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Volkacher Sattel

Beim Volkacher Sattel (auch Volkacher Gewölbe, Sattel Volkach–Nordheim) handelt es sich um eine in Ost-Nord-Ost-Richtung verlaufende Antiklinale, …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Lage und räumliche Grenzen
  3. 3. Geologischer Aufbau und Entstehung der Mainschleife

Überblick

Der Volkacher Sattel, auch Volkacher Gewölbe oder Sattel Volkach–Nordheim genannt, ist eine in Ost-Nord-Ost-Richtung verlaufende Antiklinale. Eine Antiklinale ist eine nach oben gewölbte geologische Schichtenstruktur. Der Sattel ist von allen Seiten von Mulden umgeben und gehört zur charakteristischen Sattel-Mulden-Struktur Unterfrankens. Diese Struktur prägt die geologische Formation des bayerischen Regierungsbezirks Unterfranken. Namensgeber ist die Stadt Volkach, die selbst am Rand des Sattels liegt.

Lage und räumliche Grenzen

Der Volkacher Sattel beginnt im Norden bei Untereisenheim, einem Gemeindeteil von Eisenheim, und reicht im Süden bis Dettelbach-Neuses im Mittleren Maintal, das zu den Mainfränkischen Platten gehört. Im Osten endet das Gewölbe an der Wipfeld-Prichsenstädter Störungszone. Diese verläuft in Ost-Süd-Ost-Richtung durch das Steigerwaldvorland. Im Westen wird der Sattel durch die langgestreckte Zeller Mulde begrenzt.

Der Sattel prägt das Landschaftsschutzgebiet Volkacher Mainschleife. Durch die Umleitung des Mains bildet dieses Gebiet zugleich einen eigenständigen Naturraum innerhalb des Mittleren Maintals. Im Norden grenzt das als Mulde ausgeprägte Schweinfurter Becken, auch Schweinfurter Mulde genannt, an. Es wird durch den Verlauf der Wipfeld-Prichsenstädter Störungszone begrenzt. Im Süden geht das Gebiet in die Schwarzacher Talweitung über.

Geologischer Aufbau und Entstehung der Mainschleife

Die Sattel-Mulden-Struktur wird durch das generelle Einfallen der geologischen Formationen um zwei Grad nach Osten gekennzeichnet. Etwa alle zehn Kilometer folgt auf eine Mulde wieder ein Sattel beziehungsweise Gewölbe. Diese Formen sind flache geologische Wellen und entstanden als Spätwirkung der Alpenaufwölbung nach der Ablagerung des Muschelkalks. Sie gehen auf das variszische Grundgebirge zurück.

Die Emporwölbung des Muschelkalks auf dem Vogelsberg nördlich von Volkach-Escherndorf lenkte den Main um. Der von Norden kommende Fluss traf auf harte Gesteinsmassen und umfloss sie, wodurch er sich zunächst nach Osten wendet. Am östlichen Ende des Gewölbes kehrt sich seine Richtung nach Westen um; anschließend fließt er, vom Sattel umgelenkt, nach Süden weiter. So entstand die charakteristische Form der Volkacher Mainschleife.

Zum Volkacher Sattel gehören die Erhebungen Vogelsberg beziehungsweise Escherndorfer Berg, Köhlerberg, Glatzenberg und Mehlenberg. Sie erreichen Höhen von bis zu 293 m. Bis etwa 275 m Höhe steht Hauptmuschelkalk an. Darüber folgen Keuper, Lößlehm und stellenweise Flugsand. Die Schichtenfolge war bis in die 1970er Jahre an einigen Stellen sichtbar. Durch die Flurbereinigung für die Weinberge wurden die Gesteinsformationen verdeckt und die Bodenzusammensetzung der fruchttragenden Schichten verändert. Oberhalb der Häuser von Volkach-Köhler kann noch der Mittlere Muschelkalk als nächst tieferliegende Gesteinsschicht angenommen werden.

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