Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Wigbertschule

Die Wigbertschule in Hünfeld ist ein Gymnasium des Landkreises Fulda, das Schüler mit Beginn der Klasse 5 aufnimmt und in neun Jahren zum Abitur führt.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Bildungsweg
  2. 2. Entwicklung der Schule
  3. 3. Unterricht und Abschlüsse
  4. 4. Einzugsbereich und Schulprofil
  5. 5. Engagement, Wettbewerbe und Theater

Profil und Bildungsweg

Die Wigbertschule ist ein Gymnasium in Hünfeld im Landkreis Fulda, Hessen. Sie nimmt Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 auf und führt nach neun Jahren zum Abitur (G9). Schulträger ist der Landkreis Fulda. Im September 2022 besuchten 903 Schülerinnen und Schüler die Schule; dort unterrichteten 84 Lehrkräfte. Die Leitung hat seit dem 1. Juli 2024 Sandra Möllers.

Die Schule wurde 1901 gegründet. Ihr Name verweist auf St. Wigbert, den ersten Abt des Klosters Fritzlar, der im achten Jahrhundert die erste Schule Hessens gegründet haben soll.

Entwicklung der Schule

Am 15. April 1901 eröffnete die Schule als „Bischöfliche Lateinschule“ im früheren Hünfelder Rathaus. Sie hatte 50 Schüler, ausschließlich Jungen, in der Sexta (Klasse 5); erster Leiter war Wigbert Sondergeld. 1907 wurde mit einer Obertertia (Klasse 9) der Ausbau auf fünf Klassen abgeschlossen. Im selben Jahr übernahm die Stadt Hünfeld die Trägerschaft; die Schule hieß nun „Städtische Lateinschule“.

1924 wurden Lateinschule und Städtische Höhere Mädchenschule unter einer Leitung und mit einem gemeinsamen Kollegium vereinigt, der Unterricht blieb jedoch in zwei Gebäuden getrennt. Nach Ostern 1939 wurde die höhere Schule zerstört und eine neue Mittelschule aufgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete die Städtische Lateinschule am 22. Oktober 1945 erneut. 1946 war sie bis zur Untersekunda (Klasse 10) ausgebaut und damit ein Progymnasium, also ein Gymnasium ohne vollständige Oberstufe.

1951 erhielt sie zum 50-jährigen Bestehen den Namen „Wigbertschule – Höhere Schule der Stadt Hünfeld“. Mit der Obersekunda (Klasse 11) begann 1954 der Ausbau der Oberstufe; 1957 legten 13 Oberprimaner erstmals ihr Abitur an der Schule ab. Seit 1972 ist der Landkreis Fulda Schulträger. Nach Umzügen 1969 und 1975 befindet sich die Schule im Schulzentrum Hünfeld. Von 2008 bis 2019 wurde das Gebäude umfassend energetisch und technisch renoviert.

Unterricht und Abschlüsse

Im G9-System ist Englisch ab Klasse 5 Pflichtfach. Ab Klasse 7 kann Französisch oder Latein gewählt werden. Ab Klasse 9 ist jeweils die andere dieser beiden Sprachen für Schülerinnen und Schüler wählbar, die bereits Französisch beziehungsweise Latein als zweite Fremdsprache belegen. Chinesisch wird ab Klasse 9 als Arbeitsgemeinschaft für alle angeboten und kann in der Einführungsphase neu beginnen und bis Q4 fortgeführt werden.

Bei ausreichenden Anmeldezahlen bietet die Schule Leistungskurse in Deutsch, Englisch, Latein, Französisch, Geschichte, Politik und Wirtschaft, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Sport an. Im Sportbereich gibt es ab Klasse 9 Wahlpflichtunterricht Sportbiologie. In der Oberstufe sind ein Leistungskurs Sport oder ein dreistündiger Sportkurs möglich; Sport kann dabei viertes oder fünftes Abiturprüfungsfach sein.

Ab Jahrgangsstufe 7 gibt es bei ausreichenden Anmeldezahlen bilingualen Unterricht und eine bilinguale Klasse. Dort werden Politik und Wirtschaft, Geschichte sowie Biologie zusätzlich auf Englisch unterrichtet; außerdem umfasst der Englischunterricht zwei Wochenstunden mehr. In der Sekundarstufe I bestehen Arbeitsgemeinschaften für Darstellendes Spiel. In der Oberstufe ist Darstellendes Spiel ein Fach, in dem eine Abiturprüfung abgelegt werden kann. Die Schule besitzt außerdem ein eigenes „Wigbert-Lied“.

Einzugsbereich und Schulprofil

Als einziges Gymnasium im Altkreis Hünfeld ist die Wigbertschule für Familien in diesem Gebiet ein wichtiger Bildungsweg von Klasse 5 bis zum Abitur. Die weiteren Gymnasien in Fulda und Bad Hersfeld (Obersberg) sind nur mit längeren Fahrten erreichbar.

Die Schule führte das achtjährige Gymnasium (G8) ein Jahr später als die übrigen Schulen des Landkreises Fulda ein. Nach der Wahlmöglichkeit des Hessischen Kultusministeriums zum Schuljahr 2013/2014 entschied sie sich früh für die Rückkehr zu G9. Alle neuen Jahrgänge werden seitdem wieder nach G9 unterrichtet; der letzte G8-Jahrgang machte 2020 Abitur.

Zu den Auszeichnungen und Netzwerken zählen MINT-freundliche Schule, die Zertifizierung zur Förderung hochbegabter Kinder, das Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“, das Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage sowie seit 2022 das Zertifikat Umweltschule. Schulpartnerschaften bestehen mit dem „Lycée de l’Élorn“ in Landerneau in Frankreich, dem „Publiczne Gimnazjum Hugo Kwiotka“ in Proskau in Polen, der „Joe Michell School“ sowie den High Schools „Granada High“ und „Livermore High“ in Livermore/Kalifornien und der „Liyang Senior High School“ in Liyang in China.

Engagement, Wettbewerbe und Theater

Schülerinnen und Schüler nehmen regelmäßig an regionalen und überregionalen Wettbewerben teil. Genannt werden Erfolge im Flag Football, Turnen, Fremdsprachenwettbewerben, Mathematik, beim IHK-Wettbewerb und bei Jugend debattiert. Beispiele sind der zweite Platz im Flag Football bei den Hessischen Schulmeisterschaften 2002 sowie 2015 der erste Platz unter den hessischen G8-Schulen beim Mathematik-Wettbewerb des Landes Hessen mit durchschnittlich 34,12 Punkten.

2007 sammelten Schülerinnen und Schüler bei einem Spendenlauf 6000 Euro für die Vinzenz-von-Paul-Schule. Das Geld wurde für therapeutische Zwecke verwendet.

Die Theaterwerkstatt besteht seit 1977 und ist die älteste Theater-AG des Landkreises Fulda. Sie wird durch einen externen Theaterpädagogen geleitet; die jetzige Leiterin ist Annika Keidel. Die AG nahm 1988 und 1999 an den Hessischen Schultheatertagen teil. Mit der Odyssee-Bearbeitung „Einsam bist du sehr alleine“ gewann das Ensemble 1999 und vertrat Hessen beim Theaterfestival Schultheater der Länder in Mühlhausen/Thüringen.

Weiterlesen