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Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert

Elektronegativität: Trends und Bindungen erklären

Wie stark zieht ein gebundenes Atom Elektronen an? Lerne den Periodentrend, Partialladungen und die Grenzen von EN-Richtwerten kennen.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Elektronegativität: Trends und Bindungen erklären

Kurz gesagt

Elektronegativität (EN) vergleicht, wie stark gebundene Atome gemeinsame Elektronen anziehen. Bei einer Elektronenpaarbindung zeigt der höhere EN-Wert die Seite mit negativer Partialladung. Die Differenz hilft beim Einordnen einer Bindung; Grenzwerte sind nur Richtwerte.

Elektronegativität beschreibt, wie stark ein Atom in einer Bindung die gemeinsamen Bindungselektronen anzieht. Je größer der Unterschied zwischen zwei Bindungspartnern ist, desto ungleicher ist die Elektronendichte verteilt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Stell dir eine Bindung wie ein Tauziehen um ein gemeinsames Elektronenpaar vor. Ziehen beide Atome gleich stark, bleibt die Elektronendichte gleichmäßig verteilt. Zieht ein Atom stärker, liegt mehr Elektronendichte bei diesem Atom. EN ist ein relativer Wert: Der Zahlenwert ist nur im Vergleich mit einem anderen Atom sinnvoll. Werte können je nach EN-Skala und Rundung etwas abweichen.

Im Periodensystem nimmt die EN im Allgemeinen von links nach rechts zu und von oben nach unten ab. Hohe Werte findest du deshalb rechts oben. Fluor besitzt den höchsten EN-Wert. Innerhalb einer Periode steigt die Protonenzahl. Die zusätzlichen Elektronen kommen in dieselbe Schale, während keine neue innere Schale hinzukommt. Dadurch wächst die wirksame Anziehung des Kerns auf die äußeren Elektronen. Diese Anziehung unter Berücksichtigung der Abschirmung heißt effektive Kernladung.

Innerhalb einer Hauptgruppe kommen nach unten weitere Elektronenschalen hinzu. Abstand zum Kern und Abschirmung durch innere Elektronen wachsen. Die Bindungselektronen werden schwächer angezogen; die EN sinkt. Bei Nebengruppenelementen gibt es Abweichungen. Für Edelgase fehlen EN-Werte in vielen Tabellen, weil sie selten Bindungen bilden und sich ihr Wert deshalb schwer bestimmen lässt.

Definition

Elektronegativität

Die Elektronegativität, kurz EN und auch mit dem Zeichen χ bezeichnet, ist ein relatives Maß dafür, wie stark ein Atom in einer chemischen Bindung die Bindungselektronen anzieht. Ein hoher EN-Wert bedeutet eine starke Anziehung.

Merke: Im Periodensystem steigt die EN nach rechts und nach oben. Als Denkweg gilt: Stärkere wirksame Kernanziehung und kleinerer Abstand führen meist zu höherer EN.

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LeichtWelche Aussage beschreibt Elektronegativität richtig?

Alles auf einen Blick

Elektronegativität

  • Bedeutung

    Anziehung gemeinsamer Bindungselektronen

  • Trend

    nach rechts und oben meist stärker

  • Ursache

    Kernladung, Abstand und Abschirmung

  • Folge

    höhere EN trägt δ−

  • Rechnung

    Betrag der EN-Differenz

  • Grenzen

    Skala und Richtwerte beachten

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Eine Bindung mit EN-Werten beurteilen

  1. 1Für eine N–F-Bindung verwenden wir auf derselben Pauling-Tabelle EN(N) = 3,04 und EN(F) = 3,98.
  2. 2ΔEN = 3{,}98 - 3{,}04 = 0{,}94.
  3. 3Der Wert liegt zwischen 0,4 und etwa 1,7: Die Bindung wird als polar eingeordnet.
  4. 4Fluor zieht stärker und trägt δ−; Stickstoff trägt δ+. Über ein ganzes Molekül entscheidet zusätzlich dessen Gestalt.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Innerhalb einer Periode nimmt die EN von links nach rechts . Innerhalb einer Hauptgruppe nimmt sie von oben nach unten , weil Zahl der Schalen und Abschirmung . Hohe EN-Werte liegen im Periodensystem im Allgemeinen rechts oben.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Elektronegativität

LeichtIn welche Richtung nimmt die EN innerhalb einer Hauptgruppe im Allgemeinen ab?
MittelFür eine H–S-Bindung gelten EN(H) = 2,2 und EN(S) = 2,5. Welche Einordnung passt zur 0,4-Richtwertregel?
SchwerEine Bindung hat ΔEN = 1,6. Darf man daraus sicher schließen, dass das ganze Molekül ein Dipol ist?

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