Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Alkalimetalle: Eigenschaften und Reaktivität
Lithium bis Francium: warum Alkalimetalle nach unten reaktiver werden, wie sie mit Wasser reagieren und wie die Flammenprobe sie anzeigt.
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Kurz gesagt
Alkalimetalle sind die weichen, sehr reaktiven Metalle der 1. Hauptgruppe: Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium, Caesium und Francium. Sie besitzen ein Außenelektron, geben es leicht ab und bilden Ionen mit der Ladung 1+. Mit Wasser entstehen ein Hydroxid und Wasserstoff, zum Beispiel aus Natrium Natriumhydroxid.
Alkalimetalle sind weiche, sehr reaktionsfähige Metalle der 1. Hauptgruppe. Ihr einzelnes Außenelektron erklärt, warum sie meist einfach positiv geladene Ionen bilden und warum ihre Reaktivität innerhalb der Gruppe von oben nach unten im Allgemeinen zunimmt.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Zu den Alkalimetallen gehören Lithium (Li), Natrium (Na), Kalium (K), Rubidium (Rb), Caesium (Cs) und Francium (Fr). Sie stehen in der 1. Hauptgruppe des Periodensystems.
Frisch angeschnittene Alkalimetalle glänzen metallisch. Sie sind weich und lassen sich schneiden. Ihre Dichten sowie ihre Schmelz- und Siedetemperaturen sind für Metalle vergleichsweise niedrig. Caesium kann goldfarben erscheinen. Francium ist radioaktiv und sehr instabil. Deshalb spielt es in üblichen Schulbeobachtungen keine praktische Rolle.
Alkalimetalle reagieren leicht mit Wasser, Sauerstoff und Halogenen. In der Natur findet man sie daher nicht als reine Metalle, sondern gebunden in Verbindungen. Kochsalz enthält beispielsweise Natrium-Ionen, aber kein elementares Natrium.
Definition
Alkalimetall
Ein Alkalimetall ist ein Metall der 1. Hauptgruppe mit einem Außenelektron. Wasserstoff steht zwar ebenfalls in dieser Gruppe, zählt aber nicht zu den Alkalimetallen: Er ist bei Raumtemperatur und normalem Luftdruck gasförmig und besitzt keine typischen Metalleigenschaften.
Merke: Ein Element in einer Verbindung besitzt andere Eigenschaften als der reine Elementarstoff. Natrium-Ionen im Mineralwasser reagieren nicht wie metallisches Natrium.
Teste dich
Jedes Alkalimetallatom besitzt genau ein Außenelektron, auch Valenzelektron genannt. Gibt das Atom dieses Elektron ab, entsteht ein einfach positiv geladenes Ion:
\ce{M -> M+ + e-}
Dabei steht M für ein beliebiges Alkalimetallatom und e⁻ für das abgegebene Elektron. Aus einem Natriumatom wird so das Ion \ce{Na+}.
Von Lithium zu Caesium kommen weitere Elektronenschalen hinzu. Dadurch wächst der Abstand zwischen Atomkern und Außenelektron. Zusätzlich schirmen die inneren Elektronen die Anziehung des positiv geladenen Kerns ab. Das Außenelektron lässt sich deshalb im Allgemeinen leichter entfernen. Die dafür benötigte Ionisierungsenergie sinkt, während die Reaktivität steigt. Die Tabelle gibt sie in kJ/mol an, also für eine feste, sehr große Anzahl von Atomen: Je größer der Wert, desto schwerer lässt sich das Außenelektron entfernen. Kurz: mehr Elektronenschalen → größerer Abstand und stärkere Abschirmung → leichtere Elektronenabgabe → im Allgemeinen höhere Reaktivität.
Für einen Trend vergleichst du zuerst Daten, beschreibst dann das Muster und begründest es anschließend mit einem Modell. Beobachtung und Erklärung sind zwei verschiedene Schritte. Halte dabei drei Ebenen auseinander: Daten oder Beobachtung, Gruppentrend und Erklärung durch den Atombau. Die Tabelle nennt dafür die Ionisierungsenergie und die Reaktion mit Wasser.
