Deutsch · Klasse 4–5 · aktualisiert
Dativ (3. Fall): erkennen und richtig verwenden
Den Dativ (3. Fall) erkennst du an der Wem-Frage, an Formen wie dem und ihm und mit der Ersatzprobe – nach Verben wie helfen und nach mit, bei, zu.
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Kurz gesagt
Der Dativ ist der 3. Fall, der Wem-Fall: „Der Hund folgt dem Kind.“ – Wem folgt der Hund? Dem Kind. Typische Formen sind dem, der, einem und die Pronomen mir, dir, ihm, ihr. Ihn verlangen Verben wie „helfen“ und „danken“ und die Präpositionen aus, bei, mit, nach, seit, von, zu.
Der Dativ ist der 3. Fall und heißt auch Wem-Fall. Du erkennst ihn zuverlässig, wenn du drei Hinweise verbindest: die Form, die Aufgabe im Satz und die Ersatzprobe.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
In „Der Hund folgt dem Kind“ steht dem Kind im Dativ, denn das Verb „folgen“ verlangt hier eine Ergänzung im Dativ. Du fragst: Wem folgt der Hund? – Dem Kind. Die Frage allein kann jedoch täuschen. Prüfe deshalb immer drei Hinweise: die Form (steht dort „dem“, „der“, „einem“ oder „einer“?), die Satzfunktion (bezeichnet die Wortgruppe einen Empfänger oder eine Ergänzung, die das Verb verlangt?) und die Ersatzprobe (kannst du „ihm“, „ihr“ oder „ihnen“ einsetzen?).
Definition
Dativ
Der Dativ ist der 3. Fall, auch Wem-Fall genannt. Er bezeichnet oft einen Empfänger oder eine Ergänzung, die ein Verb oder eine Präposition verlangt: „Ich helfe dir.“
Beispiel: „Die Schülerin hilft ihrem Freund.“
- 1Frage: Wem hilft die Schülerin? – Ihrem Freund.
- 2Form: „ihrem“ ist eine Dativform.
- 3Ersatzprobe: „Die Schülerin hilft ihm.“
- 4Alle drei Hinweise bestätigen den Dativ.
Merke: Bestimme den Fall nicht nur mit einer Frage. Form + Satzfunktion + Ersatzprobe ergeben einen zuverlässigeren Nachweis.
Teste dich
Der Artikel zeigt den Dativ besonders deutlich. Genus bedeutet grammatisches Geschlecht: maskulin, feminin oder neutrum. Im Dativ haben maskuline und neutrale Nomen dieselben Artikelformen: dem Vater, dem Kind. Im Dativ Plural steht den, und das Nomen erhält meistens zusätzlich -n, wenn seine Pluralform nicht schon auf -n oder -s endet: die Kinder → mit den Kindern, die Freunde → bei den Freunden, aber die Autos → mit den Autos. Nach einem bestimmten oder unbestimmten Artikel endet ein Adjektiv im Dativ auf -en: mit dem schnellen Bus, bei einer netten Nachbarin, von den alten Häusern.
| Genus oder Zahl | Bestimmter Artikel | Unbestimmter Artikel |
|---|---|---|
| maskulin | dem Vater | einem Vater |
| feminin | der Mutter | einer Mutter |
| neutrum | dem Kind | einem Kind |
| Plural | den Kindern | keine Pluralform |
| Grundform | Dativform |
|---|---|
| ich | mir |
| du | dir |
| er | ihm |
| sie | ihr |
| es | ihm |
| wir | uns |
| ihr | euch |
| sie | ihnen |
Teste dich
Einige Verben verlangen eine Ergänzung im Dativ: helfen („Ich helfe dir.“), danken („Wir danken der Ärztin.“), folgen („Das Kind folgt seinem Vater.“), gehören („Das Fahrrad gehört meiner Schwester.“), gefallen („Der Film gefällt ihm.“), antworten („Sie antwortet dem Lehrer.“) und vertrauen („Er vertraut seiner Freundin.“). Lerne diese Verben mit ihrem Fall: nicht nur „helfen“, sondern jemandem helfen. Manche Verben verbinden einen Empfänger im Dativ mit einer Sache im Akkusativ. Auch bestimmte Präpositionen (Verhältniswörter) verlangen immer den Dativ: aus dem Haus, bei meiner Freundin, mit einem Fahrrad, nach der Pause, seit einem Jahr, von den Eltern, zu unserem Lehrer, dem Bahnhof gegenüber. Die Wechselpräpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen stehen dagegen mit Dativ oder Akkusativ: Ort (wo?) → Dativ, Ziel (wohin?) → Akkusativ. Die bloße Bewegung entscheidet nicht: In „Ich laufe im Park“ steht im Park im Dativ, weil die Bewegung an einem Ort stattfindet.
Merke: Aus, bei, mit, nach, seit, von und zu stehen mit dem Dativ.
Teste dich
Der Dativ antwortet meistens auf Wem?, der Akkusativ auf Wen? oder Was? Noch sicherer wird die Bestimmung mit Pronomen: „Ich helfe dem Hund.“ → Ich helfe ihm: Dativ. „Ich sehe den Hund.“ → Ich sehe ihn: Akkusativ. Achte besonders auf den: Die Form kann Akkusativ Singular oder Dativ Plural anzeigen. „Ich sehe den Vater“ ist Akkusativ Singular, „Ich helfe den Kindern“ ist Dativ Plural.
| Fall | Maskulines Beispiel | Ersatzprobe |
|---|---|---|
| Dativ | dem Hund | ihm |
| Akkusativ | den Hund | ihn |
Teste dich
Alles auf einen Blick
Dativ (3. Fall)
Erkennen
Wem-Frage; Form und Satzfunktion; Ersatz durch ihm, ihr oder ihnen
Bilden
dem, der, dem, den; Dativplural meist mit zusätzlichem n
Verwenden
nach Dativverben; nach Dativpräpositionen; bei Ortsangaben mit Wechselpräpositionen
Abgrenzen
Dativ als Empfänger oder verlangte Ergänzung; Akkusativ als häufig direkt betroffene Sache
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme die Fälle in „Die Oma schenkt dem Enkel einen Roller.“
- 1Die Oma handelt: Wer schenkt? – Nominativ.
- 2Dem Enkel wird etwas geschenkt: Wem schenkt sie etwas? – Dativ.
- 3Einen Roller schenkt die Oma: Was schenkt sie? – Akkusativ.
- 4Ersatzprobe: „Sie schenkt ihn ihm.“ Die Formen „ihm“ (Dativ) und „ihn“ (Akkusativ) machen den Unterschied sichtbar.
Fehler finden
Jana bestimmt die Fälle in „Der Trainer gibt den Spielern die Trikots.“ In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2„den“ kann auch Dativ Plural sein. Die Spieler empfangen etwas, das Nomen trägt das Dativ-n, und die Ersatzprobe ergibt „ihnen“. Richtig: „den Spielern“ → Dativ Plural: Wem gibt der Trainer die Trikots?
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ich fahre mit Bus. Ich helfe Freundin. Wir danken Kindern. Der Brief gehört ihm.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback