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Deutsch · Klasse 11–13 · aktualisiert

Rainer Maria Rilke: Leben, Werke und Moderne

Vom „Panther“ bis zu den „Duineser Elegien“: Du lernst Rilkes Leben, Werkphasen und Dinggedichte kennen und ordnest seine Lyrik begründet in die Moderne ein.

0 von 13 Aufgaben gelöst

Rainer Maria Rilke: Leben, Werke und Moderne

Kurz gesagt

Rainer Maria Rilke (1875–1926) war ein Lyriker der Moderne aus Prag. Bekannt sind seine Dinggedichte wie „Der Panther“, in denen die genaue Beobachtung eines Dings eine innere Erfahrung sichtbar macht, und das Spätwerk („Duineser Elegien“, „Sonette an Orpheus“, 1922). Pauschal zum Expressionismus gehört er nicht.

Rainer Maria Rilke (1875–1926) gehört zu den bedeutenden deutschsprachigen Lyrikern der Moderne. Seine Texte verbinden genaue Beobachtung mit Fragen nach Innerlichkeit, Einsamkeit, Schönheit, Vergänglichkeit, Leben und Tod. Du lernst hier seine wichtigsten Lebensstationen und Werke kennen, erkennst die Entwicklung seiner Dichtung und vermeidest eine vorschnelle Zuordnung zu nur einer Epoche.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Rilke wurde am 4. Dezember 1875 in Prag geboren. Sein vollständiger Geburtsname lautete René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke. Die militärische Ausbildung, die er ab 1886 besuchte, widersprach seiner künstlerischen Begabung. Er brach sie aus gesundheitlichen Gründen ab. 1897 begegnete er Lou Andreas-Salomé. Sie wurde zu einer wichtigen Freundin und Beraterin und regte die Änderung seines Vornamens von René zu Rainer an. Zwei gemeinsame Russlandreisen in den Jahren 1899 und 1900 bestärkten ihn in seinem Entschluss, als Dichter zu leben. 1901 heiratete Rilke die Bildhauerin Clara Westhoff. Ihre Tochter Ruth wurde im selben Jahr geboren. Schon 1902 verließ Rilke die gemeinsame Wohnung und ging nach Paris. Eine Scheidung im Jahr 1902 ist nicht zuverlässig belegt; gesichert ist, dass die Beziehung zu Clara trotz getrennter Lebensführung fortbestand. In Paris beschäftigte sich Rilke intensiv mit moderner Kunst und der Arbeit des Bildhauers Auguste Rodin. Von 1905 bis 1906 arbeitete er als Rodins Sekretär. Die Begegnung mit Rodins Kunst stärkte Rilkes Interesse an genauer Beobachtung, handwerklicher Arbeit und einer sachlicheren Darstellung. Nach einer langen Schaffenskrise zog Rilke 1919 in die Schweiz. Im Château de Muzot vollendete er 1922 die „Duineser Elegien“ und schrieb die „Sonette an Orpheus“. Er starb am 29. Dezember 1926 in der Clinique Valmont oberhalb von Montreux.

WannWas
1875Geburt in Prag
1886Beginn der militärischen Ausbildung
1897Begegnung mit Lou Andreas-Salomé
1899–1900Zwei Russlandreisen
1901Heirat mit Clara Westhoff und Geburt der Tochter Ruth
1902Umzug nach Paris
1905–1906Arbeit als Sekretär Auguste Rodins
1912Beginn der „Duineser Elegien“
1919Übersiedlung in die Schweiz
1922Vollendung der Elegien und Entstehung der „Sonette an Orpheus“
1926Tod bei Montreux

Teste dich

LeichtWelche Begegnung förderte Rilkes Hinwendung zu genauer Gegenstandsbeobachtung und dichterischem Handwerk?
MittelWarum ist die Aussage „Rilke ließ sich 1902 von Clara Westhoff scheiden“ problematisch?

Alles auf einen Blick

Rainer Maria Rilke

  • Leben

    Prag, Russland, Paris und Schweiz

  • Frühwerk

    Innenwelt, Spiritualität und „Das Stunden-Buch“

  • Mittlere Phase

    Beobachtung, Handwerk und Dinggedichte

  • Spätwerk

    „Duineser Elegien“ und „Sonette an Orpheus“

  • Einordnung

    literarische Moderne statt starres Epochenetikett

  • Kontext

    Kriegsgegnerschaft und spätere Zustimmung zum Faschismus

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Aufgabe: Ein erfundenes Gedicht beschreibt genau eine alte Statue: ihre Haltung, das Licht auf dem Stein, die fehlenden Teile. Ein persönliches Ich tritt nicht auf; am Schluss wendet sich der Text an den Betrachter. Ist es ein Dinggedicht?

  1. 1Gegenstand: Im Mittelpunkt steht ein Kunstwerk, die Statue.
  2. 2Einzelheiten: Haltung, Licht und fehlende Teile werden genau hervorgehoben.
  3. 3Gestaltung: Kein persönliches Ich drängt sich vor; die Bilder lenken den Blick ganz auf das Ding.
  4. 4Bedeutung: Der Schluss führt von der Beobachtung zu einer Frage an den Betrachter, also zu einer weiterführenden Bedeutung.
  5. 5Ergebnis: Gegenstand, Beobachtung und Bedeutung wirken zusammen; die Bezeichnung Dinggedicht ist begründet.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Im Frühwerk steht häufig die im Zentrum. In der mittleren Phase gewinnt die genaue Beobachtung von an Bedeutung. Die „Duineser Elegien“ gehören zum . Werkphasen sind eine Orientierung und keine starren Grenzen.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Rainer Maria Rilke

LeichtWelches Werkpaar gehört zu Rilkes Spätwerk?
MittelWas unterscheidet eine begründete Deutung von einer bloßen Behauptung?
SchwerEin unbekanntes Rilke-Gedicht beschreibt genau ein Kunstwerk und lässt das persönliche Ich zurücktreten. Wie prüfst du die Bezeichnung Dinggedicht?

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