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Woyzeck (2013)

Woyzeck ist ein deutscher Fernsehfilm von Nuran David Calis nach dem gleichnamigen Bühnenwerk von Georg Büchner. Der Film hatte seine Premiere am 23. Januar …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Film und Einordnung
  2. 2. Handlung
  3. 3. Moderne Umsetzung
  4. 4. Kritik und Auszeichnung

Film und Einordnung

„Woyzeck“ ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2013 mit einer Länge von 90 Minuten und einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren. Regie und Drehbuch stammen von Nuran David Calis. Der Film adaptiert das gleichnamige Dramenfragment von Georg Büchner und verlegt dessen Handlung in den Berliner Ortsteil Wedding der Gegenwart.

Die Premiere fand am 23. Januar 2013 beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken statt; die Erstausstrahlung erfolgte am 14. Oktober 2013 auf Arte. Tom Schilling spielt Franz Woyzeck, Nora von Waldstätten Marie und Simon Kirsch den Tambourmajor.

Handlung

Franz Woyzeck lebt mit Marie und ihrem gemeinsamen Kind im heutigen Wedding. Er hat wenig Selbstbewusstsein und wird von seinem Hauptmann ausgenutzt und schikaniert. Woyzeck hat sein Restaurant an den Hauptmann verloren und versucht, es zurückzubekommen.

Sein geringer Sold reicht kaum für den Unterhalt der Familie. Deshalb nimmt er an einer medizinischen Studie teil: Er soll möglichst lange ohne Schlaf auskommen. Die Medikamente führen zu Wahnvorstellungen und zu einer vorübergehenden Potenzstörung. Um sein Selbstwertgefühl zu stärken, arbeitet Woyzeck zusätzlich als Schienenreiniger und als Hilfskraft in seinem früheren Café.

Durch die vielen Arbeiten vernachlässigt er Marie. Sie fühlt sich zunehmend zum Tambourmajor hingezogen, einer Berliner Kiez-Größe. Als Woyzeck sie am letzten Tag der Studie beim Betrug ertappt, eskaliert die Situation.

Moderne Umsetzung

Mit dem Film setzten 3sat und Arte ihre Reihe von Theaterverfilmungen fort. Calis hatte zuvor bereits „Frühlings Erwachen“ (2009) adaptiert. Seine Fassung überträgt Büchners Stoff in einen heutigen Berliner Kiez und stellt damit die Aktualität von Büchners Blick auf menschliche psychische Abgründe heraus.

Woyzeck wird als Angehöriger einer „deutschen Mehrheitsgesellschaft“ gezeigt, die im Wedding zur Minderheit geworden ist. Nach Calis interessiert der Film deshalb auch die deutsche Identität sowie ethnische und religiöse Konflikte. Der Wedding steht im Film stellvertretend für einen von Gangs geprägten, heruntergekommenen und gesetzlosen Kiez.

Ein wichtiges Gestaltungsmittel ist der Gegensatz zwischen der Sprache auf der Straße und Büchners poetischer Sprache in Innenräumen. Calis versteht die übernommenen Büchner-Zitate als Gegenprobe und Bezug zum Original.

Kritik und Auszeichnung

Die Kritiken fielen überwiegend positiv aus. Der Filmdienst bezeichnete den Film wegen seiner filmischen Inszenierung und der Darsteller als herausragenden Theaterfilm. Mehrere Besprechungen hoben besonders Tom Schillings Spiel hervor: Die Süddeutsche Zeitung sah darin eine überzeugende Darstellung des Schwankens zwischen Wahn und Normalität. Weitere Kritiken betonten die bedrückende Wirkung, die zeitgenössische Aktualität des Büchner-Stoffs und den Kontrast zwischen multikulturellem Straßenleben und stilisierten Szenen.

Beim Grimme-Preis 2014 erhielt „Woyzeck“ eine Nominierung in der Kategorie Fiktion.

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