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Wortfamilie

Eine Wortfamilie, auch Wortsippe oder Lexemverband, ist eine Reihe von Wörtern, die sich um denselben Wortstamm gruppieren und ein gemeinsames lexikalisches …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Definition und sprachliche Grundlage
  2. 2. Beispiele und Wörterbücher

Definition und sprachliche Grundlage

Eine Wortfamilie, auch Wortsippe oder Lexemverband genannt, ist eine Reihe von Wörtern, die sich um denselben Wortstamm gruppieren und ein gemeinsames lexikalisches Morphem enthalten. Den Wörtern ist dasselbe Etymon, also dieselbe etymologische Wurzel, gemeinsam.

Wortfamilien können im Deutschen bis zu tausend Einzelwörter umfassen. Der etymologische Zusammenhang ist jedoch nicht immer durchsichtig. So gehören beispielsweise Herzog, Zeuge und Zucht zur Wortfamilie von ziehen, obwohl die Verwandtschaft für heutige Sprecher nicht ohne Weiteres erkennbar ist.

Meist wird die Wortfamilie als „synchrone Größe“ beschrieben. Verwandt sind demnach nur Lexeme, deren Zusammenhang aufgrund des zu einer bestimmten Zeit als gegeben vorausgesetzten Wissens einer Sprachgemeinschaft über morphologische Zusammenhänge erkennbar ist.

Beispiele und Wörterbücher

Ein Schulbeispiel für eine Wortfamilie ist die Gruppe binden, Band, Binde, Gebinde, Bund, bündeln, bündig, Verband, Verbandtasche, Entbindung und Entbindungsklinik.

Eine weitere Wortfamilie umfasst lehren, Lehrer, gelehrt, gelehrig und unbelehrbar.

Wörterbücher können teilweise oder vollständig nach Wortfamilien aufgebaut sein. Dazu zählen unter anderem das Bayerische Wörterbuch, das Schweizerische Idiotikon, der Althochdeutsche Sprachschatz, das Mittelhochdeutsche Wörterbuch, das Althochdeutsche Wörterbuch und das Deutsche Wortfamilienwörterbuch. Das Konzept entstand in der Barockzeit, blieb im 19. Jahrhundert aktuell und wurde in jüngerer Zeit wieder aufgegriffen.

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