Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Possessivpronomen: Formen und Gebrauch verstehen
Mein, dein, unser: Du lernst, was Possessivpronomen zeigen, wie du den Stamm zur Bezugsperson findest und die Endung ans Nomen anpasst.
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Kurz gesagt
Possessivpronomen (besitzanzeigende Fürwörter) wie mein, dein, sein, ihr, unser und euer zeigen, zu wem etwas gehört: „mein Buch“, „unsere Ziele“. Den Stamm bestimmt die Bezugsperson (wir → unser-), die Endung das Nomen und seine Aufgabe im Satz: „Ich schreibe meinem Lehrer.“
Possessivpronomen zeigen, zu wem etwas gehört oder in welcher Beziehung etwas zu einer Person steht: mein Buch, ihre Freundin, unsere Ziele. Um die passende Form zu finden, wählst du zuerst die Bezugsperson und passt die Form danach an das zugehörige Nomen und den Satz an.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Possessivpronomen heißen auch besitzanzeigende Fürwörter. Sie können echten Besitz ausdrücken: „mein Haus“, „dein Buch“, „ihre Münzen“. Sie zeigen aber nicht nur, wem ein Gegenstand gehört. Auch andere Beziehungen sind möglich: Verwandtschaft („mein Bruder“), Gefühl („meine Angst“) oder persönlicher Bezug („unser Ziel“). Die Fragen Wessen Buch ist das? und Wem gehört das Buch? führen häufig zu einer Antwort mit einem Possessivpronomen: „Das ist mein Buch.“
Definition
Possessivpronomen
Ein Possessivpronomen zeigt Besitz, Zugehörigkeit oder eine andere Beziehung zu einer Person, einem Tier oder einer Sache. Es kann ein Nomen begleiten oder an dessen Stelle stehen.
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Zuerst fragst du: Zu wem gehört etwas oder auf wen bezieht es sich? Diese Person bestimmt den Stamm. Gehe in zwei Schritten vor: (1) Bestimme die Bezugsperson. (2) Wähle den dazugehörigen Stamm.
| Bezugsperson | Possessivstamm | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | mein- | mein Buch |
| du | dein- | deine Sprachkenntnisse |
| er | sein- | sein Freund |
| sie | ihr- | ihre Freundin |
| es | sein- | sein Klavier |
| wir | unser- | unsere Ziele |
| ihr | euer- | eure Pläne |
| sie | ihr- | ihre Kinder |
Beispiel: In „Wir arbeiten für ___ Ziele“ ist wir die Bezugsperson.
- 1Deshalb brauchst du den Stamm unser-.
- 2Vor „Ziele“ lautet die vollständige Form unsere:
- 3„Wir arbeiten für unsere Ziele.“
Merke: Die Bezugsperson bestimmt den Stamm: ich → mein-, du → dein-, wir → unser-. Das zugehörige Nomen und der Satz bestimmen anschließend die Endung.
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Der Stamm allein reicht nicht immer. Die Form richtet sich auch nach dem Genus – also dem grammatischen Geschlecht – und dem Numerus, der Einzahl oder Mehrzahl des Nomens. Die Tabelle zeigt das Muster in einfachen Grundformen: Feminine Nomen und Nomen im Plural erhalten die Endung -e. Maskuline und neutrale Nomen stehen hier ohne diese Endung. Die Endung richtet sich nicht nach dem Geschlecht der Bezugsperson. Ein Mann kann „meine Freundin“ sagen, eine Frau ebenfalls. Entscheidend ist hier das Nomen „Freundin“.
| Form des Nomens | Beispiel |
|---|---|
| Maskulinum, Singular | mein Bruder |
| Neutrum, Singular | mein Klavier |
| Femininum, Singular | meine Freundin |
| Plural | meine Brüder |
Beispiel: „Freundin“ ist feminin und steht im Singular.
- 1Deshalb heißt es „meine Freundin“.
- 2„Brüder“ steht im Plural.
- 3Deshalb heißt es ebenfalls „meine Brüder“.
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Possessivpronomen sind deklinierbar. Das bedeutet: Ihre Form kann sich ändern, wenn das begleitete Nomen im Satz eine andere Aufgabe übernimmt. Vergleiche: „Meine Tante kocht.“ – „Meine Tante“ ist das Subjekt. „Ich verbessere meine Sprachkenntnisse.“ – Auf die Frage „Was verbessere ich?“ folgt „meine Sprachkenntnisse“. „Ich fahre zu meinen Eltern.“ – Nach „zu“ steht hier „meinen Eltern“. „Ihr genießt euren Sonntag.“ – Auf die Frage „Was genießt ihr?“ folgt „euren Sonntag“. Ein Possessivpronomen kann direkt vor einem Nomen stehen: „mein Rucksack“, „deine Übungen“. Dann nennt man es auch Possessivartikel oder Begleiter. Es kann das Nomen auch ersetzen, wenn klar ist, was gemeint ist: „Wessen Buch ist das?“ – „Das ist meins.“ „Dein Lehrer ist besser als seiner.“ – „Seiner“ ersetzt hier „sein Lehrer“. Die alleinstehende Form kann anders aussehen als die Form vor einem Nomen: mein Buch, aber meins.
Beispiel: So findest du die Form in „Ich habe ___ Lehrer eine E-Mail geschrieben“:
- 1Die Bezugsperson ist ich. Der Stamm lautet mein-.
- 2Gefragt wird: „Wem habe ich geschrieben?“ – dem Lehrer.
- 3Für das maskuline Nomen „Lehrer“ lautet die Form nach der Frage „wem?“ meinem.
- 4Der vollständige Satz heißt: „Ich habe meinem Lehrer eine E-Mail geschrieben.“
Merke: Wähle nicht nur nach der Bezugsperson. Prüfe auch das Nomen und seine Aufgabe im Satz: Wer oder was? Wen oder was? Wem?
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Alles auf einen Blick
Possessivpronomen
Bedeutung
Besitz und Zugehörigkeit; Gefühle und Beziehungen
Form wählen
Bezugsperson bestimmt den Stamm; Nomen und Satz bestimmen die Endung
Verwendung
Nomen begleiten; bekanntes Nomen ersetzen
Kontrolle
nach der Bezugsperson fragen; Genus, Numerus und Satzaufgabe prüfen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Setze ein: „Tim und Emma suchen ___ Hund. Tim ruft ___ Mutter an.“
- 1Bezugsperson im ersten Satz: Tim und Emma, also „sie“ (Plural). Der Stamm lautet ihr-.
- 2„Hund“ ist maskulin. Gefragt wird: „Wen suchen sie?“ Die Form lautet deshalb ihren.
- 3Bezugsperson im zweiten Satz: Tim, also „er“. Der Stamm lautet sein-.
- 4„Mutter“ ist feminin und steht im Singular, also mit -e: seine.
- 5Lösung: „Tim und Emma suchen ihren Hund. Tim ruft seine Mutter an.“
Fehler finden
Finn setzt ein: „Paula und Jan besuchen ___ Oma. Paula bringt ___ Lieblingsbuch mit.“ In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Den Stamm bestimmt die Bezugsperson Paula, nicht das Genus des Nomens. Richtig: Zu „sie“ gehört ihr-, also „ihr Lieblingsbuch“.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ich fahre zu Eltern. Lea besucht Freundin, also Leas Freundin. Wir möchten Ziele erreichen.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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