Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Periodensystem lesen: Gruppen, Atombau und Trends
Lies Ordnungszahl, Periode und Gruppe richtig, leite daraus Atombau und typische Ionen ab und nutze die Trends im PSE mit ihren Grenzen.
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Kurz gesagt
Das Periodensystem der Elemente (PSE) ordnet alle Elemente nach steigender Ordnungszahl, der Protonenzahl. Waagerechte Reihen heißen Perioden, senkrechte Spalten Gruppen. Bei Hauptgruppenelementen nennt die Periode die Zahl der besetzten Schalen; Gruppe 1, 2 und 13 bis 18 bedeuten 1, 2 und 3 bis 8 Valenzelektronen.
Das Periodensystem der Elemente, kurz PSE, ordnet die chemischen Elemente nach steigender Ordnungszahl. Aus der Position eines Hauptgruppenelements kannst du seinen Atombau beschreiben, ähnliche Elemente erkennen und einfache chemische Eigenschaften abschätzen.
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4 Abschnitte
Jedes chemische Element besitzt eine bestimmte Anzahl an Protonen im Atomkern. Diese Protonenzahl ist die Ordnungszahl. Sie bestimmt eindeutig, um welches Element es sich handelt. Das PSE ordnet die Elemente nach steigender Ordnungszahl.
Die waagerechten Zeilen des PSE heißen Perioden, die senkrechten Spalten Gruppen. Das gebräuchliche PSE umfasst sieben Perioden und 18 Gruppen. Elemente mit ähnlicher äußerer Elektronenstruktur stehen untereinander. Deshalb ähneln sich viele Elemente derselben Gruppe in ihrem chemischen Verhalten. Die regelmäßige Wiederkehr solcher Eigenschaften heißt Periodizität.
Im Elementfeld steht neben der Ordnungszahl oft eine Atommasse. Verwechsle sie nicht mit der Massenzahl. Die Massenzahl gehört zu einem bestimmten Isotop und zählt Protonen und Neutronen zusammen. Isotope gehören zum selben Element, weil sie dieselbe Protonenzahl besitzen. Sie unterscheiden sich in ihrer Neutronenzahl. Die Ordnungszahl bleibt deshalb gleich, die Massenzahl kann verschieden sein.
Die im PSE angegebene Atommasse ist häufig ein gewichteter Mittelwert der natürlich vorkommenden Isotope. Sie ist dann nicht ganzzahlig und eignet sich nicht unmittelbar, um eine Neutronenzahl zu ermitteln.
Wenn du bei einer Aufgabe unsicher bist, gehe immer in derselben Reihenfolge vor: Lies zuerst die Ordnungszahl, bestimme dann Periode und Hauptgruppe und leite erst danach Atombau oder Eigenschaften ab.
Definition
Ordnungszahl
Die Ordnungszahl gibt die Zahl der Protonen im Atomkern an. Bei einem elektrisch neutralen Atom ist sie zugleich die Zahl der Elektronen.
Merke: Ordnungszahl bedeutet Protonenzahl. Perioden verlaufen waagerecht, Gruppen senkrecht.
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Im vereinfachten Schalenmodell gibt die Periodennummer an, wie viele Elektronenschalen eines Atoms besetzt sind. Ein Element der zweiten Periode besitzt also zwei besetzte Schalen.
Die Elektronen der äußersten besetzten Schale heißen Valenzelektronen. Sie beeinflussen besonders stark, welche Bindungen ein Atom eingeht und wie es reagiert. Bei Hauptgruppenelementen kannst du ihre Zahl aus der Gruppe ablesen, wie die Tabelle zeigt.
Die Gruppen 1, 2 und 13 bis 18 bilden die acht Hauptgruppen. In einer älteren Schreibweise heißen sie erste bis achte Hauptgruppe.
| moderne Gruppe | Zahl der Valenzelektronen |
|---|---|
| 1 | 1 |
| 2 | 2 |
| 13 | 3 |
| 14 | 4 |
| 15 | 5 |
| 16 | 6 |
| 17 | 7 |
| 18 | 8, bei Helium 2 |
Beispiel: Sauerstoff im PSE lesen
- 1Sauerstoff hat die Ordnungszahl 8 und steht in der zweiten Periode sowie in Gruppe 16.
