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Zentrum für Inklusionsforschung Berlin

Das Zentrum bündelt Forschungen unterschiedlicher Disziplinen zu gesellschaftlichen Diskriminierungs-, Ausgrenzungs- und Partizipationsprozessen auf lokaler, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Verständnis von Inklusion
  2. 2. Arbeitsbereiche und internationale Kooperation
  3. 3. Projekte und Dialogformate
  4. 4. Nachwuchsförderung und Organisation

Aufgabe und Verständnis von Inklusion

Das Zentrum für Inklusionsforschung Berlin (ZfIB) der Humboldt-Universität zu Berlin verbindet Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Es fördert den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren durch Veranstaltungsformate und bündelt interdisziplinäre Forschungen zu gesellschaftlichen Diskriminierungs-, Ausgrenzungs- und Partizipationsprozessen. Untersucht werden Entwicklungen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Das interdisziplinäre Zentrum wurde am 17. Januar 2018 gegründet.

Das ZfIB verwendet einen weiten Inklusionsbegriff. Er berücksichtigt unterschiedliche Differenzlinien und deren gesellschaftliche Konstruktionen, zum Beispiel Herkunft, Geschlecht, Behinderung/Befähigung und sexuelle Orientierung. Mitglieder und Kooperationspartner stammen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik innerhalb und außerhalb Berlins. Zentrumsmitglieder werden außerdem als Expertinnen für die Umsetzung von Inklusion angefragt.

Arbeitsbereiche und internationale Kooperation

Das ZfIB hat fünf interdisziplinäre Arbeitsbereiche. In ihnen bearbeiten Mitglieder gemeinsame Themen und Fragestellungen, entwickeln und führen Projekte durch, organisieren Veranstaltungen und publizieren gemeinsam. Jeder Arbeitsbereich trifft sich mindestens viermal im Jahr.

Die Arbeitsbereiche orientieren sich sowohl an Bezugsdisziplinen der Inklusionsforschung – Erziehungs-, Politik- und Rechtswissenschaften sowie Soziologie – als auch an gesellschaftlichen Dimensionen sozialer Teilhabe:

  • Arbeitsbereich I: Inklusion im Kontext sozial- und geisteswissenschaftlicher Theoriebildung
  • Arbeitsbereich II: Inklusion im Kontext rechtswissenschaftlicher und sozialphilosophischer Analysen
  • Arbeitsbereich III: Inklusion im Kontext von Bildung und Erziehung
  • Arbeitsbereich IV: Inklusion im Kontext von Arbeit und Beruf
  • Arbeitsbereich V: Inklusion im Kontext von Demokratieentwicklung

Ein Beispiel für die internationale Arbeit ist die Kooperation mit vier palästinensischen Universitäten – der Islamischen Universität Gaza, der Universität Bir Zait in Ramallah, der Universität Nablus und der al-Quds-Universität in Jerusalem – sowie mit dem palästinensischen Ministerium für Bildung in Ramallah. Ziel ist es, inklusive Bildung in der Lehrerausbildung zu stärken. Dadurch sollen Menschen mit Behinderungen in den palästinensischen Gebieten bessere Bildungschancen und mehr Teilhabe an der Gesellschaft, insbesondere am Arbeitsleben, erhalten.

Projekte und Dialogformate

Ein wesentlicher Meilenstein war die Auftaktveranstaltung im Februar 2019. Sie richtete sich an Personen und Organisationen, die sich für Inklusion und Exklusion interessieren. Die Tagung eröffnete den angestrebten mehrperspektivischen Dialog über gesellschaftliche Ausgrenzung, soziale Ungleichheit, Inklusion und Teilhabe.

Zu den aktuellen gemeinsamen Projekten gehören eine Publikation der Mitglieder des Arbeitsbereichs I sowie eine Studie des Arbeitsbereichs III. Diese untersucht, wie schulische Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention in den deutschen Bundesländern umgesetzt wird. Außerdem gibt es zahlreiche weitere Projekte in den Fachgebieten der ZfIB-Mitglieder, unter anderem zur Netzwerkbildung in der Inklusionsforschung im Kontext von Arbeit.

Nachwuchsförderung und Organisation

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein weiterer Schwerpunkt. Das Graduiertenkolleg „Inklusion – Bildung – Schule: Analysen von Prozessen gesellschaftlicher Teilhabe“ wurde in das ZfIB integriert. Zusätzlich wurde das Netzwerk Junge Wissenschaft gegründet. Es richtet sich gemeinsam mit dem Graduiertenkolleg an Wissenschaftler in allen Qualifizierungsphasen, also an Prä- und Postdocs, und bietet strukturierte Unterstützung sowie universitätsübergreifende Vernetzung. Dazu gehören beispielsweise Werkstattgespräche und Weiterbildungen. Das Netzwerk betreibt außerdem den Blog Berliner Gedanken zu Inklusion, in dem verschiedene Aspekte von Inklusion behandelt werden und Stimmen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik zu Wort kommen.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören Personen aus verschiedenen Instituten und Fakultäten der Humboldt-Universität zu Berlin sowie aus weiteren Einrichtungen, etwa dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), der Freien Universität Berlin (FU), der Technischen Universität Berlin (TU), der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB) und der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB). Eine Satzung legt fest, wer Mitglied werden kann.

Die Mitgliederversammlung wählt den Zentrumsrat. Er besteht aus dem Zentrumsdirektor und seiner Stellvertretung, dem Geschäftsführer, bis zu fünf weiteren Hochschullehrern sowie – sofern vorhanden – zwei akademischen Mitarbeitern, einem eingeschriebenen Studierenden und einem sonstigen Mitarbeiter. Der Zentrumsrat tagt zwei- bis viermal im Jahr und ist das zentrale Entscheidungsgremium. Er berät und entscheidet über grundlegende Angelegenheiten und ermöglicht den Austausch über die Aktivitäten der fünf Arbeitsbereiche; fünf Ratsmitglieder sind zugleich deren Sprecher.

Die Leitung liegt beim Zentrumsdirektor, seiner Stellvertretung und dem Geschäftsführer. Gründungsdirektorin war Vera Moser (2018–2020), seit April 2020 ist Gudrun Wansing Zentrumsdirektorin. Michael Komorek ist seit 2018 Stellvertreter. Elisabeth Plate war von 2018–2020 Geschäftsführerin, seit April 2020 ist Ellen Brodesser Geschäftsführerin. Der Zentrumsrat beruft außerdem einen Wissenschaftlichen Beirat aus Persönlichkeiten der Wissenschaft und weiterer Bereiche des öffentlichen Lebens. Der Beirat berät insbesondere zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung und zur Qualitätssicherung.

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