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Worth H. Rodebush

... Chemie), bekannt für seine Rolle bei der Entwicklung der Theorie der Wasserstoffbrückenbindung. ... Wasserstoffbrückenbindung entwickelte (1919/20). Er …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Forschungsschwerpunkte
  2. 2. Ausbildung und akademische Laufbahn
  3. 3. Weitere Arbeiten und öffentliche Aufgaben
  4. 4. Ausgewählte Veröffentlichungen und Lebensende

Bedeutung und Forschungsschwerpunkte

Worth Huff Rodebush (24. Mai 1887–16. August 1959) war ein US-amerikanischer Chemiker auf dem Gebiet der Physikalischen Chemie. Bekannt wurde er vor allem durch seine Beteiligung an der Entwicklung des Konzepts und der Theorie der Wasserstoffbrückenbindung. Diese beschreibt eine für viele Molekülstrukturen wichtige Wechselwirkung, an der Wasserstoff beteiligt ist.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Infrarotspektroskopie, also die Untersuchung von Stoffen anhand ihrer Wechselwirkung mit infraroter Strahlung. Rodebush nutzte sie zur Aufklärung von Molekülstrukturen, insbesondere zur Bestimmung der Rolle von Wasserstoff. Wasserstoff trägt nur wenig zur Röntgenbeugung bei. Deshalb war die Infrarotspektroskopie lange Zeit die einzige Möglichkeit, seinen Anteil an einer Struktur zu untersuchen – bis Neutronenstreuungsverfahren und die Isotopenchemie entwickelt wurden.

Ausbildung und akademische Laufbahn

Rodebush stammte aus einer Farmerfamilie. Seine Eltern waren gebildet, und zu Hause standen ihm viele Bücher zur Verfügung. Seine Highschool-Ausbildung musste er selbst finanzieren; zeitweise unterbrach er sie, um als Lehrer zu arbeiten.

An der University of Kansas studierte er bei George Hamilton Cady. Dort erwarb er 1912 den Bachelor- und 1914 den Masterabschluss. Als Assistent unterrichtete er unter anderem Wendell Latimer. Mit ihm verband ihn später eine lebenslange Freundschaft. An der University of California, Berkeley, entwickelten beide 1919/20 das Konzept und die Theorie der Wasserstoffbrückenbindung.

1917 promovierte Rodebush in Berkeley. Anschließend arbeitete er zwei Jahre in der Industrie und im öffentlichen Dienst, unter anderem beim Bureau of Mines und bei der US Industrial Alcohol Company. Danach kehrte er an die Universität Berkeley zurück. 1921 wurde er Associate Professor an der University of Illinois at Urbana-Champaign, wo er Physikalische Chemie lehrte und seine Pionierarbeiten zur Infrarotspektroskopie durchführte. 1924 erhielt er eine Professur. Bis 1953 leitete er dort die Abteilung für Physikalische Chemie; anschließend konzentrierte er sich ausschließlich auf die Forschung. 1955 ging er in den Ruhestand.

Weitere Arbeiten und öffentliche Aufgaben

Rodebush untersuchte neben Wasserstoffbrückenbindungen und Infrarotspektroskopie zahlreiche weitere Themen. Dazu gehörten die quantitative Formulierung des dritten Hauptsatzes der Thermodynamik, der Dampfdruck von Metallen, die Entropie kondensierter Gase und die statistische Mechanik. Er arbeitete außerdem zur absoluten Ladung der Erdoberfläche, zur Ionisation von Elektrolyten, zu Reaktionsmechanismen in der Gasphase und zu Atomstrukturen.

Während des Zweiten Weltkriegs gehörte er dem National Defense Research Committee an. Auch nach dem Krieg wirkte er an militärischer Forschung mit, besonders an Arbeiten zu Raketentreibstoffen. Ab 1948 war er Mitglied des wissenschaftlichen Beratungsgremiums der Naval Ordnance Test Station und beriet deren Chemieabteilung.

Auch nach seiner Pensionierung setzte er seine Forschung fort. Er arbeitete am Projekt zur Wolkenphysik der Universität Chicago sowie an einem Forschungsprojekt der National Institutes of Health an der Universität Florida über Wasser in biologischen Materialien. 1938 wurde er in die National Academy of Sciences aufgenommen.

Ausgewählte Veröffentlichungen und Lebensende

Zu Rodebushs wichtigen Veröffentlichungen zählt der gemeinsam mit Wendell Latimer verfasste Aufsatz „Polarity and Ionization from the Standpoint of the Lewis Theory of Valence“ von 1919. Mit A. M. Buswell veröffentlichte er 1938 „Hydrogen Bond and Infrared Absorption“, das seine beiden zentralen Forschungsgebiete miteinander verband.

Den dritten Hauptsatz der Thermodynamik behandelte er 1924 in einem Beitrag zu H. S. Taylors „Treatise on Physical Chemistry“ und 1934 in einem Artikel im „Journal of Chemical Physics“. Zusammen mit E. F. Fiock veröffentlichte er 1925 eine Arbeit über die Messung der absoluten Ladung der Erdoberfläche. Mit seiner Frau Esther Rodebush, die ebenfalls Chemikerin war, schrieb er die Einführung „An introductory course in physical chemistry“; die zweite Auflage erschien 1938.

Rodebush war seit 1919 mit Esther Kittredge verheiratet und hatte drei Töchter. Er starb am 16. August 1959 an einem Schlaganfall, als er eine seiner Töchter in Chicago besuchte.

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