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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Vereinfachte Ausgangsschrift

Sie wurde 1969 entwickelt und seit 1972 erprobt. Die Schreibweise der Buchstaben wurde vereinfacht und die Formen sind den Druckbuchstaben angenähert. Übersicht …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Einsatz
  2. 2. Schreibfluss und Buchstabenverbindungen
  3. 3. Wissenschaftliche und grundsätzliche Kritik
  4. 4. Variante VA Plus

Grundidee und Einsatz

Die Vereinfachte Ausgangsschrift (VA) ist eine Lateinschrift. Sie wurde aus der 1953 eingeführten Lateinischen Ausgangsschrift (LA) entwickelt und umstrukturiert. Die Entwicklung begann 1969, seit 1972 wurde die VA erprobt. Ziel war eine leichter zu erlernende Schreibschrift, weil das Erlernen der aus der „Deutschen Normalschrift“ entwickelten LA als schwierig galt. Außerdem sollten Unstimmigkeiten der LA behoben werden. Damit entsprach die Entwicklung einer Empfehlung der Kultusministerkonferenz (KMK) von 1970.

Die VA orientiert sich neben der LA an der Druckschrift (DS). Bei ihrer Entwicklung sollten ein konsequenter und logischer Schreibfluss, die Ähnlichkeit mit der Druckschrift, eine leichte motorische Umsetzung und der Verzicht auf unnötige schmückende Formelemente berücksichtigt werden. In einigen deutschen Bundesländern können Schulen die VA neben anderen Schriften auswählen.

Schreibfluss und Buchstabenverbindungen

Bei der VA beginnen und enden fast alle Kleinbuchstaben am oberen Mittelband. Dadurch liegen die sogenannten „Haltepunkte“ immer wieder an den „Anfangspunkten“ der Buchstaben. Das soll den Schreibfluss unterstützen: Fast alle Kleinbuchstaben beginnen und enden an derselben Stelle.

Auch die Buchstabenverbindungen wurden vereinheitlicht. In der LA gibt es für denselben Buchstaben mehrere Verbindungsmöglichkeiten. Das Verbinden gilt dort zwar als schreibtechnisch einfacher, ist vom Erlernen her aber schwieriger, weil vier verschiedene Möglichkeiten vorkommen. Bei der VA werden die Verbindungen stärker standardisiert. Dadurch kann der Schreibfluss durch „ruckweise“ Übergänge gestört werden. Zugleich können Schulbuchverlage einen standardisierten Drucksatz verwenden, statt kostenintensive handgeschriebene Beispieltexte herzustellen.

Kennzeichnend ist außerdem der „Aufstrich“, auch „Bogen“ genannt, beispielsweise beim kleinen „b“. Zusammengefügt tritt er nur noch beim letzten Buchstaben des Wortes auf. Er bleibt jedoch ein wesentlicher Bestandteil jedes Buchstabens, weil er eine flüssige und einheitliche Verbindung der Buchstaben ermöglichen soll. Besonders auffällig ist das kleine „z“ mit Unterschlinge.

Die Großbuchstaben der VA unterscheiden sich von denen der LA. Bei ihrer Gestaltung wurde die Druckschrift berücksichtigt, weil Schülerinnen und Schüler diese zuerst erlernen.

Wissenschaftliche und grundsätzliche Kritik

Der Erziehungswissenschaftler Wilhelm Topsch wies 1996 darauf hin, dass es für die Einführung der VA in den 1970er Jahren keine anderen wissenschaftlichen Gutachten als die des Erfinders Heinrich Grünewald gegeben habe. Nach Topsch sei diese Studie voller Fehler, widersprüchlicher Daten und unbewiesener Behauptungen. Außerdem habe die Gruppe mit vereinfachter Ausgangsschrift einen Mädchenanteil von 56 % gehabt, während der Anteil in der Vergleichsgruppe mit lateinischer Ausgangsschrift nur 44 % betragen habe.

Eine weitere Studie der Regensburger Wissenschaftlerin Sigrun Richter aus dem Jahr 1997 konnte keinen Vorteil der VA feststellen.

Kritisiert wurde außerdem grundsätzlich, ob eine Ausgangsschrift mit flüssig miteinander verbundenen Buchstaben sinnvoll ist. Schülerinnen und Schüler müssten dadurch deutlich mehr Zeichen erlernen. Ulrich Hecker, stellvertretender Vorsitzender des Grundschulverbandes, bezeichnete „all die Schnörkel und Schwünge“ als „historisch überholt“. Die vom Grundschulverband bis 2011 entwickelte, an Druckbuchstaben angelehnte Grundschrift soll deshalb keine Normschrift sein und den Schülerinnen und Schülern mehr Freiheiten auf dem Weg zur eigenen Handschrift lassen.

Variante VA Plus

Die „VA Plus“ ist eine optimierte Variante der Vereinfachten Ausgangsschrift. Sie gehört seit 2014 fest zum bayerischen Lehrplan Plus. Von der VA unterscheidet sie sich bei der Schreibweise der Kleinbuchstaben e, s, ß, t und z. Damit wurden zentrale Kritikpunkte an der VA abgeschwächt: das Köpfchen-e, der Aufstrich beim t, das Schleifen-s und das z mit Unterlänge.

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