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Deutsch · Klasse 9–10 · aktualisiert

Gendergerechte Sprache: Formen und Argumente

Beidnennung, neutrales Wort oder Genderzeichen: Du lernst die Formen gendergerechter Sprache kennen und wählst je nach Situation begründet eine passende.

0 von 13 Aufgaben gelöst

Gendergerechte Sprache: Formen und Argumente

Kurz gesagt

Gendergerechte Sprache soll Personen verschiedener Geschlechter angemessen ansprechen oder sichtbar machen. Es gibt nicht die eine Form: Du kannst beide nennen („Lehrerinnen und Lehrer“), ein neutrales Wort wählen („Lehrkraft“) oder ein Genderzeichen setzen. Was passt, hängt von Aussage, Zielgruppe und Vorgaben ab.

Gendergerechte Sprache soll Personen verschiedener Geschlechter angemessen ansprechen oder sichtbar machen. Dafür gibt es nicht die eine allgemein anerkannte Form: Du kannst Personen ausdrücklich nennen, neutrale Wörter verwenden oder mit einem Genderzeichen arbeiten. Welche Lösung passt, hängt von Aussage, Zielgruppe, Medium und geltenden Vorgaben ab.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Stell dir den Satz vor: „Die Schüler treffen sich in der Aula.“ Sind damit nur Jungen gemeint oder alle Mitglieder der Schülerschaft? Ohne weiteren Kontext bleibt das möglicherweise unklar. Die grammatische Bedeutung und das Bild im Kopf müssen jedoch nicht übereinstimmen. Mehrere Studien berichten, dass männliche Personenbezeichnungen häufiger an Männer denken lassen. Kritisiert wird deshalb: Wer nur mitgemeint ist, wird nicht ausdrücklich sichtbar. Die Gegenposition betont, dass das generische Maskulinum grammatisch alle bezeichnen kann. Seine Verwendung sei oft kürzer, vertrauter und leichter lesbar. Damit stehen sich zwei Fragen gegenüber: Bedeutung: Wer kann grammatisch gemeint sein? Wirkung: An wen denken Lesende tatsächlich?

Definition

Generisches Maskulinum

Beim generischen Maskulinum steht eine grammatisch männliche Personenbezeichnung für Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht. In „Die Schüler schreiben eine Arbeit“ können daher auch Schülerinnen und weitere Personen mitgemeint sein.

Beispiel: „Die Ärzte beraten über den Fall.“

  1. 1Der Satz kann eine gemischte Gruppe meinen. Trotzdem kann „Ärzte“ zunächst das Bild einer männlichen Gruppe auslösen.
  2. 2„Die Ärztinnen und Ärzte beraten über den Fall“ nennt Frauen und Männer ausdrücklich.
  3. 3„Das ärztliche Team berät über den Fall“ vermeidet eine Geschlechtszuordnung.

Merke: Mitgemeint und sichtbar genannt sind nicht dasselbe. Eine sachliche Analyse unterscheidet die grammatische Bedeutung von der möglichen Wirkung auf Lesende.

Teste dich

LeichtWas kennzeichnet das generische Maskulinum?
MittelWarum wird die Form dennoch kritisiert?

Alles auf einen Blick

Gendergerechte Sprache

  • Ausgangsfrage

    Wer ist gemeint und wer wird sichtbar?

  • Beidnennung

    Frauen und Männer ausdrücklich nennen

  • Neutralisierung

    Geschlechtszuordnung vermeiden

  • Genderzeichen

    mehr als zwei Geschlechter signalisieren

  • Auswahl

    Zielgruppe, Medium, Verständlichkeit und Vorgaben prüfen

  • Debatte

    Befunde und Wertungen unterscheiden, das Urteil im Zusammenhang begründen

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Überarbeite auf zwei Arten: „Die Teilnehmer müssen ihren Betreuer fragen.“

  1. 1Gemeinte Personen klären: alle, die teilnehmen, und die Person, die sie betreut.
  2. 2Neutralisierung: „Die teilnehmenden Personen müssen ihre Betreuungsperson fragen.“
  3. 3Vorteil und Grenze: Kein Geschlecht wird zugeordnet, aber „teilnehmende Personen“ ist länger als „Teilnehmer“.
  4. 4Beidnennung: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen ihre Betreuerin oder ihren Betreuer fragen.“
  5. 5Vorteil und Grenze: Frauen und Männer werden ausdrücklich genannt; die Form ist länger und nennt weitere Geschlechter nicht ausdrücklich.
  6. 6Kontrolle: Beide Sätze sind grammatisch richtig und meinen dieselben Personen. Andere Lösungen können ebenfalls passen.

Fehler finden

Jana formuliert eine Klassenregel neutral um: „Jeder Schüler räumt seinen Platz auf, bevor er geht.“ In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Wer Personen ohne Geschlechtszuordnung benennen möchte, kann ein wählen. „Schülerinnen und Schüler“ ist eine . Eine Aussage wie „Diese Form ist hässlich“ ist eine . Für eine begründete Entscheidung prüfst du Aussage, Zielgruppe und Kontext.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Gendergerechte Sprache

LeichtWelche Form nennt Frauen und Männer ausdrücklich?
MittelEine Schulordnung verwendet das Wort „Lehrer“, meint aber alle Lehrkräfte. Welche Analyse ist am genauesten?
SchwerEine Gruppe sucht eine verständliche Formulierung für unterschiedliche Geschlechter. Welche Begründung ist am stärksten?

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