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Weltbeschäftigungskonferenz

... internationale Arbeitsteilung) fand vom 4. bis 17. Juni 1976 statt und wurde von mehr als 1000 Teilnehmern aus 121 Ländern besucht. Darunter waren …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kern und Bedeutung
  2. 2. Organisation und Teilnahme
  3. 3. Grundbedürfniskonzept
  4. 4. Wirkung
  5. 5. Spätere Beschäftigungskonferenzen

Kern und Bedeutung

Die Weltbeschäftigungskonferenz war ein internationaler Kongress, der 1976 auf Initiative der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) in Genf stattfand. Sie ist besonders wichtig, weil dort das sogenannte Grundbedürfniskonzept vorgestellt wurde. Dieses Konzept beeinflusste später die Entwicklungshilfepolitik verschiedener Länder.

Im Mittelpunkt stand die Idee, Entwicklung nicht nur als Wirtschaftswachstum zu verstehen. Stattdessen sollte der Mensch im Zentrum stehen: Entwicklungsstrategien sollten vor allem dazu beitragen, dass alle Menschen ihre grundlegenden Bedürfnisse befriedigen können.

Organisation und Teilnahme

Der Kongress wurde als Folge einer Resolution der 59. Internationalen Arbeitskonferenz der IAO aus dem Jahr 1974 organisiert. Der vollständige Name der Konferenz lautete Tripartite World Conference on Employment, Income Distribution and Social Progress and the international Division of Labour. Auf Deutsch bedeutet das: Dreigliedrige Weltkonferenz über Beschäftigung, Einkommensverteilung und sozialen Fortschritt und die internationale Arbeitsteilung.

Die Konferenz fand vom 4. bis 17. Juni 1976 statt. Mehr als 1000 Teilnehmer aus 121 Ländern nahmen daran teil. Vertreten waren Regierungen sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen. Außerdem entsandten 22 internationale Organisationen und 58 Nichtregierungsorganisationen Delegierte.

Anders als bei den üblichen jährlichen Internationalen Arbeitskonferenzen der IAO nahmen nicht nur Vertreter von Arbeitsministerien teil. Auch Ministerien für Wirtschaft und Handel, Außenpolitik und Entwicklungshilfe waren beteiligt.

Grundbedürfniskonzept

Auf der Konferenz wurde ein Konzept erarbeitet, nach dem die Befriedigung der Grundbedürfnisse aller Menschen Vorrang haben sollte. Mit Grundbedürfnissen sind elementare Bedürfnisse gemeint, die für ein menschenwürdiges Leben notwendig sind. Besonders beachtet werden sollten die Bedürfnisse der untersten Einkommensgruppen.

Als Grundbedürfnisse wurden zwei Bereiche genannt: erstens der private Verbrauch, also Ernährung, Wohnung, Kleidung und Einrichtung; zweitens Basisdienstleistungen der Gemeinschaft, also Trinkwasserversorgung, sanitäre Anlagen, Verkehrsmittel sowie Gesundheits- und Bildungseinrichtungen.

Die Konferenz beschloss dazu ein Aktionsprogramm. Nationale Strategien und Entwicklungspläne sollten als Hauptziel verfolgen, diese Grundbedürfnisse zu erfüllen. Als Ziel wurde ausgegeben, die Mindeststandards bis zum Ende des Jahrhunderts auf ein bestimmtes Niveau anzuheben.

Wirkung

Die Strategie der Grundbedürfnisbefriedigung wurde auch von der UN-Generalversammlung bekräftigt. Sie beruhte auf Ergebnissen vorlaufender und paralleler Studien der Bariloche-Stiftung, der Dag Hammarskjöld-Stiftung und der IAO.

Das Konzept ersetzte einen zuvor rein ökonomisch definierten Entwicklungsbegriff. Damit rückte nicht mehr nur wirtschaftliches Wachstum in den Vordergrund, sondern die konkrete Lebenssituation der Menschen.

Als Folge der Konferenzergebnisse definierte die Bundesregierung 1978 unter anderem die Grundbedürfnisse gemäß den Vorgaben des Aktionsprogrammes.

Spätere Beschäftigungskonferenzen

Auch andere internationale Treffen wurden als Beschäftigungskonferenzen bezeichnet. Im März 1994 fand in Detroit die erste Beschäftigungskonferenz der Industrienationen der G7 statt. Eine zweite folgte im April 1996 in Lille.

Der Verband der Personal-Dienstleister führte ebenfalls eine Welt-Beschäftigungskonferenz durch; im Jahr 2004 fand sie in Montreux statt. Am 23. Mai 2011 lud Frankreich die G20-Länder zu einer Ministerkonferenz zum Thema Beschäftigung nach Paris ein. Vom 8. bis zum 10. Oktober 2014 fand in Mailand eine EU-Beschäftigungskonferenz statt.

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