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Winfried Eberhard
Konfessionsbildung und Stände in Böhmen. · Monarchie und Widerstand. · Das „Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas“ in Leipzig.
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Person und Bedeutung
Winfried Eberhard (* 18. März 1941 in Buchau) ist ein deutscher Historiker. Er ist vor allem für Forschungen zur Geschichte des Spätmittelalters, zur Reformation und zur Geschichte Ostmitteleuropas bekannt. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Böhmen.
Akademischer Werdegang
Eberhard war Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl Mittelalterliche Geschichte II (Spätmittelalter) der Ruhr-Universität Bochum. Dort wurde er 1974 bei Ferdinand Seibt promoviert. 1982 habilitierte er sich mit einer Arbeit zur Geschichte Böhmens für das Fach Mittelalterliche Geschichte.
Nach der Habilitation hielt er Lehrveranstaltungen an den Universitäten Bochum, Siegen, Hannover und Halle-Wittenberg. Von 1992 bis 1995 leitete er in Berlin den Forschungsschwerpunkt „Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas“. Von 1996 bis 1999 war er Gründungsdirektor des Geisteswissenschaftlichen Zentrums (GWZO) „Geschichte und Kultur des östlichen Europa“ in Leipzig; anschließend war er dort bis 2007 Direktor. Zugleich lehrte er als Professor für Geschichte Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig.
Forschungsschwerpunkte
Zu Eberhards Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte des Spätmittelalters und der Reformation. Das Spätmittelalter bezeichnet die spätere Phase des Mittelalters; die Reformation war eine religiöse Erneuerungs- und Umbruchbewegung in Europa.
Besonders wichtig ist in seiner Forschung Böhmen. Außerdem arbeitet er zu Ständeverfassungen, also politischen Ordnungen, in denen gesellschaftliche Gruppen wie Adel, Geistlichkeit oder Städte Mitwirkungsrechte hatten. Weitere Themen sind Konfessionalisierung, also die Herausbildung und Festigung religiöser Bekenntnisse, sowie Toleranz.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Eberhards Schriften zeigen seine Schwerpunkte in der böhmischen und ostmitteleuropäischen Geschichte. Wichtige Werke sind „Konfessionsbildung und Stände in Böhmen. 1478–1530“ von 1981 und „Monarchie und Widerstand. Zur ständischen Oppositionsbildung im Herrschaftssystem Ferdinands I. in Böhmen“ von 1985. Letzteres war zugleich seine Habilitationsschrift von 1982.
Weitere Beiträge behandeln unter anderem Kaiser Sigmund und das Ende der hussitischen Revolution, den Kuttenberger Religionsfrieden von 1485, den böhmischen Ständestaat vom 13. bis zum 16. Jahrhundert, Landesfreiheiten in den böhmischen Ländern sowie die hussitische Revolution in Böhmen. Als Herausgeber wirkte er unter anderem am „Handbuch der historischen Stätten. Band: Böhmen und Mähren“ von 1998 und an „Kirchliche Reformimpulse des 14./15. Jahrhunderts in Ostmitteleuropa“ von 2006 mit.