Die Regel beschreibt einen Gruppentrend, keine ausnahmslose Zahlenfolge. Übertrage Trends deshalb nicht blind auf jede Eigenschaft. So steigt die Dichte nicht bei jedem Schritt: Natrium hat eine Dichte von 0{,}97\,\mathrm{g/cm^3}, Kalium nur 0{,}86\,\mathrm{g/cm^3}. Auch Franciums Ionisierungsenergie weicht von der einfachen Abwärtstendenz ab: Sie ist mit etwa 393 kJ/mol etwas größer als die von Caesium.
| Element | Ionisierungsenergie in kJ/mol | Reaktivität mit Wasser |
|---|---|---|
| Lithium | 520,22 | vergleichsweise schwach |
| Natrium | 495,85 | heftig |
| Kalium | 418,81 | kann sich entzünden |
| Rubidium | 403,03 | kann explosionsartig reagieren |
| Caesium | 375,70 | kann explosionsartig reagieren |
Beispiel: Kalium und Natrium vergleichen
- 1Ein Kaliumatom besitzt mehr besetzte Elektronenschalen als ein Natriumatom.
- 2Sein Außenelektron ist weiter vom Kern entfernt und stärker abgeschirmt.
- 3Kalium gibt dieses Elektron leichter ab und reagiert daher im Allgemeinen heftiger als Natrium.
Beispiel: Die Tabelle auswerten
- 1Beobachtung: Von Lithium zu Caesium sinkt die angegebene Ionisierungsenergie insgesamt.
- 2Deutung: Nach unten kommen Elektronenschalen hinzu. Abstand und Abschirmung nehmen zu, sodass das Außenelektron leichter abgegeben wird.
- 3Vorhersage: Rubidium sollte im Allgemeinen heftiger mit Wasser reagieren als Kalium. Die Daten und die beobachteten Reaktionen stützen diese Vorhersage.
Teste dich
Alkalimetalle reagieren mit Wasser zu einem Alkalimetallhydroxid und Wasserstoff. Für ein beliebiges Alkalimetall M gilt:
\ce{2 M + 2 H2O -> 2 MOH + H2}
Die Hydroxide lösen sich in Wasser und bilden stark basische, ätzende Lösungen. Der frei werdende Wasserstoff ist brennbar. Die Reaktion setzt außerdem viel Wärme frei.
Die Reaktion wird innerhalb der Gruppe von oben nach unten im Allgemeinen heftiger: Lithium reagiert vergleichsweise langsam, Natrium bereits heftig, Kalium kann sich entzünden, und Rubidium sowie Caesium können explosionsartig reagieren.
Alkalimetalle dürfen nicht eigenständig mit Wasser ausprobiert oder berührt werden. Solche Reaktionen führt nur die Lehrkraft im Schullabor vor; probiere sie nie selbst oder zu Hause aus. Auch eine geringe Dichte macht die Stoffe nicht ungefährlich: Lithium, Natrium und Kalium können zwar auf Wasser schwimmen, reagieren dabei aber mit ihm.
Beispiel: Natrium und Wasser
- 1Für Natrium lautet die ausgeglichene Reaktionsgleichung:
- 2\ce{2 Na + 2 H2O -> 2 NaOH + H2}
- 3Die große 2 vor einer Formel ist ein Koeffizient: Sie zählt die Teilchen. Die kleine 2 in \ce{H2O} ist ein Index: Sie zählt die Wasserstoffatome in einem Wassermolekül.
- 4Links und rechts stehen jeweils zwei Natriumatome, vier Wasserstoffatome und zwei Sauerstoffatome. Die Gleichung erfüllt damit die Erhaltung der Atome.
- 5Ein Säure-Base-Indikator wie Phenolphthalein färbt sich in der entstehenden basischen Natriumhydroxidlösung rosa. Diese Beobachtung weist auf die Hydroxidbildung hin.
Teste dich
Beim Erhitzen nehmen Elektronen Energie auf und gelangen vorübergehend in höhere Energiezustände, im Schalenmodell auf eine weiter außen liegende Schale. Man sagt: Die Elektronen werden angeregt. Beim Zurückfallen geben sie Energie als Licht ab. Die Farbe des Lichts ist für das jeweilige Alkalimetall charakteristisch.
Die Angaben zu Rubidium unterscheiden sich in ihrer genauen Farbbezeichnung. Gemeinsam ist ihnen der rote bis rotviolette Bereich.
Eine Flammenfarbe ist ein qualitativer Nachweis: Sie hilft zu erkennen, welches Element vorhanden sein könnte. Sie sagt für sich allein nicht, wie viel davon enthalten ist.
In einem Gemisch kann das kräftige Gelb von Natrium andere Farben überdecken. Das schwächere Violett von Kalium sieht man dann erst durch ein blaues Cobaltglas, das gelbes Licht herausfiltert.
| Alkalimetall | typische Flammenfarbe |
|---|---|
| Lithium | rot bis karminrot |
| Natrium | gelb bis gelborange |
| Kalium | violett |
| Rubidium | rot bis rotviolett |
| Caesium | blauviolett |
Beispiel: Eine gelbe Flamme deuten
- 1Eine untersuchte Salzprobe färbt eine nichtleuchtende Brennerflamme deutlich gelb.
- 2Das ist ein Hinweis auf Natrium.
- 3Die Probe weist dabei Natrium in einer Verbindung nach, nicht metallisches Natrium.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Alkalimetalle
Elemente
Li, Na, K, Rb, Cs und Fr mit je einem Außenelektron
Ionenbildung
Abgabe des Elektrons zu M⁺
Gruppentrend
Ionisierungsenergie sinkt, Reaktivität steigt meist
Wasserreaktion
Hydroxid und Wasserstoff entstehen
Flammenprobe
charakteristische Farben weisen Elemente nach
Sicherheit
nicht eigenständig mit Wasser untersuchen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Lithium und Wasser: Gleichung aufstellen
- 1Aufgabe: Lithium reagiert mit Wasser. Stelle die Wortgleichung und die ausgeglichene Reaktionsgleichung auf.
- 2Wortgleichung: Lithium + Wasser → Lithiumhydroxid + Wasserstoff
- 3Formeln: Lithium ist \ce{Li}, Wasser \ce{H2O} und Wasserstoff das Molekül \ce{H2}. Lithiumhydroxid \ce{LiOH} besteht aus dem Ion \ce{Li+} und dem Hydroxid-Ion \ce{OH-}; die Ladungen 1+ und 1− gleichen sich aus.
- 4Die Formeln bleiben fest. Rechts stehen zwei H-Atome im \ce{H2} und eines in jedem \ce{LiOH}. Mit zwei \ce{LiOH}, zwei \ce{H2O} und zwei \ce{Li} geht die Bilanz auf:
- 5\ce{2 Li + 2 H2O -> 2 LiOH + H2}
- 6Probe: links 2 Li, 4 H und 2 O; rechts 2 Li, 4 H und 2 O. Die Gleichung ist ausgeglichen.
Fehler finden
Caesium und Wasser ausgleichen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Die vierte Zeile ist falsch. Sie ändert die Formel des Wasserstoffs: Wasserstoff kommt als Molekül \ce{H2} vor. Richtig ist, Koeffizienten zu setzen: \ce{2 Cs + 2 H2O -> 2 CsOH + H2}.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Beim Erhitzen werden Elektronen . Eine gelbe Flamme weist auf hin, eine violette auf Kalium. Die Flammenfarbe gibt einen Hinweis darauf, Alkalimetall in der Probe enthalten ist.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback