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Wilhelm Störmer
Seine Forschungsschwerpunkte waren die Landesgeschichte Süddeutschlands, die Verfassungsgeschichte, Adel, Kirche, Grundherrschaft und die Stadt im fränkischen …
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Person und Bedeutung
Wilhelm Störmer (* 13. September 1928 in Faulbach; † 16. Februar 2015 in München) war ein deutscher Historiker. Er war besonders wichtig für die Erforschung der süddeutschen Landesgeschichte, also der Geschichte einzelner Regionen, vor allem Bayerns und Frankens. Seine Arbeiten beschäftigten sich mit dem Mittelalter und mit Strukturen von Herrschaft, Gesellschaft und Kirche.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Störmer wuchs in Faulbach und München auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Wertheim legte er 1950 das Abitur ab. Von 1950 bis 1955 studierte er Geschichte, Germanistik und Geographie an den Universitäten München, Marburg und Würzburg. 1957 bestand er das Staatsexamen und wurde im selben Jahr in Würzburg promoviert. Seine Dissertation wurde von Karl Bosl betreut und behandelte die Herrschaftsentwicklung seit dem frühen Mittelalter, die politische Gliederung am Ende des Alten Reiches und die bayerische Behördenbildung im Landkreis Marktheidenfeld.
Zunächst arbeitete Störmer als Studienassessor. 1965 wurde er Assistent bei Karl Bosl am Institut für Bayerische Geschichte der Universität München. 1970/71 habilitierte er sich in München mit der Arbeit „Adelsgruppen im früh- und hochmittelalterlichen Bayern“. 1973 wurde er Universitätsdozent, 1977 außerplanmäßiger Professor. Von 1977 bis zu seiner Emeritierung 1993 war er Professor für mittlere und neuere Geschichte am Institut für Bayerische Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Forschungsschwerpunkte
Störmers Forschung konzentrierte sich auf die Landesgeschichte Süddeutschlands. Damit ist die historische Erforschung bestimmter Landschaften und politischer Räume gemeint, hier besonders des fränkischen und altbayerischen Raums. Weitere wichtige Themen waren die Verfassungsgeschichte, also die Entwicklung politischer und rechtlicher Ordnungen, sowie Adel, Kirche, Grundherrschaft und Stadtgeschichte.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Adel des frühen und hohen Mittelalters. Als grundlegend für die Forschung zum früh- und hochmittelalterlichen Adel aus bayerischen Quellen gelten seine 1972 erschienene Darstellung „Adelsgruppen im früh- und hochmittelalterlichen Bayern“ und seine 1973 veröffentlichte Arbeit „Früher Adel. Studien zur politischen Führungsschicht im fränkisch-deutschen Reich vom 8. bis 11. Jahrhundert“.
Veröffentlichungen und historische Arbeitsfelder
Störmer legte mehr als 180 Veröffentlichungen vor. Zu seinen wichtigen Monographien gehören „Marktheidenfeld“ von 1962, eine überarbeitete Fassung seiner Dissertation, „Adelsgruppen im früh- und hochmittelalterlichen Bayern“ von 1972 und „Früher Adel“ von 1973 in zwei Bänden. Mit Roland Vocke veröffentlichte er 1979 „Miltenberg. Die Ämter Amorbach und Miltenberg des Mainzer Oberstifts als Modelle geistlicher Territorialität und Herrschaftsintensivierung“.
Außerdem schrieb Störmer Werke mit breiterem Überblickscharakter, darunter „Die Baiuwaren. Von der Völkerwanderung bis Tassilo III.“ von 1999, das in der Reihe C. H. Beck Wissen erschien. Als Bearbeiter veröffentlichte er den Band „Franken von der Völkerwanderungszeit bis 1268“, eine repräsentative Quellenauswahl zur Geschichte Frankens vom 5. Jahrhundert bis zur Stauferzeit. 2008 erschien die Aufsatzsammlung „Mittelalterliche Klöster und Stifte in Bayern und Franken“.
Institutionelle Aufgaben
Neben Forschung und Lehre übernahm Störmer auch organisatorische Aufgaben in der Geschichtswissenschaft. Er leitete die Redaktion Franken des „Historischen Atlasses von Bayern“, eines wissenschaftlichen Projekts zur historischen Erfassung bayerischer Räume. Seit 1978 war er Mitglied der Gesellschaft für fränkische Geschichte.