Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Präpositionen erkennen und richtig verwenden
Präpositionen wie „unter“, „mit“ oder „wegen“ zeigen Verhältnisse. Du lernst ihre Bedeutungen, den richtigen Kasus und die Abgrenzung zu Adverb und Konjunktion.
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Kurz gesagt
Eine Präposition (Verhältniswort) ist ein unveränderliches Wort, das eine Beziehung ausdrückt, etwa Ort, Zeit, Art oder Grund, und den Kasus seiner Ergänzung bestimmt: „unter dem Tisch“, „wegen des Regens“. Bei Wechselpräpositionen wie „auf“ fragst du: Wo? verlangt den Dativ, Wohin? den Akkusativ.
Präpositionen heißen auch Verhältniswörter: Sie zeigen, wie Personen, Dinge, Orte, Zeiten oder Gründe miteinander verbunden sind. In „Der Ball liegt unter dem Tisch“ beschreibt „unter“ die räumliche Beziehung zwischen Ball und Tisch. Du lernst, Präpositionen zu erkennen, nach ihrer Bedeutung zu ordnen und mit dem richtigen Kasus zu verwenden. Außerdem unterscheidest du sie von Adverbien und Konjunktionen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Präposition drückt ein Verhältnis aus. Sie verbindet ihr Bezugswort mit dem übrigen Satz und steht meistens vor einem Nomen oder Pronomen. Präpositionen werden nicht gebeugt. Ihre Form bleibt gleich: unter dem Tisch, unter die Bank, unter meinem Stuhl. Nur die Wörter nach der Präposition verändern sich. Die Präposition „unter“ bleibt unverändert. Eine Präposition bildet mit ihrer Ergänzung eine Präpositionalgruppe. Im Satz „Leonie wartet vor dem Kino“ ist „vor“ allein kein selbstständiges Satzglied. Die ganze Gruppe „vor dem Kino“ beantwortet die Frage „Wo wartet Leonie?“.
Definition
Präposition
Eine Präposition ist ein unveränderliches Wort, das eine Beziehung ausdrückt und den Kasus seiner Ergänzung bestimmt. Präposition und Ergänzung gehören zusammen: unter dem Tisch, nach der Schule, wegen des Regens.
Beispiel: „Der Zettel hängt an der Wand.“
- 1„an“ stellt eine Beziehung zwischen dem Zettel und der Wand her.
- 2„an“ steht vor der Nomengruppe „der Wand“.
- 3„an“ bestimmt hier den Dativ: „der Wand“.
- 4Damit ist „an“ in diesem Satz eine Präposition.
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Die Bedeutung einer Präposition ergibt sich aus dem ganzen Satz. Vier Gruppen sind besonders wichtig: lokal, temporal, modal und kausal. Dasselbe Wort kann je nach Zusammenhang Verschiedenes ausdrücken: „vor der Tür“ nennt einen Ort, „vor zwei Monaten“ eine Zeit und „vor Angst“ einen Grund.
| Bedeutung | Leitfrage | Beispiele |
|---|---|---|
| lokal: Ort oder Ziel | Wo? Wohin? Woher? | in, auf, unter, neben, aus |
| temporal: Zeit | Wann? Wie lange? Seit wann? | vor, nach, seit, während |
| modal: Art, Mittel oder Umstand | Wie? Womit? | mit, ohne, durch |
| kausal: Grund | Warum? Weshalb? | wegen, dank, aus |
Beispiel: Vier Sätze, vier Beziehungen
- 1Lokal: „Das Fahrrad steht vor der Schule.“ – Wo?
- 2Temporal: „Wir treffen uns nach der Schule.“ – Wann?
- 3Modal: „Mila fährt mit dem Fahrrad.“ – Womit?
- 4Kausal: „Wegen des Sturms fällt das Spiel aus.“ – Warum?
Merke: Ordne eine Präposition nicht nur nach ihrer Form ein. Lies den ganzen Satz und frage, welche Beziehung sie dort ausdrückt.
Teste dich
Eine Präposition regiert ihre Ergänzung: Sie legt fest, ob die folgende Nomengruppe im Akkusativ, Dativ oder Genitiv steht. Den Nominativ verlangen diese Präpositionen nicht; er steht zum Beispiel beim Subjekt. In der geschriebenen Standardsprache steht nach wegen gewöhnlich der Genitiv; in der gesprochenen Sprache kommt auch der Dativ vor. Auch trotz kann mit dem Dativ stehen. Manchmal verschmelzen Präposition und bestimmter Artikel: an dem → „am“, bei dem → „beim“, in dem → „im“, zu dem → „zum“, durch das → „durchs“. „Wir warten im Bahnhof“ bedeutet also „Wir warten in dem Bahnhof“. Einige räumliche Präpositionen können Dativ oder Akkusativ verlangen. Sie heißen Wechselpräpositionen: an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen. Passt die Frage „Wo?“, wird ein Ort oder eine Lage beschrieben: Dativ. Passt „Wohin?“, führt eine zielgerichtete Veränderung an einen Ort: Akkusativ. Die vereinfachte Regel „Bewegung bedeutet Akkusativ“ führt leicht zu Fehlern: In „Ich laufe im Park“ bewegt sich jemand, aber der Park ist der Ort der Bewegung. Die Frage lautet „Wo?“, daher steht der Dativ. Bei festen Verbindungen mit Verben hilft keine Ortsregel. Lerne dann die ganze Verbindung: warten auf + Akkusativ („auf den Bus warten“), fragen nach + Dativ („nach den Hausaufgaben fragen“), dazu etwa achten auf und spielen mit.
| Kasus | Präpositionen | Beispiel |
|---|---|---|
| Akkusativ | durch, für, gegen, ohne, um | durch den Park |
| Dativ | aus, bei, mit, nach, seit, von, zu | mit dem Bus |
| Genitiv | außerhalb, infolge, trotz, während, wegen (hier mit Genitiv) | während des Spiels |
Beispiel: „Das Handy liegt auf dem Sofa.“
- 1Die Frage lautet „Wo liegt es?“. Das Handy befindet sich bereits dort. Deshalb steht „dem Sofa“ im Dativ.
- 2„Lina legt das Handy auf das Sofa.“
- 3Die Frage lautet „Wohin legt sie es?“. Das Sofa ist das Ziel der Veränderung. Deshalb steht „das Sofa“ im Akkusativ.
Merke: Bei räumlichen Wechselpräpositionen gilt: Ort oder Lage → Dativ; Ziel einer Veränderung → Akkusativ. Diese Regel darfst du nicht auf alle Präpositionen übertragen.
Teste dich
Meistens steht die Präposition vor ihrer Ergänzung: „unter dem Tisch“, „während der Zugfahrt“, „bei mir“. Einige Verhältniswörter stehen aber dahinter („den Fluss entlang“, „der Einfachheit halber“), andere umrahmen ihre Ergänzung („vom Ufer aus“, „um des Friedens willen“). Entscheidend ist also nicht allein die Position, sondern ob das Wort mit einer Ergänzung ein Verhältnis ausdrückt. Manche Wörter gehören je nach Satzbau zu verschiedenen Wortarten. Präposition oder Adverb: In „Der Punkt liegt außerhalb des Kreises.“ steht „außerhalb“ mit der Nomengruppe „des Kreises“ und ist eine Präposition. In „Der Punkt liegt außerhalb.“ fehlt diese Ergänzung. „Außerhalb“ bezeichnet selbstständig einen Ort und ist ein Adverb. Präposition oder Konjunktion: In „Wir blieben während des Unwetters im Haus.“ steht „während“ mit einer Nomengruppe und ist eine Präposition. In „Wir blieben im Haus, während draußen ein Sturm tobte.“ leitet „während“ einen Nebensatz mit dem Verb „tobte“ ein und ist eine Konjunktion.
Beispiel: So kannst du vorgehen:
- 1Suche das fragliche Wort.
- 2Prüfe, was unmittelbar zu ihm gehört.
- 3Steht es mit einer Nomengruppe oder einem Pronomen und drückt eine Beziehung aus? Dann ist es eine Präposition.
- 4Leitet es einen Satz mit einem gebeugten Verb ein? Dann kann es eine Konjunktion sein.
- 5Gibt es allein einen Umstand an? Dann kann es ein Adverb sein.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Präposition (Verhältniswort)
Aufgabe
drückt ein Verhältnis aus und gehört zu einer Ergänzung
Form
bleibt unverändert
Bedeutung
Ort, Zeit, Art oder Grund
Kasus
regiert Akkusativ, Dativ oder Genitiv; feste Verbverbindungen lernst du ganz
Wechselpräpositionen
Wo? Dativ, Wohin? Akkusativ
Abgrenzung
ohne Ergänzung Adverb, mit Nebensatz Konjunktion
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Setze den Artikel ein: „Wir fahren mit ___ Bus durch die Stadt.“
- 1Die Präposition „mit“ verlangt den Dativ.
- 2Das Nomen „Bus“ ist maskulin.
- 3Der bestimmte Artikel lautet im Dativ Singular „dem“.
- 4Deshalb heißt es: „Wir fahren mit dem Bus durch die Stadt.“
Fehler finden
Jonas begründet den Kasus nach der Präposition. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Das Stadion ist der Ort des Joggens, kein Ziel. Die Frage lautet „Wo?“. Richtig: „Wir joggen im Stadion.“ – Ort (Wo?), also Dativ: „in dem Stadion“.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ergänze die Formen der geschriebenen Standardsprache. Wir gehen Park. Danach fahren wir Bus nach Hause. starken Regens steigen wir schon an der nächsten Haltestelle aus.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback