Chemie · Klasse 5–12 · aktualisiert
Chromatografie: Gemische trennen und auswerten
Entdecke, warum Bestandteile eines Gemisches verschieden weit wandern und was ein Chromatogramm wirklich aussagt.
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Kurz gesagt
Chromatografie trennt ein Gemisch mit einer bewegten und einer ruhenden Phase. Die bewegte Phase nimmt Stoffe mit; die ruhende Phase hält sie verschieden stark zurück. Flecken oder Signale zeigen die Trennung, ein passender Vergleich hilft bei der Deutung.
Bei der Chromatografie werden die Bestandteile eines Gemisches getrennt, weil sie sich unterschiedlich zwischen einer bewegten und einer unbewegten Phase verteilen. Wer stärker an der unbewegten Phase festgehalten wird, wandert langsamer. Auf dieser Seite lernst du das Trennprinzip kennen, wertest Chromatogramme aus und vergleichst wichtige Verfahren.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stell dir vor, Stoffteilchen fahren ein Stück mit und bleiben dann kurz hängen. Dieses wiederholte Wechseln trennt ein Gemisch. Die Teilchen bewegen sich dabei ständig von selbst und verteilen sich so zwischen beiden Phasen. Die mobile Phase bewegt sich und nimmt die Teilchen mit. Die stationäre Phase bleibt am Ort und hält sie unterschiedlich lange zurück.
Eine stärkere Bindung an die stationäre Phase macht einen Stoff langsamer. Entscheidend ist, wie sie sich zwischen beiden Phasen verteilen.
Definition
Mobile Phase
Die mobile Phase bewegt sich und nimmt Stoffe mit. Beim Papierbeispiel ist das Wasser die mobile Phase. Die Flüssigkeit, die im Papier aufsteigt, nennt man auch Laufmittel. In anderen Verfahren kann es eine andere Flüssigkeit oder ein Gas sein.
Merke: Haftet ein Stoff stärker an der ruhenden Phase, wandert er langsamer. Fährt er öfter mit der bewegten Phase mit, wandert er schneller.
Beispiel
- 1Stoff A haftet oft am Papier und wird deshalb nur langsam vom Wasser mitgenommen.
- 2Stoff B bleibt seltener hängen. Er wandert im gleichen Zeitraum weiter.
Teste dich
Beim Papierchromatogramm kommt zuerst eine kleine Probe auf die Startstelle. Dann steigt Wasser durch winzige Zwischenräume im Papier. Das nennt man Kapillarwirkung. In einer Säule kann die bewegte Phase schon fließen, wenn die Probe zugegeben wird. Die Bestandteile bleiben unterwegs unterschiedlich lange an der ruhenden Phase hängen. Am Ende erscheinen sie als Flecken oder als Signale in einem Diagramm. Bei einer Trennung zur Stoffgewinnung können austretende Stoffe getrennt gesammelt werden.
Das Ergebnis heißt Chromatogramm. Auf Papier oder einer dünnen Schicht entstehen Flecken. Bei einer Säule sieht man oft Ausschläge, sogenannte Peaks, in einem Diagramm. Farblose Stoffe werden mit einem geeigneten Nachweis oder Messgerät sichtbar gemacht.
Retention bedeutet: Ein Stoff wird zurückgehalten und dadurch verzögert. Bei einer Säule ist die Retentionszeit die Zeit vom Einbringen der Probe bis zum höchsten Punkt ihres Messsignals. Die Durchflusszeit gibt an, wie lange die bewegte Phase oder ein nicht zurückgehaltener Stoff durch die Säule benötigt. Elution heißt: Die bewegte Phase nimmt einen zurückgehaltenen Stoff wieder mit. Die bewegte Phase heißt dann auch Eluent; die Flüssigkeit, die aus der Säule kommt, heißt Eluat.
Verschiedene Flecken oder Signale zeigen eine Trennung. Ein Nachweis zeigt ein Merkmal. Zur Bestimmung des Stoffes brauchst du einen Vergleich mit einer bekannten Vergleichsprobe, einer Referenz, unter denselben Bedingungen. Für seine Menge brauchst du zusätzlich ein geeignetes Messverfahren; unter passenden Bedingungen kann die Fläche unter einem Peak helfen. Gleiche Fleckenlagen lassen sich nur bei gleichem Papier, gleicher bewegter Phase und weiteren gleichen Bedingungen sinnvoll vergleichen. Ein einzelner Fleck beweist keine eindeutige Stoffidentität.
Beispiel
- 1Für ein einfaches Papierbeispiel braucht es Filterpapier, einen wasservermalbaren Filzstift, Wasser und ein geeignetes Gefäß.
- 2Ein kleiner Farbfleck liegt nahe am unteren Papierrand. Das Papier steht in wenig Wasser, der Fleck bleibt oberhalb des Wassers.
- 3Wasser steigt im Papier auf. Es löst wasserlösliche Farbstoffe und trägt sie mit.
- 4Farbstoffe, die stärker am Papier haften, bleiben näher am Start. Farbstoffe, die sich gut in Wasser lösen oder schwächer am Papier haften, wandern weiter. Wasser ist hier die mobile, Papier die stationäre Phase.
- 5Mehrere Flecken zeigen: Die scheinbar einheitliche Stiftfarbe enthält mehrere Bestandteile.
Definition
Retention
Retention heißt: Ein Stoff bleibt an der ruhenden Phase hängen und wird dadurch verzögert.
Beispiel: Vom Auftrag zum Ergebnis
- 1Im Papierbeispiel wird zuerst der Farbfleck aufgetragen. In einer Säule kommt die Probe in den bereits fließenden Strom.
- 2Dann steigt Wasser im Papier auf und trägt die Farbstoffe mit. In der Säule bewegt die fließende Phase die zugegebene Probe weiter.
- 3Auf der Trennstrecke verteilen sich die Bestandteile wiederholt zwischen mobiler und stationärer Phase.
- 4Die getrennten Stoffe werden sichtbar gemacht oder mit einem Messgerät (Detektor) erfasst.
- 5Soll man die getrennten Stoffe gewinnen, kann man sie am Ausgang getrennt sammeln.
Teste dich
Die Verfahren lassen sich nach der bewegten Phase unterscheiden. Bei der Gaschromatografie trägt ein Gas verdampfbare Stoffe mit. Bei der Flüssigchromatografie übernimmt das eine Flüssigkeit.
Auch das Trennprinzip kann verschieden sein. Bei der Adsorption haften Stoffe verschieden stark an einer Oberfläche. Bei der Verteilung lösen sie sich verschieden gut in beiden Phasen. Ein Ion ist ein elektrisch geladenes Teilchen. In gelöstem Kochsalz gibt es zum Beispiel positiv geladene Natrium-Ionen und negativ geladene Chlorid-Ionen. Beim Ionenaustausch halten spezielle Materialien solche Teilchen unterschiedlich stark fest. Beim Größenausschluss gelangen kleine Teilchen in Poren, also winzige Öffnungen, und werden verzögert; große kommen schneller vorbei. Bei der Affinität bindet die ruhende Phase gezielt nur einen bestimmten Stoff, ähnlich wie ein Schlüssel nur in sein Schloss passt.
| Verfahren | Mobile Phase | Typische Bauform oder Anwendung |
|---|---|---|
| Flüssigchromatografie (LC) | Flüssigkeit | Papier, dünne Schicht oder Säule |
| Gaschromatografie (GC) | Gas | Säule oder lange, dünne Röhre |
Merke: Beim Größenausschluss kommen große Teilchen zuerst heraus: Sie passen nicht in die winzigen Poren. Kleine Teilchen nehmen Umwege durch die Poren.
Teste dich
HPLC ist ein Verfahren mit einer Flüssigkeit als bewegter Phase. Eine Pumpe drückt sie durch eine dicht gepackte Säule. Das eignet sich auch für komplexe Gemische aus Stoffen, die nicht leicht verdampfen. Der Druck sorgt für den Fluss. Getrennt werden die Stoffe, weil sie verschieden stark an der Säulenfüllung haften oder sich verschieden gut in der Flüssigkeit lösen. Bei einem weiteren Verfahren, der SFC, übernimmt meist Kohlenstoffdioxid bei passender Temperatur und hohem Druck die Rolle der bewegten Phase.
„Polar“ heißt: In den Teilchen ist die elektrische Ladung ungleich verteilt – eine Seite ist etwas positiv, die andere etwas negativ. Bei unpolaren Teilchen ist sie gleichmäßig verteilt. Bei der Normalphase ist die ruhende Phase polar, die bewegte unpolar bis mittelpolar. Bei der Umkehrphase ist es andersherum. Bleibt die Mischung der bewegten Phase gleich, heißt das isokratisch. Wird die Mischung während der Messung verändert, heißt es Gradient. So können verschieden stark zurückgehaltene Stoffe im selben Lauf herauskommen.
Fachleute beschreiben eine Säule mit gedachten Trennstufen. Teilt man ihre Länge durch die Anzahl dieser Stufen, erhält man die Trennstufenhöhe. Bei gleicher Säulenlänge weist eine kleinere Höhe auf eine bessere Trennung hin. Auch die Fließgeschwindigkeit zählt. Bei sehr langsamem Fließen breiten sich die Stoffe längs der Säule stärker aus; bei sehr schnellem Fließen kommt der Wechsel zwischen den Phasen nicht hinterher. Darum kann sowohl zu langsames als auch zu schnelles Fließen die Trennung verschlechtern.
Beispiel: Gedachte Trennstufen
- 1Die Säule ist L=300\,\mathrm{mm} lang und hat N=3000 gedachte Trennstufen. Die Trennstufenhöhe heißt H.
- 2H=L/N=300\,\mathrm{mm}/3000=0{,}1\,\mathrm{mm}
- 3Die Einheitenprüfung passt: Eine reine Anzahl teilt eine Länge, deshalb bleibt als Einheit Millimeter.
Beispiel: Vereinfachtes Zahlenmodell
- 1Zu einem Zeitpunkt sind 45 von 100 Teilchen des Stoffs A in der bewegten Phase.
- 2Im einfachen Mittelwertmodell verbringt ein A-Teilchen auch 45 von 100 Zeitabschnitten (= 45 %) dort. Es wandert dadurch mit ungefähr 45 % der Geschwindigkeit der bewegten Phase.
- 3Stoff B verbringt mehr Zeit in der bewegten Phase und wandert schneller. Das Modell beschreibt Mittelwerte, nicht jedes einzelne Teilchen.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Chromatografie
Prinzip
Die bewegte Phase nimmt Stoffe mit, die ruhende hält sie zurück.
Ergebnis
Auf Papier sieht man Flecken, bei Geräten oft Signale.
Deutung
Nur unter gleichen Bedingungen mit einer bekannten Vergleichsprobe (Referenz) vergleichen.
Verfahren
Flüssigkeit oder Gas können die bewegte Phase sein.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Zwei Farben auf Papier
- 1Im Modell liegt auf Filterpapier ein kleiner Fleck aus zwei wasserlöslichen Farbstoffen, Gelb und Blau, oberhalb des Wasserspiegels.
- 2Das Wasser steigt auf und trägt die gelösten Bestandteile mit.
- 3Gelb wandert weiter als Blau. Unter diesen Bedingungen wird Blau stärker vom Papier zurückgehalten.
- 4Die beiden Flecken zeigen eine Trennung; ihre Farbe und Lage allein beweisen keine genaue Stoffidentität.
Fehler finden
Flecken richtig deuten In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile behauptet eine sichere Identität. Gleiche Fleckenlage unter gleichen Bedingungen ist nur ein Hinweis; verschiedene Stoffe können gleich weit wandern.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei der Papierchromatografie ist das Papier die Phase. Das aufsteigende Wasser ist die Phase. Stark am Papier haftende Stoffe wandern . Die Bewegung des Wassers im Papier entsteht durch Kapillarwirkung.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback