Deutsch · Klasse 9–10 · aktualisiert
Bewerbung und Lebenslauf schreiben: So geht’s
Du lernst, Anforderungen mit eigenen Belegen zu verbinden, ein passendes Anschreiben zu formulieren und einen antichronologischen Lebenslauf zu erstellen.
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Kurz gesagt
Eine Bewerbung besteht aus Anschreiben und Lebenslauf. Im Anschreiben erklärst du mit konkreten Belegen, warum du zu genau dieser Stelle passt. Der Lebenslauf ordnet deine Stationen tabellarisch und antichronologisch: Die jüngste steht oben, etwa „Seit 09/2025 – Technik-AG“.
Eine gute Bewerbung zeigt gezielt und belegbar, warum du zu einer bestimmten Stelle passt. Im Anschreiben stellst du diese Verbindung her. Der Lebenslauf liefert dazu übersichtlich geordnete Daten, Stationen, Erfahrungen und Kenntnisse.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Bevor du schreibst, musst du wissen, was der Betrieb sucht. Markiere in der Ausschreibung Anforderungen wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, bestimmte Kenntnisse oder praktische Erfahrungen. Ordne jeder wichtigen Anforderung einen ehrlichen Beleg aus deinem Leben zu. Ein Beleg ist eine konkrete Erfahrung, an der die genannte Fähigkeit erkennbar wird.
Beispiel: In einer erfundenen Ausschreibung für ein Schülerpraktikum in einer Fahrradwerkstatt werden Sorgfalt, Teamfähigkeit und technisches Interesse genannt.
- 1Eine passende Zuordnung könnte so aussehen:
- 2Sorgfalt: Du prüfst in der Technik-AG Werkzeuge und räumst sie nach der Arbeit vollständig zurück.
- 3Teamfähigkeit: Du hast bei einem Schulprojekt Aufgaben mit anderen geplant und zuverlässig erledigt.
- 4Technisches Interesse: Du reparierst dein Fahrrad unter Anleitung selbst.
- 5Die bloße Aussage „Ich bin teamfähig“ bleibt ungenau. Die Erfahrung aus dem Schulprojekt macht sie nachvollziehbar.
Merke: Behauptung plus konkretes Beispiel ergibt einen überzeugenderen Eignungsbeleg.
Teste dich
Das Anschreiben erklärt klar, persönlich und verständlich, warum du dich um genau diese Stelle bewirbst und warum du dazu passt. Es wiederholt nicht einfach den gesamten Lebenslauf. Vermeide Leerformeln wie „Hiermit bewerbe ich mich“ als einzigen Einstieg. Nützlicher ist eine konkrete Verbindung aus Stelle, Interesse und eigener Erfahrung.
Beispiel: Betreff: Bewerbung um ein Schülerpraktikum in der Fahrradwerkstatt
- 1Sehr geehrte Frau Beispiel,
- 2ich bewerbe mich um das ausgeschriebene Schülerpraktikum, weil ich gern praktisch arbeite und mehr über die Wartung von Fahrrädern lernen möchte.
- 3Sorgfältiges Arbeiten kenne ich aus unserer Technik-AG: Dort kontrolliere ich Werkzeuge nach der Benutzung und dokumentiere fehlende Teile. Bei einem Schulprojekt habe ich außerdem Aufgaben im Team verteilt und Termine eingehalten. Erste Erfahrungen mit Fahrrädern sammle ich bei einfachen Reparaturen unter Anleitung.
- 4Über die Gelegenheit, mich persönlich vorzustellen, freue ich mich.
- 5Mit freundlichen Grüßen
- 6Lea Beispiel
- 7Der Text greift Anforderungen der erfundenen Ausschreibung auf und belegt sie. Er verspricht keine Kenntnisse, die Lea nicht nachweisen kann.
Beispiel: So ist ein Anschreiben aufgebaut
- 1Betreff: Nenne die Stelle oder den Praktikumsplatz.
- 2Anrede: Sprich die angegebene Kontaktperson an; fehlt ein Name, verwende eine allgemeine höfliche Anrede.
- 3Einstieg: Sage konkret, worauf du dich bewirbst und was dich daran interessiert.
- 4Eignung: Verbinde wichtige Anforderungen mit belegbaren Erfahrungen oder Kenntnissen.
- 5Schluss: Formuliere deinen Wunsch nach einem Gespräch oder einer Rückmeldung höflich und selbstbewusst.
- 6Gruß und Name: Beende das Schreiben passend.
Teste dich
Ein Lebenslauf ist meist tabellarisch aufgebaut und gewöhnlich ein bis zwei A4-Seiten lang. Er zeigt deine wichtigsten Stationen, Kenntnisse und Erfahrungen schnell erfassbar. Zum Kern eines Lebenslaufs gehören: Kontaktdaten: Vor- und Nachname, Anschrift, Telefonnummer und seriöse E-Mail-Adresse. Praktische Erfahrungen: zum Beispiel Praktika, Nebenjobs, freiwillige Tätigkeiten oder Ehrenamt. Schulbildung: Zeitraum, Schulart, Schulname und erreichter oder angestrebter Abschluss. Kenntnisse und Qualifikationen: zum Beispiel Sprachen, Softwarekenntnisse, Führerschein, Zertifikate oder passende Weiterbildungen. Passende Interessen: nur wenn sie etwas Relevantes über dich erkennen lassen. Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Familienangaben werden in den zugrunde liegenden Empfehlungen unterschiedlich eingeordnet. Für einen sachlichen Lebenslauf bilden die genannten Kontaktangaben den verlässlichen Kern. Ein Bewerbungsfoto ist freiwillig.
Definition
Antichronologisch
Antichronologisch bedeutet: Die jüngste oder aktuelle Station steht zuerst. Danach folgen schrittweise die älteren Stationen.
Beispiel: So kann der Abschnitt „Praktische Erfahrungen“ aussehen:
- 1Seit 09/2025 – Technik-AG, Beispielschule
- 2Werkzeuge prüfen und ordnen
- 3Arbeitsschritte dokumentieren
- 4Reparaturaufgaben im Team bearbeiten
- 503/2025 – Einwöchiges Schülerpraktikum, Musterbetrieb
- 6Arbeitsplätze vorbereiten
- 7Materiallisten kontrollieren
- 8bei einfachen Tätigkeiten unterstützen
- 9Die aktuelle Tätigkeit steht oben. Die Stichpunkte zeigen konkrete Aufgaben statt nur Überschriften.
Merke: Nenne bei einer Station Monat und Jahr, Organisation oder Betrieb, deine Rolle und möglichst drei bis fünf kurze Stichpunkte zu wichtigen Aufgaben.
Teste dich
Ein Lebenslauf ist keine vollständige Sammlung aller Erlebnisse. Wähle aus, was deine Eignung für die konkrete Stelle zeigt. Bei wenig Berufserfahrung können Praktika, Nebenjobs, Schule, Ehrenamt und passende Projekte besonders wichtig sein. Mit zunehmender Erfahrung darfst du ältere oder für die Stelle unwichtige Details kürzen. Passe den Lebenslauf deshalb für jede Bewerbung an, statt immer dieselbe Fassung zu verschicken. Zeiträume transparent angeben: Ein Zeitraum ohne Arbeit, Ausbildung oder Praktikum sollte nicht verborgen werden. Unterbrechungen von mehr als zwei Monaten kannst du sachlich benennen, etwa als Orientierungspraktikum, Freiwilligendienst, Au-pair-Aufenthalt, Work and Travel oder Minijob – aber nur, wenn diese Angabe tatsächlich stimmt. Gestaltung unterstützt den Inhalt: Nutze eine gut lesbare Schrift, klare Überschriften und ein ruhiges, übersichtliches Layout. Farben und Design sollten zum beruflichen Umfeld passen. Eine Vorlage kann die Formatierung erleichtern, entscheidet aber nicht, welche Inhalte relevant sind. Speichere digitale Bewerbungsunterlagen möglichst als PDF, damit die vorgesehene Anordnung erhalten bleibt. Prüfe die fertige Datei nach dem Export noch einmal. Beide Dokumente müssen zusammenpassen. Wenn du im Anschreiben eine Erfahrung hervorhebst, sollte die zugehörige Station im Lebenslauf auffindbar sein. Zeitangaben, Namen und Bezeichnungen dürfen sich nicht widersprechen.
Beispiel: Im Anschreiben steht: „Seit September 2025 arbeite ich in der Technik-AG.“ Im Lebenslauf steht dagegen: „Technik-AG, seit September 2024“.
- 1Das ist ein Widerspruch. Vor dem Absenden musst du prüfen, welche Jahreszahl stimmt, und beide Dokumente entsprechend korrigieren. Du darfst nicht einfach eine der Angaben raten.
Beispiel: Nutze diese Prüfreihenfolge
- 1Stellenbezug: Werden wichtige Anforderungen aufgegriffen?
- 2Belege: Ist jede starke Behauptung durch eine konkrete Erfahrung gestützt?
- 3Vollständigkeit: Sind Kontaktdaten, wichtige Stationen und Kenntnisse vorhanden?
- 4Zeitangaben: Sind Monat und Jahr einheitlich und ohne unerklärte Sprünge angegeben?
- 5Wahrheit: Sind alle Angaben korrekt und belegbar?
- 6Sprache: Sind Sätze klar, höflich und frei von Leerformeln?
- 7Form: Sind Überschriften, Schrift, Abstände und Dateiformat einheitlich?
Teste dich
Alles auf einen Blick
Bewerbung und Lebenslauf
Ausschreibung auswerten
Anforderungen erkennen; eigene Belege zuordnen
Anschreiben verfassen
Interesse erklären; Eignung konkret belegen
Lebenslauf erstellen
Stationen antichronologisch ordnen; relevante Kenntnisse auswählen
Unterlagen prüfen
Widersprüche korrigieren; Form und PDF kontrollieren
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Musteraufgabe: Eine Stadtbücherei sucht für ein Praktikum jemanden, der ordentlich arbeitet. Tim sortiert seit August 2024 in der Schulbibliothek Bücher ein.
- 1Anforderung markieren: „ordentlich arbeiten“.
- 2Beleg suchen: Tim sortiert seit August 2024 in der Schulbibliothek zurückgegebene Bücher ein.
- 3Anschreiben, Behauptung plus Beleg: „Ordentliches Arbeiten kenne ich aus der Schulbibliothek: Dort sortiere ich seit August 2024 zurückgegebene Bücher ein.“
- 4Lebenslauf, jüngste Station oben: „Seit 08/2024 – Schulbibliothek, Beispielschule“ mit Stichpunkten wie „Bücher einsortieren“.
- 5Abgleich: Zeitangabe und Name der Station sind in beiden Dokumenten gleich.
Fehler finden
Mia plant ihre Bewerbung um ein Praktikum in einer Tierarztpraxis. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die Eignung wird nur behauptet, nicht belegt. Richtig: Sorgfältiges Arbeiten kenne ich aus dem Tierschutzverein: Dort führe ich seit Oktober 2024 jede Woche die Futterliste.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Im erklärst du, warum deine Erfahrungen zur Stelle passen. Im ordnest du Stationen und Kenntnisse übersichtlich. Die jüngste Station steht bei antichronologischer Ordnung .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback