Chemie · Klasse 5–6 · aktualisiert
Stoff in der Chemie: Eigenschaften und Einteilung
Was ein Stoff ist, wie du ihn von Gegenstand und Stoffportion unterscheidest, an mehreren Eigenschaften erkennst und als Reinstoff oder Gemisch einordnest.
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Kurz gesagt
Ein Stoff ist in der Chemie das Material, aus dem etwas besteht, zum Beispiel Eisen, Wasser oder Kochsalz. Du erkennst ihn an mehreren typischen Eigenschaften wie Farbe, Dichte oder Siedetemperatur, nicht an seiner Form. Eine Eisenkugel und Eisenwolle bestehen aus demselben Stoff: Eisen.
Ein Stoff ist in der Chemie ein Material mit typischen, also charakteristischen Eigenschaften. Die Form eines Gegenstands allein bestimmt nicht, aus welchem Stoff er besteht. Du untersuchst deshalb Eigenschaften, ordnest Stoffe als Reinstoff oder Gemisch ein und wechselst bewusst zwischen sichtbarer Stoffebene, Teilchenmodell und chemischen Zeichen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Eisenkugel und Eisenwolle sehen sehr verschieden aus. Trotzdem können beide aus demselben Stoff bestehen: Eisen. Kugel und Wolle bezeichnen die Form, Eisen bezeichnet den Stoff.
Ein Gegenstand hat eine bestimmte Form und besteht aus einem oder mehreren Stoffen. Eine Stoffportion ist eine bestimmte Menge eines Stoffes, etwa das Wasser in einem Glas.
Masse und Volumen gehören zu einer bestimmten Stoffportion. Die Masse sagt, wie schwer die Portion ist. Das Volumen sagt, wie viel Raum sie einnimmt. Eine größere Portion desselben Stoffes hat gewöhnlich mehr Masse und braucht mehr Raum. Deshalb reichen Masse oder Volumen allein nicht aus, um die Stoffart zu bestimmen.
Definition
Stoff
Ein Stoff ist ein Material, das durch typische (charakteristische) Eigenschaften beschrieben wird. Beispiele für Stoffe sind Eisen, Wasser und Natriumchlorid, das du als Kochsalz kennst.
Beispiel: Viele Formen, ein Stoff
- 1Eisendraht, Eisenpulver, Eisenblech, Eisenkugeln und Eisenwolle haben unterschiedliche Formen.
- 2Die Form ändert die Stoffart nicht: Alle genannten Beispiele können aus Eisen bestehen.
Merke: Die Form beschreibt einen Gegenstand. Typische Stoffeigenschaften helfen dir, den Stoff zu erkennen.
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Stoffe werden durch typische Eigenschaften beschrieben. Dazu gehören zum Beispiel die Farbe, die Verformbarkeit, die elektrische Leitfähigkeit (leitet der Stoff Strom?), die Magnetisierbarkeit (wird er von einem Magneten angezogen?), die Schmelz- und Siedetemperatur, die Dichte und die Löslichkeit.
Eine einzelne Eigenschaft kann zu wenig sein. Mehrere passende Eigenschaften machen eine Zuordnung verlässlicher. Riechen und Schmecken sind keine sicheren Proben: Unbekannte Stoffe probierst du nicht. An unbekannten Stoffen riechst du nicht. Eine Geruchsprobe durch vorsichtiges Zufächeln machst du nur, wenn die Lehrkraft es ausdrücklich erlaubt.
Auch die Löslichkeit ist eine Stoffeigenschaft. Sie gibt an, wie viel Gramm eines Stoffes sich höchstens in 100 g eines bestimmten Lösungsmittels lösen, bei einer bestimmten Temperatur. Deshalb musst du bei einer Löslichkeitsangabe das Lösungsmittel nennen, zum Beispiel Wasser.
Definition
Dichte
Die Dichte sagt, wie schwer ein Stoff im Vergleich zu seinem Volumen ist. Du teilst dafür die Masse einer Stoffportion durch ihr Volumen. Eine typische Einheit ist g/cm³, also Gramm pro Kubikzentimeter. Die Dichte hängt auch von Temperatur und Druck ab, besonders bei Gasen.
