decision therefore shows that he acts cautiously.“
- 5Der erste Satz beantwortet die ausdrückliche Frage. Der zweite Satz erschließt vorsichtig, was die Entscheidung über Peter zeigt. Beide Aussagen werden durch den Übungstext gestützt.
Merke: False bedeutet: Der Text widerspricht der Aussage. Not in text bedeutet: Der Text liefert nicht genug Information, um sie zu bestätigen oder zu widerlegen.
Beispiel: Eine offene Antwort wird klarer, wenn du sie in drei Schritten aufbaust
- 1Antwortsatz: Formuliere deine zentrale Aussage.
- 2Beleg: Nenne oder umschreibe die entscheidende Textinformation.
- 3Erklärung: Zeige, wie der Beleg deine Aussage stützt.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Reading Comprehension (Abitur)
Auftrag klären
Operator, Thema, Umfang
Text erschließen
global, suchend, detailliert, inferierend
Belege prüfen
passende Passage, Kontext, Gegensignale
Antwort schreiben
Aussage, Beleg, Erklärung
Bearbeitung steuern
markieren, weiterarbeiten, kontrollieren
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Musteraufgabe
- 1Auftrag: „Explain why Peter does not enter the caves.“
- 2Text: „Peter paddles alone and considers exploring the caves alone unsafe.“
- 3Beleg: Er ist allein; der Text nennt seine Sicherheitsbedenken.
- 4Antwort: „Peter stays outside the caves because he is alone and thinks it unsafe to explore them by himself.“
Fehler finden
Fehler finden In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Die letzte Zeile erfindet einen Unfall. Richtig ist: Peter fährt nicht hinein, weil er allein ist und das Erkunden für unsicher hält.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine tragfähige Antwort beginnt mit einer . Danach folgt ein . Zum Schluss wird der erklärt.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback