Biologie · Klasse 7–13 · aktualisiert
Chloroplast: Aufbau und Funktion einfach erklärt
Lerne Doppelmembran, Stroma und Thylakoide kennen und ordne Lichtreaktionen, Calvin-Zyklus und Endosymbiose ein.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Ein Chloroplast ist der Ort der Fotosynthese in grünen Pflanzenzellen und vielen Algen. Seine Thylakoidmembranen nehmen Lichtenergie auf; im Stroma wird Kohlenstoffdioxid verarbeitet. Eigene DNA macht ihn nur teilweise eigenständig.
Was macht ein Chloroplast? Dieser abgegrenzte Bestandteil einer Pflanzen- oder Algenzelle ist der Ort der Fotosynthese. Dabei arbeiten zwei Bereiche zusammen: An den Thylakoidmembranen wird Lichtenergie aufgenommen und in chemisch nutzbare Energie überführt; im Stroma wird Kohlenstoffdioxid zur Bildung energiereicher Stoffe verarbeitet. Hier lernst du den typischen Bau eines Chloroplasten in einem grünen Pflanzenblatt kennen und begründest seine Funktion. Bei Algen kann der Bau abweichen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Chloroplast ist ein abgegrenzter Reaktionsraum in einer Zelle. Chloroplasten gehören zu den Plastiden; dazu zählen auch Farbstoff- und Stärkespeicher. In Pflanzen liegen Chloroplasten vor allem in grünen Geweben; auch viele Algen besitzen sie. Form, Größe und Anzahl unterscheiden sich je nach Art und Gewebe.
Eine Doppelmembran aus äußerer und innerer Hüllmembran grenzt den Chloroplasten vom Cytoplasma ab. Dazwischen liegt der Intermembranraum. Das Stroma ist die wässrige Grundsubstanz innerhalb der inneren Hüllmembran und außerhalb der Thylakoide. Es enthält Enzyme, eigene DNA, Ribosomen und häufig Stärkekörner. Enzyme ermöglichen Stoffwechselreaktionen, DNA trägt Erbinformation und Ribosomen stellen Proteine her. Thylakoide sind flache Membransäckchen im Stroma; ihr Innenraum heißt Thylakoidlumen. Ihre Membran ist von der inneren Hüllmembran zu unterscheiden. Mehrere gestapelte Thylakoide bilden ein Granum, mehrere Stapel heißen Grana. Ungestapelte Stromathylakoide verbinden Teile des Membransystems.
Definition
Kompartimentierung
Kompartimentierung bedeutet, dass Membranen getrennte Reaktionsräume schaffen. Dadurch können unterschiedliche Vorgänge gleichzeitig unter jeweils passenden Bedingungen ablaufen.
Merke: Außen grenzt die Doppelmembran ab. Innen liegen Stroma und Thylakoidsystem. Ein Granum ist kein einzelnes Thylakoid, sondern ein Stapel aus mehreren Thylakoiden.
Teste dich
In die Thylakoidmembran sind Chlorophyll, weitere Pigmente und Proteinkomplexe der lichtabhängigen Reaktionen eingebaut. Mehr Membranfläche bietet Platz für mehr dieser Komplexe. Bei sonst gleichen Bedingungen kann das eine höhere Leistung der Lichtreaktionen ermöglichen. Licht, Wasser, Kohlenstoffdioxid und die Enzymausstattung können die tatsächliche Fotosyntheseleistung aber begrenzen.
Beispiel
- 1Vergleiche zwei Chloroplasten gleicher Größe: Chloroplast A hat wenige Thylakoidmembranen, Chloroplast B ein stark ausgebildetes Thylakoidsystem.
- 2Bei sonst gleichen Bedingungen bietet Chloroplast B mehr Membranfläche. Deshalb können dort mehr photosynthetische Proteinkomplexe Platz finden. Daraus folgt eine potenziell höhere Leistung der lichtabhängigen Reaktionen. Sie ist nicht garantiert, denn auch Licht, Wasser, Kohlenstoffdioxid und die Enzymausstattung können begrenzen.
Teste dich
Fotosynthese wandelt Lichtenergie in chemische Energie um und baut aus Kohlenstoffdioxid und Wasser energiereiche Stoffe auf. Sauerstoff entsteht dabei als weiteres Produkt. Vereinfacht in Worten: Kohlenstoffdioxid + Wasser + Lichtenergie → Glucose + Sauerstoff. Die vereinfachte Nettogleichung lautet 6 CO₂ + 6 H₂O → C₆H₁₂O₆ + 6 O₂. Sie fasst viele Einzelschritte zusammen; die Stoffe werden nicht in einem einzigen Schritt direkt ineinander umgewandelt.
Zuerst absorbieren Pigmente an der Thylakoidmembran Licht. Fotosysteme und eine Elektronentransportkette helfen, ATP und NADPH bereitzustellen; bei der Spaltung von Wasser entsteht Sauerstoff. Danach wird im Stroma Kohlenstoffdioxid im Calvin-Zyklus in organische Stoffe eingebaut. Dafür werden ATP und NADPH aus den Lichtreaktionen genutzt. Es entstehen zunächst kleinere Zuckerbausteine, aus denen unter anderem Glucose gebildet werden kann.
Definition
Fotosystem
Ein Fotosystem ist ein Komplex aus Pigmenten und Proteinen in der Thylakoidmembran. Ein Lichtsammelkomplex nimmt Lichtenergie auf und überträgt sie auf Chlorophyllmoleküle im Reaktionszentrum. Dort werden Elektronen angeregt und an eine Elektronentransportkette abgegeben.
Beispiel: Du sollst zwei Vorgänge zuordnen:
- 1„Chlorophyll nimmt Lichtenergie auf.“ Das gehört zur Thylakoidmembran, weil dort die Fotosysteme sitzen.
- 2„Kohlenstoffdioxid wird im Calvin-Zyklus verarbeitet.“ Das gehört zum Stroma, weil dort die dafür nötigen Enzyme arbeiten.
- 3Die beiden Bereiche arbeiten zusammen: Ohne die bereitgestellte chemische Energie der Lichtreaktionen kann der Calvin-Zyklus nicht dauerhaft ablaufen.
Beispiel: So gehst du vor
- 1An der Thylakoidmembran absorbieren Pigmente Licht. Fotosysteme und eine Elektronentransportkette helfen, ATP als Energieträger und NADPH als Elektronenüberträger bereitzustellen. Bei der Spaltung von Wasser entsteht Sauerstoff.
- 2Im Stroma laufen die Reaktionen des Calvin-Zyklus ab. Dabei wird Kohlenstoffdioxid in organische Stoffe eingebaut. Die Reaktionen nutzen ATP und NADPH aus den Lichtreaktionen. Es entstehen zunächst kleinere Zuckerbausteine, aus denen unter anderem Glucose gebildet werden kann.
Teste dich
Chloroplasten besitzen eigene DNA und Ribosomen. Sie können einen Teil ihrer Proteine selbst herstellen und entstehen durch Teilung vorhandener Plastiden. Für viele benötigte Proteine und Stoffe sind sie jedoch auf die übrige Zelle angewiesen. Deshalb heißen sie semiautonom.
Die Endosymbiontentheorie erklärt ihre Herkunft aus einem fotosynthetisch aktiven Cyanobakterium, das von einer frühen Wirtszelle aufgenommen wurde. Doppelmembran, ringförmige DNA, bakterienähnliche Ribosomen und Teilung passen zu dieser Erklärung. Besonders aussagekräftig sind Vergleiche der Erbinformation mit Cyanobakterien. Viele Gene liegen heute im Zellkern; ihre Proteine entstehen außerhalb des Chloroplasten und werden in ihn transportiert.
Definition
Semiautonomie
Semiautonom bedeutet „teilweise eigenständig“. Chloroplasten besitzen eine eigene genetische Ausstattung, sind für viele benötigte Proteine und Stoffe aber auf die übrige Zelle angewiesen.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Chloroplast
Abgrenzung
äußere und innere Hüllmembran
Stroma
Enzyme, DNA, Ribosomen, Calvin-Zyklus
Thylakoidsystem
Chlorophyll, Fotosysteme, Lichtreaktionen
Grana
Stapel aus Thylakoiden
Funktion
Lichtenergie in chemische Energie überführen und energiereiche Stoffe aufbauen
Semiautonomie
eigene DNA und Ribosomen, aber Abhängigkeit von der Zelle
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Zwei Reaktionsräume zuordnen
- 1Du findest Chlorophyll und Fotosysteme in einer Membran im Chloroplasten.
- 2Das ist die Thylakoidmembran, an der die Lichtreaktionen ablaufen.
- 3Du findest Enzyme für den Calvin-Zyklus in der wässrigen Grundsubstanz.
- 4Das ist das Stroma, wo Kohlenstoffdioxid verarbeitet wird.
Fehler finden
Die Orte der Fotosynthese prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Der Calvin-Zyklus verarbeitet Kohlenstoffdioxid im Stroma. Das Thylakoidlumen ist der Innenraum der Thylakoide.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die trägt die Fotosysteme. Im läuft der Calvin-Zyklus. Ein besteht aus gestapelten Thylakoiden.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback