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Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert

Wasserstoffbrückenbindung einfach erklärt

Wie eine Wasserstoffbrücke entsteht, wie du Donor und Akzeptor erkennst und warum Wasser, DNA und Proteine von ihr abhängen.

0 von 11 Aufgaben gelöst

Wasserstoffbrückenbindung einfach erklärt

Kurz gesagt

Eine Wasserstoffbrückenbindung ist eine gerichtete Anziehung zwischen einem H-Atom, das an O, N oder F gebunden ist (Donor), und einem freien Elektronenpaar an O, N oder F eines Nachbarn (Akzeptor). Sie ist schwächer als eine Atombindung, aber meist stärker als andere Kräfte zwischen Molekülen.

Wasserstoffbrücken sind gerichtete Anziehungen zwischen einem stark positiv polarisierten Wasserstoffatom und einem freien Elektronenpaar. Du kannst sie mit einem Donor-Akzeptor-Test erkennen und damit wichtige Stoffeigenschaften erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Eine Wasserstoffbrücke entsteht in zwei Schritten. Zuerst zieht ein stark elektronegatives Atom wie Sauerstoff, Stickstoff oder Fluor die Elektronen einer Bindung zu Wasserstoff besonders stark an. Dadurch trägt das gebundene Wasserstoffatom eine positive Partialladung δ+, das elektronegative Atom eine negative Partialladung δ−.

Kommt das positiv polarisierte H-Atom in die Nähe eines freien Elektronenpaars an O, N oder F, ziehen sich beide Bereiche elektrostatisch an. Diese gerichtete Anziehung ist die Wasserstoffbrücke.

In der Schreibweise O–H···O steht der durchgezogene Strich für die kovalente O–H-Bindung, also eine Atombindung mit einem gemeinsamen Elektronenpaar. Die Punkte kennzeichnen die Wasserstoffbrücke zum zweiten O-Atom.

Die Bezeichnung „Wasserstoffbrückenbindung“ kann täuschen. Innerhalb eines Wassermoleküls verbinden kovalente O–H-Bindungen die Atome. Die Wasserstoffbrücke wirkt dagegen zwischen einem Donor und einem Akzeptor, ohne ein neues gemeinsames Elektronenpaar zu bilden.

In der schulischen Einordnung sind Wasserstoffbrücken meist stärker als gewöhnliche Dipol-Dipol-Kräfte zwischen dauerhaft polaren Molekülen und London-Kräfte durch kurzzeitig ungleich verteilte Elektronen, aber deutlich schwächer als Atombindungen oder Ionenbindungen. Deshalb können viele Wasserstoffbrücken gemeinsam stabilisieren und trotzdem wieder gelöst werden.

Definition

Wasserstoffbrücke

Eine Wasserstoffbrücke ist eine nichtkovalente Wechselwirkung zwischen einem positiv polarisierten, gebundenen H-Atom und einem freien Elektronenpaar an einem stark elektronegativen Atom.

Beispiel: Zwei Wassermoleküle

  1. 1Bei zwei Wassermolekülen zieht der Sauerstoff die Bindungselektronen stärker an als der Wasserstoff.
  2. 2Ein H-Atom des ersten Moleküls trägt deshalb δ+.
  3. 3Es wird von einem freien Elektronenpaar am δ−-polarisierten O-Atom des zweiten Moleküls angezogen.

Merke: Für eine Wasserstoffbrücke brauchst du ein geeignet gebundenes H-Atom und ein erreichbares freies Elektronenpaar. Die bloße Anwesenheit von Wasserstoff reicht nicht aus.

Teste dich

LeichtWarum ist eine Wasserstoffbrücke keine klassische Atombindung?

Alles auf einen Blick

Wasserstoffbrückenbindung

  • Voraussetzung

    positiv polarisiertes H an O, N oder F

  • Partner

    freies Elektronenpaar an O, N oder F

  • Erkennung

    Donor und Akzeptor getrennt prüfen

  • Einordnung

    gerichtete Anziehung, keine Atombindung

  • Wasser

    hohe Siedetemperatur, Oberflächenspannung, leichtes Eis

  • Biomoleküle

    Stabilisierung von Proteinen und DNA

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Bildet Fluorwasserstoff Wasserstoffbrücken?

  1. 1Aufgabe: Prüfe mit dem Donor-Akzeptor-Test, ob Fluorwasserstoff-Moleküle (HF) untereinander Wasserstoffbrücken bilden können.
  2. 2Donor suchen: Das H-Atom ist direkt an das stark elektronegative F-Atom gebunden. Die F–H-Gruppe ist ein Donor, das H trägt δ+.
  3. 3Akzeptor suchen: Das F-Atom besitzt freie Elektronenpaare und trägt δ−. Es kann als Akzeptor wirken.
  4. 4Nähe prüfen: Das kleine Molekül kann sich einem Nachbarmolekül gut nähern.
  5. 5Ergebnis: HF-Moleküle bilden untereinander Wasserstoffbrücken der Form F–H···F.

Fehler finden

Bilden Trimethylamin-Moleküle untereinander Wasserstoffbrücken? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Das positiv polarisierte H-Atom ist an gebunden. Der zweite Partner stellt ein bereit. Zwischen beiden wirkt eine .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Wasserstoffbrückenbindung

LeichtWelche Aussage beschreibt eine Wasserstoffbrücke richtig?
MittelAmmoniak (NH₃) besitzt N–H-Bindungen und ein freies Elektronenpaar am N-Atom. Welche Aussage folgt daraus?
SchwerEin Stoff besitzt eine polare C=O-Gruppe, aber weder O–H noch N–H. Was erwartest du?

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