Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Präpositionalobjekt erkennen und bestimmen
Warten auf, denken an, sprechen über: Beim Präpositionalobjekt legt das Verb die Präposition fest. So erkennst du es und grenzt es sicher ab.
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Kurz gesagt
Ein Präpositionalobjekt ist eine Ergänzung, deren Präposition vom Verb festgelegt ist: warten auf, denken an, sich interessieren für. Die Präposition steckt auch in der Frage: „Wir warten auf den Bus.“ – Worauf warten wir? – „auf den Bus“. Eine adverbiale Bestimmung nennt dagegen einen Umstand wie Zeit oder Ort.
Ein Präpositionalobjekt ist eine vom Verb abhängige Ergänzung, die meist mit einer Präposition ausgedrückt wird. Du erkennst es besonders daran, dass das Verb eine bestimmte Präposition nahelegt und diese in der Frage wiederkehrt: „Wir warten auf den Bus.“ – „Worauf warten wir?“ Auf dieser Seite lernst du, mehrere Proben zu verbinden und Präpositionalobjekte von adverbialen Bestimmungen zu unterscheiden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Das Verb und die Präposition bilden eine typische Verbindung: warten auf: Wir warten auf das Paket. sprechen mit: Lea spricht mit ihrer Freundin. nachdenken über: Wir denken über den Vorschlag nach. sich sehnen nach: Er sehnt sich nach dem Meer. Die Präposition ist dabei normalerweise nicht frei austauschbar. Statt „auf das Paket warten“ kannst du nicht ohne Bedeutungsänderung „mit dem Paket warten“ sagen.
Definition
Präpositionalobjekt
Ein Präpositionalobjekt ist eine vom Verb abhängige Ergänzung. Es wird typischerweise als Wortgruppe mit einer vom Verb bestimmten Präposition ausgedrückt. Die Präposition bestimmt den Kasus der Ergänzung.
Beispiel: Im Satz „Robert interessiert sich für Literatur“ verlangt das Verb „sich interessieren“ die Präposition „für“.
- 1Die passende Frage lautet: „Wofür interessiert sich Robert?“ oder bei der ausführlichen Frageform „Für wen oder was interessiert sich Robert?“
- 2Die Antwort „für Literatur“ ist deshalb ein Präpositionalobjekt.
Merke: Achte auf die ganze Verbindung: Verb + Präposition + Ergänzung. Eine Präposition allein beweist noch nicht, dass ein Präpositionalobjekt vorliegt.
Teste dich
Verlasse dich nicht nur auf eine einzige Frage. Die Präposition bestimmt den Kasus der Ergänzung. In typischen schulischen Beispielen begegnen dir vor allem Dativ und Akkusativ. Ein Präpositionalobjekt kann unterschiedlich aussehen: Präposition mit Nomen oder Nominalgruppe: „Wir warten auf den großen Durchbruch.“ Präposition mit Pronomen: „Er wartet auf sie.“ Pronominaladverb: „Wir sprechen darüber.“ Das Wort „darüber“ verbindet „da-“ mit der Präposition „über“. Pronominaladverb mit folgendem Satz: „Sie träumen davon, dass ihre Stadt wieder aufblüht.“ Bei Personen fragst du meist mit Präposition und „wem“ oder „wen“: „Mit wem sprichst du?“ Bei Sachen sind auch Formen wie „womit“, „worauf“ und „worüber“ üblich.
Beispiel: Diese vier Schritte führen zu einer zuverlässigeren Bestimmung
- 1Prädikat finden: Welches Verb bildet den Kern des Satzes?
- 2Satzglied abgrenzen: Welche Wörter bleiben bei der Umstellprobe zusammen?
- 3Verbverbindung prüfen: Gehört die Präposition typischerweise zum Verb?
- 4Frage bilden: Erscheint die zum Verb gehörende Präposition auch in der Frage?
Beispiel: Untersuche den Satz: „Mia wartet seit gestern auf den Bus.“
- 1Prädikat: Das Prädikat lautet „wartet“.
- 2Umstellprobe: „Seit gestern wartet Mia auf den Bus.“ – „Auf den Bus wartet Mia seit gestern.“ Beide Gruppen bleiben zusammen. Die Probe zeigt ihre Grenzen, aber noch nicht ihre Funktion.
