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Vision Kino
Vision Kino. deutsche Initiative zur Film- und Medienbildung in der Schule ... Medienkompetenz insbesondere die Filmkompetenz von Kindern und Jugendlichen …
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Grundidee und Aufgabe
Die Vision Kino gGmbH, in Eigenschreibweise VISION KINO, ist eine 2005 gegründete Initiative öffentlicher und privater Institutionen zur Film- und Medienbildung in der Schule. Ihr Geschäftszweck ist es, als Teil der kulturellen Jugendbildung und im Rahmen einer übergreifenden Medienkompetenz besonders die Filmkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Filmkompetenz bedeutet hier die Fähigkeit, Filme zu verstehen, einzuordnen und bewusst zu nutzen. Gleichzeitig soll Vision Kino Schülerinnen und Schüler für das Kino als Kulturort und ursprünglichen Rezeptionsort des Films sensibilisieren.
Gegründet wurde das Unternehmen auf Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, der Stiftung Deutsche Kinemathek sowie der „Kino macht Schule“ GbR. Vision Kino steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Seit dem 16. Januar 2020 ist Leopold Grün Geschäftsführer; der Dokumentarfilmer und Pädagoge übernahm Anfang 2020 die Nachfolge von Sarah Duve.
Zentrale Projekte
Ein wichtiges Projekt sind die jährlichen SchulKinoWochen, die zu unterschiedlichen Zeiten in allen 16 deutschen Bundesländern stattfinden. Schulklassen besuchen dabei ausgewählte Filme in lokalen Kinos. Diese Filme werden im Unterricht vor- und nachbereitet, damit der Kinobesuch Teil der schulischen Filmbildung wird. Vorab gibt es Fortbildungen für teilnehmende Lehrkräfte.
Die Kinowochen fanden seit 2002 zunächst in einzelnen Bundesländern statt. Seit 2006 wurden sie unter Koordinierung von Vision Kino fortgeführt; seit 2008 nehmen alle 16 deutschen Bundesländer teil. Im Projektzeitraum Herbst 2011/Frühling 2012 beteiligten sich rund 690.000 Schülerinnen und Schüler.
Außerdem stellt Vision Kino im Internet gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung über kinofenster.de pädagogisches Begleitmaterial zu aktuellen Kinofilmen bereit. Dieses Material ist für den Einsatz im Unterricht gedacht. Alle zwei Jahre initiiert das Unternehmen einen bundesweiten Kongress als Plattform für den Austausch von Akteuren der schulischen und außerschulischen Filmbildung. Gemeinsam mit dem Kinderkanal von ARD und ZDF vergibt Vision Kino jährlich den Drehbuchpreis Kindertiger für das beste verfilmte Drehbuch eines Kinderfilms; über den Gewinner entscheidet eine Kinderjury.
Materialien für den Unterricht
Vision Kino veröffentlicht regelmäßig filmpädagogische Materialien und Filmhefte. Filmpädagogisch bedeutet, dass die Materialien beim Lernen über Filme, Filmsprache und Filmkultur helfen sollen. Monatliche FilmTipps mit Altersempfehlungen informieren Lehrkräfte frühzeitig über Kinostarts, die für schulische und außerschulische Filmbildung relevant sind.
Zu den genannten Publikationen gehören unter anderem „Im falschen Film?!“, eine Unterrichts-DVD zu Fragen des Urheberrechts und zum Schutz des geistigen Eigentums, das Filmheft „Tom Sawyer“ von 2011, „Materialien zur Filmarbeit“ als Datenträger in Zusammenarbeit mit der Initiative Film + Schule NRW, Alain Bergalas „Kino als Kunst. Filmvermittlung an der Schule und anderswo“ von 2006 sowie „Inklusion und Film – Methoden, Tipps und Informationen für eine inklusive Filmbildung“ von 2013.
Organisation und Finanzierung
Vision Kino finanziert sich zu gleichen Teilen aus Mitteln des BKM, also des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und der FFA, der Filmförderungsanstalt. Im Jahr 2007 betrug der Jahresetat rund eine Million Euro.
Diese Finanzierung zeigt, dass Vision Kino sowohl kulturpolitisch als auch filmwirtschaftlich getragen wird. Der Artikel beschreibt die Initiative als gemeinsames Projekt staatlicher Stellen und privater beziehungsweise branchenbezogener Institutionen.
Träger und Gremien
Zu den Gesellschaftern gehören je ein Vertreter der FFA, der Stiftung Deutsche Kinemathek und der „Kino macht Schule“ GbR. Die „Kino macht Schule“ GbR ist eine Interessengemeinschaft der deutschen Filmwirtschaft zur Unterstützung der Filmbildung und Filmkultur. Sie besteht aus den drei nationalen Kinoverbänden HDF Kino, AG Kino – Gilde und Bundesverband kommunale Filmarbeit sowie dem Verband der Filmverleiher.
Dem Aufsichtsrat gehören ein Vertreter des BKM, ein Vertreter der FFA und ein Vertreter der „Kino macht Schule“ GbR an. Fachlich wird das Unternehmen durch einen Beirat beraten; in der Öffentlichkeit wird es durch ein Kuratorium unterstützt. Auch diese Gremien spiegeln die gemeinsame Arbeit staatlicher Vertreter und von Vertretern aus Filmbranche und Filmwirtschaft wider.
Auszeichnung
Vision Kino wurde 2008 mit dem Filmkulturpreis Mannheim-Heidelberg ausgezeichnet. Diesen Preis vergibt das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg an Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich über Jahre hinweg kontinuierlich um die Filmkultur in Deutschland verdient gemacht haben.