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Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert

Polare Bindung: EN-Differenz und Dipol verstehen

Erkenne ungleich verteilte Bindungselektronen, ordne Teilladungen zu und prüfe, ob sich Bindungsdipole im Molekül aufheben.

0 von 10 Aufgaben gelöst

Polare Bindung: EN-Differenz und Dipol verstehen

Kurz gesagt

Eine polare Bindung entsteht, wenn zwei gebundene Atome das gemeinsame Elektronenpaar unterschiedlich stark anziehen. Der stärker anziehende Partner trägt δ−, der andere δ+. Ob das ganze Molekül ein Dipol ist, entscheidet zusätzlich die räumliche Anordnung der Bindungen.

Bei einer polaren Bindung ziehen zwei Atome das gemeinsame Elektronenpaar unterschiedlich stark an. Dadurch entstehen eine partiell negative und eine partiell positive Seite. Ob das gesamte Molekül ein Dipol ist, hängt zusätzlich von seiner räumlichen Form ab.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Eine Atombindung beruht auf mindestens einem gemeinsamen Elektronenpaar. Beide gebundenen Atome ziehen dieses Paar an. Ziehen sie gleich stark, ist das Paar gleichmäßig verteilt: Die Bindung ist unpolar, etwa bei Cl–Cl. Bei verschiedenen EN-Werten liegt das Paar näher am stärker anziehenden Atom. Die Bindung kann dadurch polar sein.

Definition

Elektronegativität

Die Elektronegativität, kurz EN, beschreibt, wie stark ein Atom die Elektronen einer Bindung anzieht. Ein größerer EN-Wert bedeutet eine stärkere Anziehung.

Beispiel: Eine P–Cl-Bindung

  1. 1In Phosphortrichlorid PCl₃ zieht Chlor die Bindungselektronen stärker an als Phosphor.
  2. 2An jeder P–Cl-Bindung trägt Cl δ− und P δ+.
  3. 3Das Molekül bleibt insgesamt neutral: Seine Bindungen haben nur ungleich verteilte Teilladungen.

Teste dich

LeichtWelche Aussage beschreibt eine polare Atombindung richtig?

Alles auf einen Blick

Polare Bindung

  • Bindung

    gemeinsame Elektronen sind ungleich verteilt

  • EN

    vergleicht die Anziehung der Bindungselektronen

  • Partialladung

    δ− am stärker anziehenden Partner

  • Differenz

    größerer EN-Wert minus kleinerer

  • Molekül

    räumliche Anordnung entscheidet über den Dipol

  • Grenzwert

    Richtwert statt scharfer Naturgrenze

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Zwei Bindungen in HOCl vergleichen

  1. 1Verwende auf derselben Pauling-Skala EN(O) = 3,44, EN(H) = 2,20 und EN(Cl) = 3,16.
  2. 2Für O–H gilt ΔEN=3{,}44-2{,}20=1{,}24.
  3. 3Für O–Cl gilt ΔEN=3{,}44-3{,}16=0{,}28.
  4. 4O–H ist deutlich polar: O trägt δ−, H δ+. O–Cl liegt mit 0,28 unter dem Richtwert von etwa 0,4 und wird vereinfacht als nahezu unpolar eingeordnet. Ob HOCl insgesamt ein Dipol ist, klärt erst die Molekülgestalt.

Fehler finden

Teilladungen an einer Bindung In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Bei einer polaren Bindung ist das Elektronenpaar verteilt. Das Atom mit der höheren EN trägt . Für einen Moleküldipol zählt zusätzlich die .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Polare Bindung

LeichtWelches Atom erhält in einer polaren Bindung δ-?
MittelEine EN-Tabelle gibt für HI EN(I) = 2,66 und EN(H) = 2,20 an. Welche Rechnung und Deutung passen zusammen?
SchwerEin Molekül besitzt zwei gleich stark polare Bindungen. Welche weitere Information brauchst du, um seinen Dipolcharakter zu bestimmen?

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