- 2Ordnungszahl 8: Ein neutrales Sauerstoffatom besitzt 8 Protonen und 8 Elektronen.
- 3Zweite Periode: Es besitzt zwei besetzte Elektronenschalen.
- 4Gruppe 16: Es besitzt sechs Valenzelektronen.
- 5Damit hast du drei verschiedene Informationen genutzt. Die Ordnungszahl nennt die Zahl der Protonen und beim neutralen Atom der Elektronen, die Periode die Zahl besetzter Schalen und die Hauptgruppe die Zahl der Valenzelektronen.
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Atome können Elektronen abgeben oder aufnehmen. Dadurch entstehen elektrisch geladene Teilchen, die Ionen heißen. Besonders stabil ist die Elektronenanordnung der Edelgase, die Edelgaskonfiguration: acht Elektronen auf der äußersten Schale (Achterregel oder Oktettregel), bei Helium zwei. Viele Hauptgruppenelemente erreichen eine solche Elektronenanordnung, indem sie wenige Elektronen abgeben oder aufnehmen. Die Tabelle zeigt vier Gruppen.
Elektronenabgabe macht ein Teilchen positiv, Elektronenaufnahme macht es negativ. Die Gruppenzugehörigkeit hilft bei einfachen Hauptgruppenelementen, typische Ionenladungen vorherzusagen. Bei Helium ist die einzige Schale schon mit zwei Elektronen voll. Auch Lithium- und Berylliumionen erreichen diese Anordnung mit zwei Elektronen statt acht.
Definition
Ion
Ein Ion ist ein elektrisch geladenes Atom oder eine geladene Gruppe aus mehreren fest verbundenen Atomen. Gibt ein Atom Elektronen ab, entsteht ein positives Ion. Nimmt es Elektronen auf, entsteht ein negatives Ion.
| Familie | Valenzelektronen | typisches Verhalten | Ionenladung |
|---|---|---|---|
| Alkalimetalle, Gruppe 1 | 1 | geben häufig ein Elektron ab | 1+ |
| Erdalkalimetalle, Gruppe 2 | 2 | geben häufig zwei Elektronen ab | 2+ |
| Halogene, Gruppe 17 | 7 | nehmen häufig ein Elektron auf | 1− |
| Edelgase, Gruppe 18 | 8, bei Helium 2 | Edelgaskonfiguration, im Regelfall sehr reaktionsträge | keine typische Ionenladung |
Beispiel: Das typische Ion von Sauerstoff
- 1Ein Sauerstoffatom besitzt sechs Valenzelektronen. Bis zu einer Außenschale mit acht Elektronen fehlen ihm zwei.
- 2In einfachen Ionenverbindungen nimmt es daher häufig zwei Elektronen auf und bildet ein Ion mit der Ladung 2−.
- 3Man schreibt dieses Ion \ce{O^2-}: Die hochgestellte Angabe nennt die Ladung, zuerst die Zahl, dann das Vorzeichen.
- 4Das ist eine begründete Vorhersage für ein typisches Ion, keine Aussage darüber, dass Sauerstoff in jeder Verbindung als solches Ion vorkommt.
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Die Anordnung des PSE macht nicht nur einzelne Elementdaten sichtbar. Sie zeigt auch Grundtrends, mit denen du Eigenschaften vergleichen kannst. Die Tabelle fasst drei davon zusammen.
Innerhalb einer Periode wird der Atomradius nach rechts meist kleiner. Dort kommen Protonen hinzu, während die äußeren Elektronen derselben Schale zugeordnet werden. Die wachsende Kernladung zieht die Elektronen im Grundtrend stärker an. Dadurch wird der Atomradius kleiner.
Innerhalb einer Gruppe wird der Atomradius nach unten größer. Beim Schritt in eine tiefere Periode kommt eine weitere besetzte Schale hinzu. Die äußeren Elektronen sind weiter vom Kern entfernt und werden durch innere Elektronen abgeschirmt.
Die Elektronegativität zeigt im Grundtrend die entgegengesetzte Richtung: Rechts oben ist sie größer, links unten kleiner. Der Metallcharakter beschreibt, wie deutlich ein Element typische Metalleigenschaften zeigt, zum Beispiel Glanz, elektrische Leitfähigkeit und die Neigung, Elektronen abzugeben. Er nimmt dagegen nach links und nach unten zu.
Das PSE ist ein Orientierungs- und Vorhersagewerkzeug, aber kein Katalog ausnahmsloser Regeln. Periodische Trends beschreiben Grundtendenzen. Besonders bei Übergangsmetallen, schweren Elementen und einzelnen Elektronenanordnungen treten Abweichungen auf.
Auch die einfache Regel „Hauptgruppe gleich Zahl der Valenzelektronen“ gilt in dieser Form nur für die Hauptgruppenelemente. Du darfst sie nicht unverändert auf die Gruppen 3 bis 12, die Übergangsmetalle, übertragen.
Definition
Elektronegativität
Die Elektronegativität beschreibt, wie stark ein gebundenes Atom gemeinsame Elektronen anzieht.
| Richtung im PSE | Atomradius | Elektronegativität | Metallcharakter |
|---|---|---|---|
| innerhalb einer Periode nach rechts | nimmt meist ab | nimmt im Grundtrend zu | nimmt ab |
| innerhalb einer Gruppe nach unten | nimmt zu | nimmt im Grundtrend ab | nimmt zu |
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Alles auf einen Blick
Periodensystem
Ordnungszahl
Protonenzahl und beim neutralen Atom Elektronenzahl
Periode
Zahl besetzter Schalen im vereinfachten Modell
Hauptgruppe
Zahl der Valenzelektronen und ähnliche Eigenschaften
Valenzelektronen
Bindungsverhalten und typische Ionenladung
Position
Grundtrends bei Radius, Elektronegativität und Metallcharakter
Vorhersage
Orientierung mit möglichen Ausnahmen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Schwefel im PSE lesen und mit Sauerstoff vergleichen
- 1Aufgabe: Schwefel hat die Ordnungszahl 16 und steht in der dritten Periode und in Gruppe 16, direkt unter Sauerstoff. Beschreibe Atombau, typisches Ion und Größe im Vergleich zu Sauerstoff.
- 2Ordnungszahl 16: Ein neutrales Schwefelatom besitzt 16 Protonen und 16 Elektronen.
- 3Dritte Periode: Es besitzt drei besetzte Elektronenschalen.
- 4Gruppe 16: Es besitzt sechs Valenzelektronen. Bis zu einer Außenschale mit acht Elektronen fehlen zwei.
- 5Typisches Ion: In einfachen Ionenverbindungen nimmt Schwefel häufig zwei Elektronen auf und bildet \ce{S^2-}.
- 6Vergleich: Schwefel hat eine besetzte Schale mehr als Sauerstoff. Sein Atomradius ist deshalb größer, seine Elektronegativität im Grundtrend kleiner.
Fehler finden
Wie viele Neutronen hat ein Boratom? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Die vierte Zeile ist falsch. 10,81 ist ein gewichteter Mittelwert der natürlichen Bor-Isotope, und es gibt keine 5,81 Neutronen. Rechne mit der Massenzahl eines Isotops: Bor-10 hat 10 − 5 = 5 Neutronen, Bor-11 hat 11 − 5 = 6 Neutronen.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Ordnungszahl gibt die Zahl der an. Die nennt im Schalenmodell die Zahl der besetzten Schalen. Innerhalb einer Gruppe wird der Atomradius nach unten .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback