Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Edelgase: Eigenschaften, Atombau und Anwendungen
Entdecke, warum Edelgase selten reagieren, welche Trends ihre Stoffdaten zeigen und wofür wir sie nutzen.
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Kurz gesagt
Edelgase stehen in Gruppe 18 des Periodensystems. Ihre Außenschale ist voll besetzt: bei Helium mit zwei, bei den übrigen klassischen Edelgasen (Neon bis Radon) mit acht Elektronen. Deshalb reagieren sie meist wenig und treten gewöhnlich als einzelne Atome auf.
Edelgase stehen in Gruppe 18 des Periodensystems (traditionell 8. Hauptgruppe). Die gut untersuchten Edelgase von Helium bis Radon reagieren meist nur sehr schwach, weil ihre äußere Elektronenschale vollständig besetzt ist. Deshalb treten diese Elemente gewöhnlich als einzelne Atome auf. Auf dieser Seite untersuchst du den Zusammenhang zwischen Atombau, Eigenschaften und Anwendungen. Außerdem wertest du Stoffdaten aus und prüfst, wie weit das einfache Schalenmodell trägt.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Zur Gruppe 18 (traditionell 8. Hauptgruppe) gehören Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon, Radon und Oganesson. Ihre Elementsymbole sind He, Ne, Ar, Kr, Xe, Rn und Og.
Die gut untersuchten Edelgase von Helium bis Radon sind unter üblichen Bedingungen gasförmig, farb- und geruchlos, nicht brennbar, kaum wasserlöslich und wenig reaktionsfähig. Sie treten gewöhnlich als einzelne Atome auf.
Radon und Oganesson sind radioaktiv. Radon entsteht beim Zerfall radioaktiver Stoffe im Boden und kann in Keller, Höhlen oder Stollen gelangen. Seine radioaktiven Zerfallsprodukte gefährden die Gesundheit.
Der Name „edel“ meint geringe Reaktionsfähigkeit, nicht Wert oder völlige Reaktionsunfähigkeit.
Definition
einatomig
Ein Stoff ist einatomig, wenn seine frei vorkommenden Teilchen jeweils aus nur einem Atom bestehen. Edelgase bilden gewöhnlich keine zweiatomigen Moleküle wie viele andere gasförmige Elemente.
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Elektronen in der äußersten besetzten Schale heißen Valenzelektronen. Sie beeinflussen, wie ein Atom reagiert. Die klassischen Edelgase, also Helium bis Radon, haben alle eine voll besetzte äußere Schale. Bei Helium enthält die einzige Schale zwei Elektronen und ist damit voll. Die übrigen klassischen Edelgase haben acht Außenelektronen in ihrer vollen äußeren Schale. Eine solche Elektronenanordnung wie bei einem Edelgas, meist mit acht Außenelektronen, bei Helium mit zwei, heißt Edelgaskonfiguration. Auch Ionen anderer Elemente, etwa \ce{Na+} oder \ce{Cl-}, können sie besitzen.
Eine volle Außenschale hilft, die geringe Reaktionsneigung zu erklären. Sie garantiert aber nicht, dass jedes Teilchen mit dieser Elektronenzahl unter allen Bedingungen stabil ist. Insbesondere Xenon und Krypton können unter geeigneten Bedingungen Verbindungen bilden.
Merke: Eine vollständig besetzte Außenschale erklärt, warum Edelgasatome nur eine geringe Tendenz haben, Elektronen aufzunehmen, abzugeben oder für Bindungen gemeinsam zu nutzen.
Beispiel: Damit hängen zwei Beobachtungen zusammen
- 1Edelgase reagieren nur selten.
- 2Sie treten gewöhnlich als einzelne Atome auf.
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Die Tabelle vergleicht die gut untersuchten Edelgase von Helium bis Radon. Die Dichten gelten bei etwa 273 K (0 °C). In diesen Daten nehmen die Dichte und die Siedetemperatur nach unten zu; die Siedetemperaturen bleiben dabei unter 0 °C. Auch die Schmelztemperaturen steigen im Allgemeinen. Die Reaktionsfähigkeit bleibt gering, ist bei den schwereren klassischen Edelgasen aber höher. Vor allem Xenon und auch Krypton bilden bekannte Verbindungen.
Die Luft enthält insgesamt ungefähr ein Prozent Edelgase. Argon hat mit etwa 0,93 bis 0,934 Volumenprozent der Luft den größten Anteil; Neon, Krypton und Xenon sind seltener. Viele Edelgase gewinnt man aus verflüssigter Luft durch fraktionierte Destillation: Beim schrittweisen Erwärmen trennt man Stoffe mit verschiedenen Siedetemperaturen.
Helium gewinnt man überwiegend aus heliumhaltigem Erdgas. Kühlt man ein solches Gemisch auf etwa −205 °C, bleibt Helium wegen seiner besonders niedrigen Siedetemperatur gasförmig, während andere Bestandteile bereits flüssig sind.
| Edelgas | Dichte bei etwa 273 K (0 °C) und 1013 hPa in kg/m³ | Siedetemperatur bei etwa 1013 hPa |
|---|---|---|
| Helium | 0,1785 | −268,9 °C |
| Neon | 0,8999 | −246,0 °C |
| Argon | 1,784 | −185,8 °C |
| Krypton | 3,749 | −153,4 °C |
| Xenon | 5,9 | −108,1 °C |
| Radon | 9,73 | −61,7 °C |
Beispiel: Dichtevergleich bei Ballons
- 1Bei etwa 273 K (0 °C) und 1013 hPa ist für Luft eine Dichte von 1{,}293\,\mathrm{g/L} gegeben. Da 1\,\mathrm{g/L}=1\,\mathrm{kg/m^3} gilt, können wir die Zahlen direkt vergleichen.
- 2Neon: 0{,}8999 < 1{,}293 — Neon ist weniger dicht als Luft.
- 3Xenon: 5{,}9 > 1{,}293 — Xenon ist dichter als Luft.
- 4Bei gleich großen, idealisierten Ballons und ohne Berücksichtigung der Ballonhülle würde der Neonballon steigen, der Xenonballon dagegen sinken. Bei einem echten Ballon muss zusätzlich die Masse der Hülle getragen werden.
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Edelgase eignen sich dort, wo unerwünschte Reaktionen verhindert werden sollen. Argon hält beim Schweißen Luft vom heißen Metall fern. In einer Gasentladungsröhre regt elektrische Energie Gasatome an. Wenn sie in einen energieärmeren Zustand zurückkehren, senden sie Licht aus. Nicht jede umgangssprachliche „Neonröhre“ enthält wirklich Neon.
Sicherheit: Atme Helium oder andere reine Gase nicht absichtlich aus Ballons oder Druckbehältern ein. Dabei kann Sauerstoff verdrängt werden; das ist lebensgefährlich. Radon und seine Zerfallsprodukte sind radioaktiv.
„Reaktionsträge“ heißt nicht „reagiert niemals“. Unter geeigneten Bedingungen entstehen etwa Xenonfluoride wie \ce{XeF4} und \ce{XeF6} sowie Kryptondifluorid \ce{KrF2}. Auch Xenonoxide sind bekannt. Viele dieser Verbindungen sind reaktionsfreudiger oder weniger stabil als die elementaren Edelgase.
| Anwendung | Edelgas | Passende Eigenschaft |
|---|---|---|
| Ballons | Helium | geringe Dichte und nicht brennbar |
| Leuchtröhren | Neon | charakteristische Lichtemission bei elektrischer Anregung |
| Schweißen | Argon | hält als reaktionsträges Schutzgas Luft vom heißen Metall fern |
| Lampenfüllungen | Argon oder Krypton | vermindert unerwünschte Reaktionen am heißen Bauteil |
| Tieftemperaturkühlung | Helium | außergewöhnlich niedrige Siedetemperatur |
| Raumsonden-Antriebe (Ionenantriebe) | Xenon | schwere, reaktionsträge Atome, gut speicherbar |
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Alles auf einen Blick
Edelgase
Einordnung
Gruppe 18; Helium bis Radon sind meist einatomige Gase
Atombau
vollständig besetzte Außenschale; Folge: geringe Reaktivität; Ausnahme: Helium mit zwei Außenelektronen
Gruppentrends
Dichte nimmt von Helium bis Radon zu; Schmelz- und Siedetemperaturen steigen von Helium bis Radon; Reaktionsfähigkeit nimmt bei den schwereren klassischen Edelgasen zu
Gewinnung
Helium überwiegend aus Erdgas; andere Edelgase aus verflüssigter Luft
Anwendungen
Helium als Traggas und Kühlmittel; Neon in Leuchtröhren; Argon als Schutzgas
Grenzen
Xenon und Krypton bilden Verbindungen; Radon und Oganesson sind radioaktiv
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Stoffdaten für zwei Ballonfüllungen auswerten
- 1Gegeben sind die Dichten bei etwa 273 K (0 °C) und 1013 hPa: Luft 1,293 kg/m³, Helium 0,1785 kg/m³ und Argon 1,784 kg/m³.
- 2Vergleiche Helium mit Luft: 0,1785 kg/m³ < 1,293 kg/m³. Helium ist weniger dicht.
- 3Vergleiche Argon mit Luft: 1,784 kg/m³ > 1,293 kg/m³. Argon ist dichter.
- 4Bei gleich großen idealisierten Ballons ohne Hülle steigt der Heliumballon und sinkt der Argonballon. Ein echter Ballon muss zusätzlich seine Hülle tragen.
Fehler finden
Eine Aussage über Xenon prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile ist falsch: Xenon reagiert selten, kann unter geeigneten Bedingungen aber Verbindungen wie Xenonfluoride bilden.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei der fraktionierten Destillation nutzt man unterschiedliche . Helium wird überwiegend aus gewonnen. Das häufigste Edelgas der Luft ist .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback