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Deutsch · Klasse 11–13 · aktualisiert

Renaissance und Humanismus einfach erklärt

Renaissance und Humanismus: was die Begriffe unterscheidet, warum Italien zum Zentrum wurde, was „ad fontes“ heißt und wie du Aussagen über die Epoche prüfst.

0 von 11 Aufgaben gelöst

Renaissance und Humanismus einfach erklärt

Kurz gesagt

Die Renaissance („Wiedergeburt“) war eine kulturelle Erneuerungsbewegung des 15. und 16. Jahrhunderts, die antike Kunst, Literatur und Wissenschaft neu aufgriff. Der Renaissance-Humanismus war darin die Bildungsbewegung: Humanisten erschlossen antike Texte nach dem Grundsatz „ad fontes“, zurück zu den Quellen.

Die Renaissance war eine kulturelle Erneuerungsbewegung des 15. und 16. Jahrhunderts, die antike Kunst, Literatur und Wissenschaft neu aufgriff. Der Renaissance-Humanismus war ihre vor allem sprachlich-literarische Bildungsbewegung: Humanisten wollten alte Texte möglichst genau erschließen und dadurch Wissen, Urteilskraft und menschliche Fähigkeiten bilden. Beide Begriffe gehören eng zusammen, sind aber nicht gleichbedeutend. Du lernst, ihre Merkmale, Voraussetzungen und Wirkungen zu unterscheiden und an Aussagen über die Epoche zu prüfen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Stell dir zwei Fragen: Geht es um eine umfassende kulturelle Erneuerung oder besonders um Sprache, Texte und Bildung? Der heutige Epochenbegriff Humanismus entstand erst später. Die Menschen der Renaissance verwendeten unter anderem die Bezeichnung „studia humanitatis“ für sprachlich-literarische Bildungsfächer. Zu wichtigen Zentren wurden Florenz und Venedig, weil mehrere Bedingungen zusammenwirkten. Wohlhabende Stadtstaaten profitierten von Handel und internationalen Kontakten. Fürsten und reiche Familien finanzierten als Mäzene Künstler, Gelehrte, Bibliotheken und Bauwerke. Die römische Antike war in Italien durch Ruinen, Kunstwerke und Texte besonders präsent. Gelehrte suchten in Kloster- und Dombibliotheken nach seltenen Handschriften, und griechische Gelehrte brachten zusätzliche Sprachkenntnisse und Texte nach Italien. Die osmanische Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 beschleunigte den Wissenstransfer. Sie war aber nicht der Beginn der Renaissance: Petrarca und andere Gelehrte hatten sich schon früher intensiv mit antiken Texten beschäftigt. Viele wiederentdeckte Werke lagen übrigens nicht als antike Originale vor, sondern als mittelalterliche Abschriften. Der um 1450 entwickelte Buchdruck erleichterte später die Verbreitung der Texte. Reisen, Briefwechsel, Schulen und Universitäten verbanden die humanistischen Zentren in Europa.

Definition

Renaissance

„Renaissance“ bedeutet „Wiedergeburt“. Gemeint ist die erneute Beschäftigung mit antiken Vorbildern in Kunst, Architektur, Literatur und Gelehrsamkeit. Die Bewegung erlebte im Italien des 15. und 16. Jahrhunderts ihre Blüte und verbreitete sich anschließend in Europa.

Definition

Renaissance-Humanismus

Der Renaissance-Humanismus war vor allem eine Bildungsbewegung innerhalb der Renaissance. Humanisten suchten, verglichen, übersetzten und erklärten antike Texte. Sprachliche Bildung, geschichtliches Wissen und die Entwicklung menschlicher Fähigkeiten sollten zusammenwirken. Kurz: Die Renaissance ist der größere kulturelle Wandel, der Humanismus darin die Erneuerung von Sprache, Textarbeit und Bildung.

Beispiel: Eine Ursache-Wirkungs-Kette

  1. 1Wohlstand in einer Handelsstadt ermöglicht Mäzenatentum.
  2. 2Ein Mäzen finanziert Gelehrte und eine Bibliothek.
  3. 3Dort werden Handschriften gesammelt, verglichen und abgeschrieben oder gedruckt.
  4. 4Dadurch können mehr Menschen die bearbeiteten Texte studieren und weiterverbreiten.

Teste dich

LeichtWelche Aussage unterscheidet beide Begriffe am genauesten?
MittelWelche Erklärung berücksichtigt das Zusammenspiel der Entstehungsbedingungen?

Alles auf einen Blick

Renaissance und Humanismus

  • Voraussetzungen

    Stadtstaaten, Handel, Mäzene, Handschriften und griechische Gelehrte

  • Renaissance

    kulturelle Erneuerung in Kunst, Architektur, Literatur und Wissen

  • Humanismus

    Sprache, Bildung, Philologie und ad fontes

  • Menschenbild

    Würde, Erkenntnis und Selbstgestaltung

  • Verbreitung und Wirkungen

    Buchdruck, Netzwerke, Bildung, Quellenkritik, Bibelarbeit

  • Grenzen

    Elitekultur, Abhängigkeiten, religiöse Vielfalt und Kontinuitäten zum Mittelalter

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Ordne den Übungstext ein (kein historisches Zitat): „Übernimm die alte Auslegung nicht ungeprüft. Vergleiche sie mit dem griechischen Wortlaut, achte auf die Bedeutung der Begriffe und bilde danach dein Urteil.“

  1. 1Thema: Es geht um Sprache, Textauslegung und eigenes Urteilen.
  2. 2Quellenbezug: Der griechische Wortlaut soll verglichen werden, ganz im Sinn von „ad fontes“.
  3. 3Argumentation: Die alte Auslegung wird nicht wegen ihrer Autorität übernommen, sondern geprüft.
  4. 4Adressierung: Die lesende Person wird zu einem eigenen, begründeten Urteil aufgefordert.
  5. 5Ergebnis mit Vorbehalt: Ein einzelnes Merkmal würde nicht genügen. Hier greifen mehrere Befunde ineinander, also passt der Text zum Humanismus.

Fehler finden

Nele notiert Stichpunkte für ein Referat über die Renaissance. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

„Renaissance“ bedeutet . Das humanistische Leitwort „ad fontes“ heißt . Die methodische Untersuchung von Sprache und Texten nennt man .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Renaissance und Humanismus

LeichtWas bedeutet „ad fontes“ im Renaissance-Humanismus?
MittelWelche Kette erklärt die Verbreitung humanistischer Ideen schlüssig?
SchwerEine Darstellung nennt die Renaissance den vollständigen Sieg der Vernunft über Religion und Mittelalter. Wie beurteilst du sie?

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