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Deutsch · Klasse 11–13 · aktualisiert

Weimarer Klassik: Merkmale verstehen und Texte analysieren

Wann war die Weimarer Klassik, wofür stand sie und woran erkennst du klassische Texte? Mit Analyseweg am Beispiel von Goethes „Das Göttliche“.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Weimarer Klassik: Merkmale verstehen und Texte analysieren

Kurz gesagt

Die Weimarer Klassik ist die Literaturepoche um Goethe und Schiller, breit datiert auf 1786–1832, eng auf etwa 1794–1805. Sie strebt nach Humanität und einer Harmonie von Vernunft und Gefühl, orientiert sich an der Antike und setzt auf geordnete Formen wie den Blankvers.

Die Weimarer Klassik ist eine Literaturepoche, die Humanität, Harmonie und eine ausgewogene Verbindung von Vernunft und Gefühl anstrebt. Antike Kunst gilt ihr als wichtiges Vorbild. Du lernst hier, die unterschiedlichen Epochengrenzen zu erklären, zentrale Merkmale zu erkennen und sie an einem Textbefund begründet nachzuweisen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Als Beginn gilt meist 1786. In diesem Jahr brach Johann Wolfgang von Goethe zu seiner Italienreise auf. Die Begegnung mit antiker Kunst beeinflusste sein Kunstverständnis nachhaltig. Häufig begegnen dir zwei Datierungen. Die breite Datierung 1786–1832 reicht von Goethes Italienreise bis zu seinem Tod. Die engere Datierung etwa 1794–1805 konzentriert sich auf die intensive Zusammenarbeit Goethes und Friedrich Schillers bis zu Schillers Tod. Daneben gibt es die Abgrenzung 1786–1805, die Goethes Italienreise als Beginn und Schillers Tod als Ende nimmt. Die intensive Zusammenarbeit begann jedoch erst 1794. Die Jahreszahlen widersprechen sich daher nicht zwingend. Sie beantworten unterschiedliche Fragen: Geht es um eine umfassende kulturelle Epoche oder besonders um Goethes und Schillers gemeinsames Schaffen? Weimar war das literarische Zentrum. Zu den vier Hauptvertretern, dem sogenannten Viergestirn, gehören Goethe, Schiller, Johann Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland. Auch Jena spielte im geistigen Austausch eine wichtige Rolle. Der Name „Klassik“ geht auf das lateinische „classicus“ zurück. Im römischen Steuerrecht bezeichnete das Wort einen Angehörigen der höchsten Steuerklasse. Heute kann etwas als klassisch gelten, wenn ihm eine über seine Entstehungszeit hinausreichende Bedeutung zugeschrieben wird. Zum historischen Rahmen gehört die Französische Revolution von 1789. Sie verbreitete die Ideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Die Gewaltherrschaft der Jakobiner von 1793 bis 1794 enttäuschte jedoch viele Hoffnungen auf einen friedlichen politischen Fortschritt. Vor diesem Hintergrund suchte besonders Schiller nach einer Verbindung von menschlicher Bildung und politischer Freiheit. Kunst sollte die Voraussetzungen für freies und verantwortliches Handeln fördern. Das Humanitätsideal entstand aber nicht erst als Reaktion auf die Revolution; seine Wurzeln reichen weiter zurück. Auch Napoleons Herrschaft, die Kriege und die Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress 1814/15 gehören zum zeitgeschichtlichen Hintergrund.

Merke: Bei einer Epochenangabe nennst du nicht nur die Jahreszahlen, sondern auch das verwendete Abgrenzungskriterium: Goethes Entwicklung oder die Zusammenarbeit von Goethe und Schiller.

Teste dich

LeichtWarum gilt das Jahr 1786 als Beginn der Weimarer Klassik?
MittelEine Darstellung lässt die Epoche 1805 enden, eine andere 1832. Wie gehst du damit um?

Alles auf einen Blick

Weimarer Klassik

  • Zeitraum

    breit 1786–1832; eng etwa 1794–1805

  • Zentrum und Autoren

    Weimar und Jena; Goethe, Schiller, Herder, Wieland

  • Leitideen

    Humanität und schöne Seele; Harmonie von Vernunft und Gefühl; ästhetische Erziehung

  • Vorbilder

    griechische Antike; historische Stoffe

  • Formen

    Drama und Blankvers; Sentenz und Stichomythie

  • Analyse

    Textbefund bestimmen; Wirkung und Epochenbezug erklären

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Analysiere die ersten beiden Verse aus Goethes „Das Göttliche“: „Edel sei der Mensch, / hilfreich und gut!“

  1. 1Befund: Der Satz ist kurz und als Aufforderung formuliert. „edel“, „hilfreich“ und „gut“ bezeichnen moralische Ansprüche.
  2. 2Fachbegriff: Die knappe, über den Einzelfall hinausweisende Aussage ähnelt einer Sentenz. Inhaltlich formuliert sie das Humanitätsideal.
  3. 3Wirkung: Die Kürze macht die Aussage einprägsam. Durch „der Mensch“ gilt die Aufforderung nicht nur für eine einzelne Figur.
  4. 4Epochenbezug: Der Mensch erscheint als entwicklungsfähiges Wesen, das sich aus eigener Einsicht am Guten orientieren soll.
  5. 5Begrenzung: Die Verse belegen ein Humanitätsideal, aber keinen Blankvers und keinen antiken Stoff. Das Gedicht von 1783 zeigt außerdem: Ein Ideal kann schon vor dem üblichen Epochenbeginn auftreten.

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Emil prüft einen erfundenen Dramenauszug auf Merkmale der Weimarer Klassik. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Die Weimarer Klassik orientiert sich an der . Eine wichtige Gattung für die Bühne ist das . Der ungereimte fünfhebige Jambus heißt .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Weimarer Klassik

LeichtWelche vier Autoren bilden das Viergestirn der Weimarer Klassik?
MittelWarum kann ein regelmäßig gebauter Blankvers in einem klassischen Drama bedeutsam sein?
SchwerEin unbekannter Text verbindet einen moralischen Entscheidungskonflikt, einen antiken Stoff und eine streng geordnete Form. Was ist das stärkste Urteil?

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