Beispiel: Die Dichte einer Probe berechnen
- 1Eine Probe hat eine Masse von 39,5 g und ein Volumen von 5 cm³.
- 2Für die Dichte teilst du die Masse durch das Volumen. Die Einheiten schreibst du mit:
- 339,5 g : 5 cm³ = 7,9 g/cm³
- 4Das Ergebnis beschreibt nicht bloß die Größe der Portion. Zusammen mit weiteren Eigenschaften kann es helfen, den Stoff zu erkennen.
Teste dich
Chemisch werden Stoffe in Reinstoffe und Stoffgemische eingeteilt.
Reinstoffe können elementare Stoffe oder chemische Verbindungen sein. Ein elementarer Stoff wie Eisen oder Sauerstoff lässt sich auch durch eine chemische Reaktion nicht in andere Stoffe zerlegen. Eine chemische Verbindung wie Wasser oder Natriumchlorid lässt sich nur durch eine chemische Reaktion in andere Reinstoffe zerlegen. So lässt sich Wasser mit elektrischem Strom in die elementaren Stoffe Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen. Mit physikalischen Trennverfahren, also ohne chemische Reaktion, zum Beispiel durch Sieben, Filtrieren oder Destillieren, kannst du einen Reinstoff nicht in andere Stoffe zerlegen.
Welches Trennverfahren zu einem Gemisch passt, hängt davon ab, in welcher Eigenschaft sich seine Bestandteile unterscheiden. Verschieden große Körner trennst du durch Sieben. Flüssigkeiten mit verschiedenen Siedetemperaturen trennst du durch Destillieren. Andere Verfahren nutzen Unterschiede in der Dichte oder der Löslichkeit.
Im naturwissenschaftlichen Sprachgebrauch ist „Stoff“ der Oberbegriff für Reinstoffe und Gemische. In den Gesetzen der EU über Chemikalien wird „Stoff“ enger verwendet: Gemeint ist ein Element oder eine Verbindung, einschließlich Resten aus der Herstellung und Zusätzen, die den Stoff haltbar machen. Ein „Gemisch“ ist dort eine eigene Gruppe.
Definition
Reinstoff
Ein Reinstoff ist nicht mit anderen Stoffen vermischt. Er hat unter festgelegten Bedingungen typische messbare Eigenschaften, zum Beispiel eine feste Siedetemperatur.
Definition
Stoffgemisch
Ein Stoffgemisch besteht aus mehreren Reinstoffen. Seine Bestandteile können mithilfe unterschiedlicher physikalischer Eigenschaften getrennt werden.
| Stoff | Einordnung | Begründung |
|---|---|---|
| Eisen | Reinstoff, elementarer Stoff | lässt sich nicht in andere Stoffe zerlegen |
| reines Wasser | Reinstoff, Verbindung | lässt sich nur durch eine chemische Reaktion zerlegen |
| Salzwasser | Stoffgemisch | Beim Eindampfen bleibt das Salz zurück, das Wasser verdampft. |
Teste dich
Chemische Sachverhalte kannst du auf drei Ebenen beschreiben. Auf der Stoffebene beschreibst du, was du siehst oder misst. Auf der Teilchenebene erklärst du es mit einem Teilchenmodell. Auf der Symbolebene schreibst du es mit chemischen Zeichen auf, zum Beispiel Fe für Eisen. Wer die Ebenen klar trennt, verwechselt Beobachtung, Modell und Schreibweise nicht.
Das Teilchenmodell hilft auch beim Einordnen: Im einfachen Teilchenmodell hat ein Reinstoff nur eine Teilchensorte, ein Gemisch enthält mehrere Teilchensorten. Das Kugelbild ist aber ein Modell, nicht die Wirklichkeit selbst. Es kann zum Beispiel Abstände oder Anordnungen zeigen. Eine einfache Kugel zeigt jedoch nicht alle Eigenschaften eines echten Teilchens.
Bei einer chemischen Reaktion entstehen aus Ausgangsstoffen neue Stoffe. Die Ausgangsstoffe heißen auch Edukte, die neuen Stoffe Produkte. Im Teilchenmodell werden dabei die Atome, also winzige Bausteine der Stoffe, neu angeordnet. Auf der Symbolebene schreibst du den Vorgang als Wortgleichung mit den Stoffnamen auf, zum Beispiel beim Zerlegen von Wasser mit elektrischem Strom: Wasser → Wasserstoff + Sauerstoff. In höheren Klassen schreibst du auch Reaktionsgleichungen mit Formeln.
Eine Änderung der Form oder des Aggregatzustands (fest, flüssig oder gasförmig) ist dagegen nicht automatisch eine chemische Reaktion. Wenn Wasser gefriert oder siedet, bleibt es der Stoff Wasser. Farbänderung, Gasentwicklung oder Erwärmung können Hinweise auf eine chemische Reaktion sein. Ein einzelnes sichtbares Zeichen genügt aber nicht in jedem Fall. Entscheidend ist, ob neue Stoffe mit neuen Eigenschaften entstanden sind.
Definition
Teilchenmodell
Das Teilchenmodell beschreibt Stoffe als aus winzigen Teilchen aufgebaut. Die Teilchen werden oft vereinfacht als Kugeln gezeichnet, um ihre Anordnung und Bewegung verständlich zu machen.
Beispiel: Ein Stück Eisen wird zu Eisenwolle geformt
- 1Stoffebene: Die Form hat sich verändert.
- 2Teilchenebene: Aus der Formänderung allein folgt keine neue Teilchensorte. Es bleiben Eisenteilchen.
- 3Symbolebene: Vorher und nachher steht das Zeichen Fe für Eisen. Du brauchst keine Wortgleichung, weil kein Stoff umgewandelt wird.
- 4Die Formänderung ist daher keine chemische Reaktion.
Merke: Beobachtungen gehören zur Stoffebene. Teilchenbilder liefern eine Erklärung mit einem Modell. Zeichen, Formeln und Reaktionsgleichungen gehören zur Symbolebene.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Stoff
Stoff
das Material, aus dem ein Gegenstand besteht
Stoffportion
Masse und Volumen hängen von der Menge ab
Erkennen
mehrere typische Eigenschaften vergleichen
Einteilung
Reinstoff oder Stoffgemisch
Ebenen
beobachten, mit Teilchen erklären, mit Zeichen darstellen
Neuer Stoff
entsteht nur bei einer chemischen Reaktion
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestehen Draht und Blech aus demselben Stoff?
- 1Aufgabe: Ein rotbrauner Draht hat eine Masse von 17,92 g und ein Volumen von 2 cm³. Ein rotbraunes Blech hat 44,8 g und 5 cm³. Können beide aus demselben Stoff bestehen?
- 2Form: Draht und Blech sind verschiedene Gegenstände. Die Form entscheidet nichts über den Stoff.
- 3Masse und Volumen: Sie sind verschieden, weil die Portionen verschieden groß sind.
- 4Dichte des Drahts: 17,92 g : 2 cm³ = 8,96 g/cm³
- 5Dichte des Blechs: 44,8 g : 5 cm³ = 8,96 g/cm³
- 6Weitere Eigenschaften: Beide glänzen rotbraun und leiten den elektrischen Strom.
- 7Ergebnis: Dichte, Farbe und Leitfähigkeit stimmen überein. Beide Proben können aus demselben Stoff bestehen. Die Werte passen zu Kupfer, das bei 20 °C eine Dichte von 8,96 g/cm³ hat.
Fehler finden
Wird Knete durch Rollen ein neuer Stoff? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile ist falsch: Eine neue Form macht keinen neuen Stoff. Richtig ist: „Die Form hat sich geändert, der Stoff ist weiterhin Knete.“
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Form eines Gegenstands verrät die Stoffart . Masse und Volumen gehören zur . Ein Stoffgemisch trennst du mit wie Sieben oder Destillieren.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback