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Zunft zur Waag

Ihr Zunfthaus ist das «Zunfthaus zur Waag» am Münsterhof. In der Zunft zur Waag waren die Wollen- und Leinenweber sowie die Hutmacher und Bleicher vereinigt.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Entstehung
  2. 2. Geschichte des Zunfthauses
  3. 3. Zunftleben und Sechseläuten
  4. 4. Heutige Nutzung des Zunfthauses

Überblick und Entstehung

Die Zunft zur Waag ist eine der zwölf historischen Zünfte der Stadt Zürich in der Schweiz. Sie wurde 1336 gegründet und vereinigte Wollen- und Leinenweber sowie Hutmacher und Bleicher. Ihr Wappen zeigt in Blau eine goldene Waage mit schrägem Balken.

Das Zunfthaus zur Waag steht am Münsterhof 8. Das Haus, nach dem die Zunft benannt ist, wurde 1303 erstmals in einem Ratsurteil erwähnt. Ob der Name «zur Waag» vom Beruf des früheren Besitzers Peter Schmid als Arzt oder Apotheker stammt oder von der Marktwaage am Münsterhof, ist unsicher.

Geschichte des Zunfthauses

1315 kaufte Peter Schmid aus Biel im Oberwallis das Haus. Der Kauf hing mit der Stiftung einer Pfründe für den Maria-Magdalena-Altar im Grossmünster zusammen. Schmid hatte Beziehungen zum Chorherrenstift des Grossmünsters und zum Fraumünster. Nach seinem Tod 1334 wurde aus seinem Vermächtnis in seiner Heimatgemeinde eine Kapelle errichtet.

1385 ist erstmals die Bezeichnung «zur Waag» belegt. 22 Mitglieder der Leinenweber kauften das Haus für 108 Gulden für ihre Zunft, weil diese den Kauf selbst nicht finanzieren konnte. Nach 1405 diente das Haus als Trinkstube der Leinenweber. Nach der Fusion von 1440 zogen auch die Wollweber ein.

1630 erwarb die Waagezunft das benachbarte Haus «zum geilen Mönch» für 800 Gulden. Beide Häuser wurden 1636 abgebrochen; 1637 war an ihrer Stelle das heutige Zunfthaus zur Waag errichtet. Nach der Aufhebung der Zunftverfassung ging das Haus 1801 durch Kauf an einen Waagzünfter. Die Zunft behielt jedoch ein Rückkaufsrecht und durfte weiterhin dort tagen. 1828 kaufte sie das Haus für 19’000 Gulden zurück. Spätbarocke bauliche Veränderungen wurden später durch Renovierungen wieder rückgängig gemacht.

Zunftleben und Sechseläuten

Die Zunft hat heute rund 150 Zünfter; nur einzelne von ihnen arbeiten noch im Textilbereich. Um die Verbindung zu den ursprünglichen Handwerken zu bewahren, veranstaltet sie jährlich einen Handwerkstag. Dort können Kandidaten für die Aufnahme in die Zunft ihr Gesellenstück herstellen.

Zum Zunftleben gehören das Sechseläuten, das Martinirechenmahl, monatliche Treffen im Zunfthaus sowie regelmäßige Anlässe mit Partnerinnen. Beim Sechseläuten tragen die Zünfter Biedermeierkostüme der Hutmacher. Ein übergroßer Hut an der Spitze der Umzugsformation verweist auf dieses Handwerk. Das Weben wird durch einen Wagen mit einem hin und her schießenden Webschiffchen dargestellt, das Bleichen durch eine Wasserstampfi auf einem Wagen. Seit 2014 begleitet die Polizeimusik Zürich-Stadt die Zunft beim Umzug.

Heutige Nutzung des Zunfthauses

Seit 2023 führt der Pächter Fabian Reinhardt den Betrieb im Zunfthaus. Hochzeiten sind ein wichtiger Bereich: Das Haus ist eines von vier offiziellen Traulokalen der Stadt Zürich.

Der 2014 neugestaltete erste Stock beherbergt das öffentliche Restaurant, das traditionelle Gerichte serviert. Historische Räume wie der Zunftsaal und die kleinere Zunftstube können für private und geschäftliche Veranstaltungen gemietet werden.

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