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Uwe Nestmann
Uwe Nestmann (* 1967 in Coburg) ist ein deutscher Informatiker und Hochschullehrer. Inhaltsverzeichnis. 1 Werdegang; 2 Forschungsschwerpunkte …
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Person und akademischer Weg
Uwe Nestmann (* 1967 in Coburg) ist ein deutscher Informatiker und Hochschullehrer. Er wuchs in Memmelsdorf in Unterfranken auf, besuchte von 1976 bis 1985 das Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern und studierte von 1985 bis 1991 Informatik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Dort promovierte er 1996 in Theoretischer Informatik. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter untersuchte er grundlegende Prinzipien, mit denen nebenläufige Programmiersprachen implementiert werden können. Nebenläufigkeit bedeutet, dass mehrere Programmausführungen gleichzeitig oder überlappend ablaufen. Dafür modellierte und analysierte er Prozesskalküle, also formale mathematische Beschreibungen kommunizierender und gleichzeitig ablaufender Prozesse.
Von 1997 bis 2000 arbeitete Nestmann als PostDoc am INRIA in Rocquencourt in Frankreich und am BRICS in Aalborg in Dänemark. 2000 wurde er Assistenzprofessor an der ETH in Lausanne (EPFL), bevor er 2005 an die Technische Universität Berlin wechselte. Seit 2005 leitet er dort als Professor das Fachgebiet „Modelle und Theorie Verteilter Systeme“ an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik. Von 2012 bis 2017 war er Studiendekan, also Prodekan für Studium und Lehre, dieser Fakultät.
Forschung zu verteilten Systemen
Nestmanns Forschung behandelt formale Modelle und Theorien für verteilte Systeme. Verteilte Systeme bestehen aus mehreren miteinander verbundenen Teilen, die gemeinsam Aufgaben bearbeiten.
Ein Schwerpunkt ist die formale Semantik verteilter und verteilbarer Programmiersprachen. Formale Semantik beschreibt mit präzisen Regeln, welche Bedeutung Programme und ihre Ausführung haben. Weitere Themen sind formale Korrektheit sowie automatische und semi-automatische Verifikation. Verifikation bedeutet hier, dass mathematisch oder mit Unterstützung von Werkzeugen geprüft wird, ob ein System die geforderten Eigenschaften erfüllt.
Außerdem befasst er sich mit der formalen Verifikation fehlertoleranter verteilter Algorithmen. Fehlertoleranz bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, trotz Fehlern weiter funktionsfähig zu bleiben.
Fachliches Engagement und Auszeichnungen
Nestmann engagiert sich in der International Federation for Information Processing (IFIP): als „Recommended Member“ von IFIP TC1 zu den Grundlagen der Informatik sowie in den Arbeitsgruppen WG 1.8 „Concurrency Theory“ und WG 2.2 „Formal Description of Programming Concepts“. In der Gesellschaft für Informatik begründete er 2013 die Fachgruppe „Concurrency Theory“ mit und war bis 2017 ihr Sprecher. Von 1993 bis 2020 gehörte er THESIS e.V., einem Netzwerk für Promovierende und Promovierte, an; von 2004 bis 2014 war er zudem Mitglied dessen Beirats.
Zu seinen Auszeichnungen zählen der Distinguished Paper Award der Konferenz EURO-PAR 1999, der Preis für Vorbildliche Lehre 2010 und der Test-of-Time Award der internationalen Konferenz CONCUR 2021.