Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Zooxanthelle
Bei den Foraminiferen ist die Symbiose fakultativ, das heißt, beide Lebewesen gedeihen prinzipiell auch ohne einander. Die riffbildenden Steinkorallen …
Inhalt5 Abschnitte
Definition und Bedeutung
Zooxanthellen sind Protisten, die als Endosymbionten im Körper anderer Lebewesen leben. Endosymbionten sind Organismen, die im Inneren eines Wirts leben. Meist handelt es sich bei Zooxanthellen um Dinoflagellaten, es können aber auch Chrysomonaden, Cryptomonaden oder Diatomeen sein.
Zooxanthellen sind besonders wichtig für tropische Korallenriffe: Alle Korallen, die am Bau dieser Riffe beteiligt sind, besitzen Zooxanthellen als Endosymbionten.
Wirte und Lebensweise
Als Wirte kommen verschiedene Tier- und Protistengruppen vor. Dazu gehören Rhizaria wie Kammerlinge beziehungsweise Foraminifera und Strahlentierchen beziehungsweise Radiolaria, außerdem Steinkorallen (Scleractinia), viele Octocorallia, sonstige Blumentiere (Anthozoa), Feuerkorallen (Millepora), Riesenmuscheln (Tridacnidae) und einige Quallenarten.
Auch Nacktkiemer (Nudibranchia), zum Beispiel Pteraeolidia ianthina, sowie Schwämme besitzen manchmal Zooxanthellen.
Nutzen der Symbiose
Die Zooxanthellen leben im Körper des Wirts und versorgen ihn mit Zucker, Stärke und anderen organischen Produkten. Sowohl der Wirt als auch die Protisten profitieren davon. Eine solche Beziehung, bei der beide Partner einen Vorteil haben, heißt Mutualismus.
Bei Foraminiferen ist diese Symbiose fakultativ. Das bedeutet, dass beide Lebewesen grundsätzlich auch ohne den jeweils anderen gedeihen können.
Korallenbleiche
Bei riffbildenden Steinkorallen tropischer Korallenriffe ist die Abhängigkeit von Zooxanthellen besonders stark. Wenn diese Korallen unter Stress ihre Zooxanthellen ausstoßen, können sie sterben. Dieses Phänomen wird Korallenbleiche genannt.
Ähnliche Fälle
Ein Sonderfall ist die Symbiose des Flecken-Querzahnmolchs (Ambystoma maculatum) mit Algen der Spezies Oophila amblystomatis aus der Gruppe Chlorococcales. Die Algen leben in den Zellen der Embryonen und in der Gelschicht des Laiches, die die Embryonen umgibt. Möglicherweise werden sie auch über die Keimbahn vertikal an die Nachkommen vererbt.
Dies gilt, wenn man Mitochondrien nicht berücksichtigt, als das einzige bekannte Beispiel für Wirbeltierzellen, die eine endosymbiontische Mikrobe beherbergen. Wenn nicht ganze Protistenzellen erhalten bleiben, sondern nur die Chloroplasten, spricht man von Kleptoplastie.