Chemie · Klasse 5–10 · aktualisiert
Löslichkeit verstehen: Sättigung und Einflussfaktoren
Lerne, wie viel sich lösen kann, wann eine Lösung gesättigt ist und warum Rühren die Grenze nicht verschiebt.
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Kurz gesagt
Die Löslichkeit gibt an, wie viel von einem Stoff sich in einer bestimmten Menge Lösungsmittel bei bestimmter Temperatur und bestimmtem Druck lösen kann. Ist die Grenze erreicht, heißt die Lösung gesättigt. Schnelles Rühren beschleunigt das Lösen, erhöht bei gleichen Bedingungen aber gewöhnlich nicht die lösbare Menge.
Löslichkeit beschreibt, wie viel von einem bestimmten Stoff sich in einem bestimmten Lösungsmittel bei festgelegten Bedingungen lösen kann. Sie ist nicht dasselbe wie die Geschwindigkeit des Lösens: Ein Stoff kann sich langsam lösen und trotzdem eine hohe Löslichkeit besitzen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Gibst du einen Stoff in eine Flüssigkeit, kann eine gleichmäßige Mischung entstehen. Die Flüssigkeit heißt Lösungsmittel, der hineingegebene Stoff gelöster Stoff. Die Mischung heißt Lösung. Eine Angabe wie „gut löslich“ beschreibt nur einen Eindruck. Eine Zahl mit Einheit und Bezugsmenge, etwa Gramm Stoff pro 100 Gramm Wasser, beschreibt die Menge genauer. Die Bezugsmenge sagt, auf wie viel Wasser sich die Zahl bezieht. „Unlöslich“ heißt im Schulalltag meist: Es löst sich nur sehr wenig.
Beim Lösen trennen sich winzige Teilchen und verteilen sich. In Wasser werden die geladenen Teilchen eines Salzes voneinander getrennt und von Wasser umgeben. Zuckerteilchen bleiben dagegen als ganze Teilchen erhalten. Unsichtbare Teilchen sind nicht verschwunden. Beim bloßen Lösen muss kein neuer Stoff entstehen.
Definition
Löslichkeit
Die Löslichkeit gibt an, wie viel von einem bestimmten Stoff sich in einer bestimmten Menge Lösungsmittel auf Dauer lösen kann. Dazu gehören Angaben zu Stoff, Lösungsmittel, Temperatur und Druck. Ist die Grenze erreicht, heißt die Lösung gesättigt.
Beispiel
- 1Öl und Wasser bilden nach dem Schütteln wieder getrennte Schichten.
- 2Das zeigt, dass die beiden Stoffe unter diesen Bedingungen nur begrenzt miteinander mischbar sind.
- 3Dagegen ergibt eine passende Menge Zucker in Wasser eine gleichmäßige Lösung: Die gelösten Teilchen sind verteilt, auch wenn du sie nicht mehr siehst.
Merke: Ob sich ein Stoff gut löst, hängt vom Stoff und von der Flüssigkeit ab. Ihre Teilchen müssen zueinander passen.
Teste dich
Bei gleichen Bedingungen kann sich in einer bestimmten Menge Lösungsmittel nur eine begrenzte Menge eines Stoffes lösen. Ungesättigt bedeutet: Mehr kann sich noch lösen. Gesättigt bedeutet: Die Grenze ist erreicht. Übersättigt bedeutet: Vorübergehend ist mehr gelöst, als bei diesen Bedingungen auf Dauer gelöst bleiben kann. Ein kleiner Kristall kann dann die Kristallbildung starten.
Liegt neben einer gesättigten Lösung noch ungelöster Stoff, gehen an seiner Oberfläche in derselben Zeit genauso viele Teilchen in Lösung, wie sich wieder anlagern. Die gelöste Menge bleibt dadurch gleich. Das heißt Gleichgewicht. Ein Bodensatz kann auf Sättigung hinweisen, wenn genug Zeit vergangen ist. Er kann aber auch auftreten, weil ein Stoff sich sehr langsam löst.
Definition
Sättigungszustände
Ungesättigt: Weiterer Stoff kann sich lösen. Gesättigt: Die Löslichkeitsgrenze ist bei den genannten Bedingungen erreicht. Übersättigt: Vorübergehend bleibt mehr gelöst, als auf Dauer möglich ist; ein kleiner Kristall kann die Kristallbildung auslösen.
Beispiel
- 1Eine bei höherer Temperatur gesättigte Lösung wird ruhig abgekühlt.
- 2Kann bei Kälte weniger gelöst bleiben, kann zunächst eine übersättigte Lösung entstehen.
- 3Wenn Kristalle entstehen, scheidet sich Stoff ab, bis wieder eine gesättigte Lösung vorliegt.
Teste dich
Wie viel sich lösen kann, hängt vom Stoff, von der Flüssigkeit und von den Bedingungen ab. Kochsalz löst sich gut in Wasser, Öl dagegen kaum. Die Faustregel „Ähnliches löst sich eher in Ähnlichem“ hilft bei einer ersten Vermutung. Teilchen mit ungleich verteilter elektrischer Ladung passen oft gut zu Wasser. Doch die Regel hat Ausnahmen. Auch die Größe der kleinsten Stoffteilchen kann wichtig sein. Bei manchen Stoffen zählt außerdem, wie sauer die Flüssigkeit ist. Nur Messwerte für das Stoffpaar geben eine verlässliche Antwort.
Bei vielen festen Stoffen löst sich in warmem Wasser mehr als in kaltem. Bei manchen ist es umgekehrt. Gase bleiben in warmen Flüssigkeiten häufig schlechter gelöst. Für Gase zählt auch der Druck des jeweiligen Gases über der Flüssigkeit: Bei gleicher Temperatur kann mehr davon gelöst bleiben, wenn dieser Druck steigt. Das gilt gewöhnlich für wenig gelöstes Gas. Mehr Druck durch ein anderes Gas bewirkt das nicht. Bei sehr hohem Druck oder wenn Stoffe miteinander reagieren, reicht diese einfache Regel nicht. Für feste und flüssige Stoffe hat Druck unter gewöhnlichen Bedingungen meist weniger Einfluss.
Lösungsgeschwindigkeit sagt, wie schnell sich ein Stoff löst. Rühren bringt frisches Wasser an den Stoff, Zerkleinern vergrößert die Oberfläche. Beides kann das Lösen beschleunigen. Bei sonst gleichen Bedingungen erhöhen sie gewöhnlich nicht die Menge, die am Ende gelöst bleiben kann. Erwärmen kann das Tempo und, je nach Stoff, auch diese Menge ändern. Vergleiche darum nur Angaben unter denselben Bedingungen.
Beispiel
- 1Zwei gleich große Zuckermengen kommen in gleich viel Wasser bei gleicher Temperatur.
- 2Die fein gemahlene Probe wird gerührt, die andere besteht aus groben Kristallen und bleibt stehen.
- 3Die erste Probe löst sich schneller.
- 4Bei gleichem Zucker, gleich viel Wasser und gleicher Temperatur bleibt die größte lösbare Menge gleich, auch wenn sich die erste Probe schneller löst.
Teste dich
Eine Zahl allein reicht nicht. Frage, auf welche Menge Lösungsmittel sie sich bezieht. Eine Lösung kann bereits gelösten Stoff enthalten und dennoch ungesättigt sein. Verwechsle die Löslichkeit nicht mit der Konzentration und nicht mit der Dichte. Die Konzentration sagt, wie viel gelöster Stoff in einer bestimmten Menge fertiger Lösung steckt. Bei gleich viel Zuckerwasser bedeutet mehr Zucker eine höhere Konzentration. Sie kann unter der Löslichkeitsgrenze liegen. Die Dichte sagt, wie viel Masse ein bestimmtes Volumen hat. Zwei gleich große, gleich voll gefüllte Becher zeigen: Der Inhalt mit höherer Dichte wiegt mehr. Tabellenwerte gelten nur bei den genannten Bedingungen. Unbekannte Stoffe werden nicht gekostet. Im Unterricht arbeitest du nur mit gekennzeichneten Stoffen, mit der vorgesehenen Schutzausrüstung und nach Anweisung.
Beispiel
- 1Ein Übungsdatenblatt gibt bei festgelegten Bedingungen eine Löslichkeit von 20 g Stoff pro 100 g Wasser an. Für 75 g Wasser nimmst du drei Viertel davon:
- 275 g Wasser sind drei Viertel von 100 g Wasser. Drei Viertel von 20 g Stoff sind 15 g.
- 3Unter den angegebenen Bedingungen können höchstens 15 g dieses Stoffes in 75 g Wasser gelöst bleiben. Werden 18 g zugegeben und das Gleichgewicht stellt sich ein, bleiben 3 g ungelöst – sofern keine Übersättigung bestehen bleibt und dabei kein neuer Stoff entsteht.
Beispiel: Prüfe immer
- 1Welcher Stoff und welches Lösungsmittel sind gemeint?
- 2Bezieht sich die Angabe auf die Masse des Lösungsmittels oder der gesamten Lösung?
- 3Welche Einheit wird verwendet?
- 4Bei welcher Temperatur und welchem Druck gilt der Wert?
Teste dich
Alles auf einen Blick
Löslichkeit
Bedeutung
größtmögliche gelöste Menge in einer bestimmten Menge Lösungsmittel bei bestimmten Bedingungen
Stoffsystem
gelöster Stoff und Lösungsmittel
Zustände
ungesättigt, gesättigt, übersättigt
Einfluss
Stoffart, Temperatur und bei Gasen Druck
Tempo
Rühren und Zerkleinern beschleunigen das Lösen
Angabe
Einheit und Bezugsmenge prüfen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Eine Löslichkeitsangabe übertragen
- 1Ein Übungswert lautet: 30 g Stoff pro 100 g Wasser bei den angegebenen Bedingungen. Wie viel passt in 40 g Wasser?
- 2Das Verhältnis bleibt gleich: 30 g Stoff zu 100 g Wasser.
- 340 g Wasser sind zwei Fünftel von 100 g Wasser. Zwei Fünftel von 30 g Stoff sind 12 g.
- 4Werden mehr als 12 g Stoff zu den 40 g Wasser gegeben, bleibt der Rest ungelöst, sobald das Gleichgewicht erreicht ist – sofern kein neuer Stoff entsteht und keine Übersättigung bestehen bleibt.
Fehler finden
Wie viel löst sich in weniger Wasser? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile übernimmt die 14 g trotz halbierter Wassermasse. Die Löslichkeitsgrenze für 35 g Wasser beträgt 7 g.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine Lösung ist , wenn sich noch mehr Stoff lösen kann. Rühren kann das Lösen . Die Löslichkeit gilt nur für den genannten Stoff, das Lösungsmittel und die .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback