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Zeller Mulde
Bei der Zeller Mulde handelt es sich um eine nach Ost-Süd-Ost-Richtung verlaufende Synklinale, die von allen Seiten von Satteln umgeben ist.
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Überblick und Bedeutung
Die Zeller Mulde ist eine in Ost-Süd-Ost-Richtung verlaufende Synklinale. Eine Synklinale ist eine nach unten gebogene geologische Faltenstruktur. Die Mulde ist auf allen Seiten von Sätteln, also nach oben gewölbten Strukturen, umgeben und gehört zur charakteristischen Sattel-Mulden-Struktur Unterfrankens. Ihr Name stammt von der Gemeinde Zell am Main im Landkreis Würzburg, weil die Formation im Zeller Maintal besonders gut sichtbar ist.
Die Muldenlage und mehrere Brüche im Gestein bewirken, dass in Zell zahlreiche Quellen austreten. Diese Zeller Quellen sind besonders wichtig für die Trinkwasserversorgung der nahe gelegenen Stadt Würzburg.
Lage und räumliche Ausdehnung
Das Zentrum der Synklinale liegt in Waldbüttelbrunn. Die Zeller Mulde umfasst rund 110 km². Zell selbst befindet sich nördlich der Hauptstörung. Neben dieser Hauptstörung durchschneiden mehrere kleinere Brüche das Gebiet und tragen zu seinem Quellenreichtum bei. Der wichtigste dieser Brüche liegt nördlich des Hettstadterhofes.
Naturräumlich gehört das Gebiet zum Maintal von Veitshöchheim. Ausläufer der Störung reichen im Süden bis in den Würzburger Talkessel.
Geologischer Aufbau und Wasserführung
Die tektonisch verbogenen Gesteinsschichten prägen große Teile Unterfrankens, besonders das Mittlere Maintal und die Mainfränkischen Platten. Die geologischen Formationen fallen allgemein um zwei Grad nach Osten ein. Etwa alle zehn Kilometer folgt auf eine Mulde wieder ein Sattel beziehungsweise ein Gewölbe. Diese flachen geologischen Wellen entstanden nach der Ablagerung des Muschelkalks als Spätwirkung der Alpenaufwölbung und gehen auf das variszische Grundgebirge zurück.
Die Zeller Mulde besteht aus verkarsteten, also durch die lösende Wirkung von Wasser mit Hohlräumen und Spalten versehenen Schichten des Hauptmuschelkalks und des Mittleren Muschelkalks. Sie sind leicht nach Nordosten gekippt. Weil diese Schichten keine wasserstauenden Bestandteile besitzen, konnten sich darin keine größeren Grundwasserkörper bilden.
Erst im darüberliegenden Zellenkalk ermöglichen die enthaltenen Orbicularismergel das Aufstauen von Wasser. Bei Zell schneiden kleinere Verwerfungen, also Verschiebungen entlang von Brüchen im Gestein, durch diese Zellenkalke. Dadurch sinkt das Wasser in die tiefer liegenden Schaumkalkbänke ab. Anschließend tritt es an mehreren Quellen am Fuß der Zellerberge und im Norbertusheimstollen wieder zutage. Ein weiterer Teil fließt als Grundwasserbegleitstrom in Richtung Main.
Nutzung der Quellen
Die durch den Verlauf der Störungen entstandenen Quellen begründeten in Zell am Main eine besondere örtliche Wassertradition. Bis ins 19. Jahrhundert verfügten viele Einwohner über eine eigene Wasserversorgung. Das Wasser trat teilweise mit hohem Druck aus dem Gestein aus. Es speiste mehrere Brunnen und trieb vier Mühlen an.
1898 bündelten die Stadtwerke Würzburg die Quellen in einem zentralen Pumpwerk. Dafür mussten sie die Zeller „Wasserrechtler“ entschädigen. Anwohner besitzen noch heute ein Recht auf sogenanntes „Freiwasser“. Dessen Umfang richtet sich nach der Schüttung, also der Wassermenge, der Hausquellen, die beim Stollenbau zugeschüttet wurden.
Mit Stand 2023 gibt es in Zell zwölf öffentliche Brunnen. Ein von der Gemeinde unterhaltenes Wassermuseum zeigt die örtliche Geschichte der Wassernutzung. Das Bayerische Landesamt für Umwelt stuft die Karstquelle im Norbertusheim-Stollen bei Oberzell als schützenswertes Geotop ein. Sie zählt zu den ursprünglich 25 Quellen des Gebiets.