- 3Verbverbindung: Das Verb heißt hier „warten auf“.
- 4Frage: „Worauf wartet Mia?“ – „Auf den Bus.“ Damit ist „auf den Bus“ das Präpositionalobjekt.
- 5„Seit gestern“ beantwortet dagegen die Frage „Seit wann?“ und ist eine temporale adverbiale Bestimmung.
| Verbindung | Frage | Kasus | Beispiel |
|---|---|---|---|
| sprechen mit | Mit wem? | Dativ | mit ihrer Freundin |
| sich sehnen nach | Nach wem oder was? | Dativ | nach dem Meer |
| warten auf | Auf wen oder was? | Akkusativ | auf den Bus |
| sich interessieren für | Für wen oder was? | Akkusativ | für Literatur |
Teste dich
Beide Satzglieder können mit einer Präposition beginnen. Entscheidend ist ihre Funktion im Satz. Ein Präpositionalobjekt ergänzt eine typische Verbverbindung: „Aliya telefoniert mit Mark.“ Frage: „Mit wem telefoniert Aliya?“ Eine adverbiale Bestimmung beschreibt dagegen zum Beispiel Zeit, Ort oder Art und Weise: „Die Fans reisen mit Bussen an.“ Frage: „Wie reisen die Fans an?“ Prüfe bei Zweifeln diese Hinweise gemeinsam: Verbbezug: Legt das Verb die Präposition nahe? Frage: Gehört die Präposition der Frage zur typischen Verbverbindung? Austauschbarkeit: Kann eine andere Präposition einen anderen Ort oder Umstand ausdrücken? Bedeutung: Bezeichnet die Wortgruppe konkret Zeit, Ort, Grund oder Art und Weise? Nutze immer dieselbe Reihenfolge: Prädikat finden, Satzglied abgrenzen, Verbverbindung prüfen und eine passende Frage bilden.
Beispiel: Vergleiche:
- 1„Ich wohne in Berlin.“ – Möglich wären auch „auf der Insel“, „unter der Platane“ oder „neben dem Park“. Die Wortgruppe nennt einen Ort und ist adverbial.
- 2„Ich denke an Berlin.“ – Das Verb verbindet sich hier mit „an“. Gefragt wird: „Woran denke ich?“ „An Berlin“ ist ein Präpositionalobjekt.
Merke: Die Frageprobe ist ein Hinweis, aber nicht allein entscheidend. Auch bei einer adverbialen Bestimmung kann eine Präposition in der Frage vorkommen, etwa bei „seit wann?“. Verbbezug, Bedeutung und Austauschbarkeit machen die Bestimmung sicherer.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Präpositionalobjekt
Aufbau
Verb und feste Präposition; die Ergänzung steht meist im Dativ oder Akkusativ
Frage
die Präposition steckt in der Frage (Worauf? Mit wem?)
Bestimmung
Prädikat finden, Satzglied abgrenzen, Verbbezug und Frage prüfen
Formen
Präposition mit Nomen oder Pronomen, Pronominaladverb wie „darüber“
Abgrenzung
eine adverbiale Bestimmung nennt einen Umstand wie Zeit oder Ort
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme das Präpositionalobjekt: „Lena denkt oft an ihre Oma.“
- 1Prädikat: „denkt“.
- 2Umstellprobe: „An ihre Oma denkt Lena oft.“ – „an ihre Oma“ bleibt zusammen.
- 3Verbverbindung: „denken an“ – die Präposition gehört zum Verb.
- 4Frage: „An wen denkt Lena?“ – „an ihre Oma“: Präpositionalobjekt.
- 5„oft“ antwortet dagegen auf „Wie oft?“ und ist eine adverbiale Bestimmung.
Fehler finden
Nele untersucht die Präpositionalgruppen in vier Sätzen. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Nele schließt nur von der Präposition auf die Funktion. „auf dem Balkon“ nennt einen Ort (Wo?); stattdessen ginge auch „in der Küche“. Richtig: „auf dem Balkon“ ist eine adverbiale Bestimmung des Ortes.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Im Satz „Mia wartet seit gestern auf den Bus“ lautet das Prädikat . Die Verbindung heißt „warten “. Gefragt wird „ wartet Mia?“. Das Präpositionalobjekt lautet deshalb „auf den Bus“.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback