Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Wechselpräpositionen: Dativ oder Akkusativ?
Die neun Wechselpräpositionen stehen mit Dativ oder Akkusativ. Du lernst, wie du mit der Frage „Ort oder Ziel?“ den richtigen Fall wählst.
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Kurz gesagt
Wechselpräpositionen sind an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Bezeichnet die Gruppe einen Ort (wo?), steht der Dativ: „Das Buch liegt auf dem Tisch.“ Bezeichnet sie ein Ziel (wohin?), steht der Akkusativ: „Ich lege das Buch auf den Tisch.“ Bewegung allein entscheidet nicht.
Bei einer räumlichen Wechselpräposition wählst du den Dativ für einen bestehenden Ort und den Akkusativ für ein räumliches Ziel: „Das Buch liegt auf dem Tisch.“ – „Ich lege das Buch auf den Tisch.“ Entscheidend ist die Bedeutung der ganzen Präpositionalgruppe, nicht bloß eine sichtbare Bewegung.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die neun räumlichen Wechselpräpositionen sind an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Die Nominalgruppe nach der Präposition besteht aus dem Nomen und seinen Begleitern, zum Beispiel „dem Tisch“, „die Wand“ oder „den Stühlen“. Den Kasus erkennst du häufig am Artikel.
Definition
Wechselpräposition
Eine Wechselpräposition kann eine Nominalgruppe im Dativ oder im Akkusativ verlangen. Welcher Kasus passt, hängt bei räumlicher Verwendung davon ab, ob die Gruppe einen bestehenden Ort oder ein Ziel bezeichnet.
Beispiel: Vor der Tür oder vor die Tür?
- 1„Die Katze sitzt vor der Tür.“ – „vor“ ist die Präposition, „der Tür“ die Nominalgruppe im Dativ.
- 2„Die Katze setzt sich vor die Tür.“ – „vor“ ist die Präposition, „die Tür“ die Nominalgruppe im Akkusativ.
Teste dich
Frage zuerst nach der räumlichen Bedeutung. Bestehender Ort: Wo befindet sich jemand oder etwas? → Dativ. Räumliches Ziel: Wohin gelangt jemand oder etwas? → Akkusativ. Nach dieser Entscheidung setzt du den passenden Artikel ein (siehe Tabelle). Im Dativ Plural erhält das Nomen häufig zusätzlich ein -n, wenn es nicht schon auf -n oder -s endet: „zwischen den Stühlen“. Einige häufige Verbindungen werden zusammengezogen: am = an dem, im = in dem, ins = in das.
Beispiel: Auf dem Gehweg oder auf den Gehweg?
- 1„Der Hund läuft auf dem Gehweg.“ – Der Hund bewegt sich, aber die Gruppe bezeichnet den Ort, an dem er läuft. Deshalb steht der Dativ.
- 2„Der Hund läuft auf den Gehweg.“ – Hier wechselt der Hund auf den Gehweg. Die Gruppe bezeichnet das Ziel. Deshalb steht der Akkusativ.
Merke: Nicht „Bewegung oder keine Bewegung?“ entscheidet, sondern Ort oder Ziel? Eine Bewegung innerhalb eines Ortes kann mit dem Dativ stehen.
| Form | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Dativ | dem | der | dem | den |
| Akkusativ | den | die | das | die |
Teste dich
Bestimmte Verbpaare geben einen nützlichen Hinweis: „Der Schreibtisch steht neben dem Fenster.“ „Ich stelle den Schreibtisch neben das Fenster.“ „Das Buch liegt auf dem Tisch.“ „Ich lege das Buch auf den Tisch.“ „Das Kind sitzt auf dem Stuhl.“ „Ich setze das Kind auf den Stuhl.“ Auch „hängen“ kann beides ausdrücken: „Das Bild hängt an der Wand.“ – bestehende Position. „Ich hänge das Bild an die Wand.“ – Platzierung mit einem Ziel. Verben wie „gehen“, „fahren“, „laufen“ und „hängen“ bestimmen den Kasus also nicht allein. Prüfe immer, was die Präpositionalgruppe bezeichnet. Auch bei einem Modalverb kann ein Ziel vorliegen: „Ich muss ins Bett.“ Gedanklich lässt sich „gehen“ ergänzen: „Ich muss ins Bett gehen.“
| Position am Ort | Platzierung an ein Ziel |
|---|---|
| stehen | stellen |
| liegen | legen |
| sitzen | setzen |
Teste dich
Bei jedem neuen Satz helfen dir die sechs Schritte unten. Die Regel Ort → Dativ, Ziel → Akkusativ gilt aber nur für die räumliche Verwendung der neun Wechselpräpositionen. Bei nicht räumlichen oder festen Verbindungen darfst du sie nicht automatisch übertragen. Vergleiche: „Im Herbst fahre ich in den Urlaub.“ – „im Herbst“ bezeichnet eine Zeit. „Am Dienstag bin ich zurück.“ – „am Dienstag“ bezeichnet ebenfalls eine Zeit. „Übers Wochenende fahre ich weg.“ – auch diese Verbindung ist zeitlich. Hier geht es weder um einen räumlichen Ort noch um ein räumliches Ziel. Behandle solche Verwendungen als eigene feste Verbindungen.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Finde die Präposition. Gehört sie zu den neun Wechselpräpositionen?
- 2Markiere die Nominalgruppe. Welches Nomen mit Artikel gehört zur Präposition?
- 3Prüfe die räumliche Bedeutung. Bezeichnet die Gruppe einen bestehenden Ort oder ein Ziel?
- 4Wähle den Kasus. Ort → Dativ; Ziel → Akkusativ.
- 5Bilde die ganze Form. Kontrolliere Artikel und bei Bedarf die Endung des Nomens.
- 6Lies den Satz erneut. Passt die Form zur gemeinten Situation?
Teste dich
Alles auf einen Blick
Wechselpräpositionen
Bestand
an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen
Ort oder Ziel
wo? → Dativ, wohin? → Akkusativ
Formkontrolle
Artikel und Nomen prüfen
Verbhinweis
stehen–stellen, liegen–legen, sitzen–setzen
Bedeutungsprüfung
Bewegung allein entscheidet nicht
Geltungsbereich
räumliche Verwendungen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Ergänze: „Ich stelle mein Fahrrad hinter ___ Baum.“
- 1hinter ist eine Wechselpräposition.
- 2Die Nominalgruppe enthält das maskuline Nomen „Baum“.
- 3Das Fahrrad gelangt an eine neue Stelle: „hinter den Baum“ ist das Ziel.
- 4Ein Ziel verlangt den Akkusativ.
- 5Der Akkusativartikel von „der Baum“ lautet „den“.
- 6Lösung: „Ich stelle mein Fahrrad hinter den Baum.“
- 7Zum Vergleich: „Mein Fahrrad steht hinter dem Baum.“ Hier bezeichnet die Gruppe den bestehenden Ort, deshalb steht der Dativ.
Fehler finden
Lars erzählt von seinem Nachmittag. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Das Toben findet auf der Wiese statt: ein Ort, kein Ziel. Die Bewegung allein verlangt keinen Akkusativ. Richtig: Dort toben wir lange auf der Wiese.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der Kalender hängt an Tür. Ich hänge das Poster an Tür. Der Ball liegt unter Bett. Danach rollt er unter das Sofa.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback