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Uwe Hück

Uwe-Jörg Hück (* 22. Mai 1962 in Stuttgart) ist ein ehemaliger Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG sowie …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Frühes Leben, Sport und Einstieg bei Porsche
  3. 3. Arbeitnehmervertretung und Politik
  4. 4. Engagement und persönliche Angaben
  5. 5. Ermittlungen und Vorwürfe
  6. 6. Partei und Schriften

Person und Bedeutung

Uwe-Jörg Hück, geboren am 22. Mai 1962 in Stuttgart, ist ein ehemaliger Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG. Bekannt wurde er vor allem durch seine langjährige Rolle in der Arbeitnehmervertretung bei Porsche. Außerdem war er professioneller Thaiboxer und zweifacher Europameister.

Für das Verständnis seiner Biografie sind zwei Bereiche wichtig: seine Karriere bei Porsche und sein gesellschaftliches Engagement. Hück verband seinen beruflichen Aufstieg vom gelernten Autolackierer bis in wichtige Betriebsrats- und Aufsichtsratsfunktionen mit sozialem Einsatz, besonders für benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Frühes Leben, Sport und Einstieg bei Porsche

Hück wuchs als Waise in einem Kinderheim in Remchingen auf. Von 1977 bis 1981 machte er eine Berufsausbildung zum Autolackierer. Bis 1985 war er professioneller Thaiboxer und wurde zweimal Europameister.

Am 1. April 1985 begann er als gelernter Lackierer bei der Porsche AG. Schon früh engagierte er sich dort für die Beschäftigten: 1987 wurde er zum Vertrauensmann gewählt, 1994 wurde er Leiter des Vertrauenskörpers. Seit 1990 war er Mitglied des Betriebsrates, ab 1994 wurde er für diese Aufgabe freigestellt.

Arbeitnehmervertretung und Politik

Hück bildete sich in Arbeits-, Tarif- und Sozialrecht weiter. 1997 wurde er Nachfolger von Franz Steinbeck als Betriebsratsvorsitzender der Standorte Zuffenhausen/Ludwigsburg. Seit 2002 war er Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Porsche AG, seit 2003 Vorsitzender des Konzernbetriebsrats. 2008 wurde er stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Porsche Automobil Holding SE.

Seit 1998 war Hück Mitglied im Aufsichtsrat. 2007 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Porsche Automobil Holding SE, seit 2010 war er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG. Er war außerdem Mitglied des Ortsvorstandes der IG Metall Stuttgart und der großen Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg.

Hück war von 1982 bis 2020 Mitglied der SPD. 2005 unterstützte er die Wahlkampagne von Gerhard Schröder und dessen Reformpolitik. Am 4. Februar 2019 trat er als Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG sowie als VW-Aufsichtsratsmitglied zurück und kündigte an, in die Politik zu gehen. Er wollte zunächst mit einer eigenen Liste für den Gemeinderat von Pforzheim kandidieren, nicht für die SPD. Dabei kritisierte er die politische Diskussion um Fahrverbote, Tempolimits und Kraftstoffsteuern und erklärte seine Sympathie mit der Gelbwestenbewegung.

Engagement und persönliche Angaben

Hück ist mit Ming Chung verheiratet, die aus Vietnam stammt. Er ist Vater von zwei Adoptivsöhnen und einem leiblichen Sohn; das Paar lebt seit 2018 getrennt.

Ehrenamtlich ist Hück Vorsitzender des FSV Buckenberg 1921 e. V., eines Sportvereins aus Pforzheim mit über 500 Mitgliedern. Dort trainiert er in seiner Freizeit jugendliche Thaiboxer. Er engagiert sich außerdem als Botschafter der Initiative Respekt! gegen Diskriminierung von Personengruppen wie Homosexuellen oder Ausländern.

Er ist Vorstandsmitglied in der Wiedeking Stiftung. Diese unterstützt unter anderem das Jugendhilfezentrum Sperlingshof, in dem Hück aufgewachsen ist, und das Seehaus Leonberg, eine Einrichtung für straffällige Jugendliche. Am 16. November 2013 trat Hück unter dem Motto „Blaue Flecke für soziale Zwecke“ in einem Benefiz-Boxkampf gegen den ehemaligen Profiboxer Luan Krasniqi in der MHPArena in Ludwigsburg an. Die Erlöse gingen an die Lern-Stiftung Hück, die sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen hilft, sowie an ein von Luan Krasniqi unterstütztes SOS-Kinderdorf in Priština. 2017 erhielt Hück für sein gesellschaftliches Engagement das Bundesverdienstkreuz.

Ermittlungen und Vorwürfe

Im Mai 2019 gab es bei Hück eine Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen überhöhter Zahlungen an Betriebsräte. Im Juli 2019 berichtete das Manager Magazin, die Interne Revision habe bereits seit 2016 gegen Hück ermittelt und ihm mehrere Unregelmäßigkeiten vorgeworfen. Diese wurden im Artikel ausdrücklich als nicht strafbar bezeichnet. Im Januar 2020 meldete Business Insider, dass Hück auch nach seinem Ausscheiden weiterhin von Porsche bezahlt werde.

Partei und Schriften

Nach seinem Austritt aus der SPD im Dezember 2020 rief Hück in Pforzheim zusammen mit anderen zur Gründung der Partei „Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel“ auf. Zu den Mitgründern gehörten der Unternehmer Sebastian Haase, ehemals CDU, und der Rechtsanwalt Christoph Mährlein, ehemals SPD. Die Gründung erfolgte im Februar 2021. Die Vereinigung wurde vom Bundeswahlausschuss als Partei anerkannt und trat mit einer Landesliste in Baden-Württemberg bei der Bundestagswahl 2021 an. Sie erhielt 7.491 Zweitstimmen, also 0,1 Prozent der Zweitstimmen in Baden-Württemberg.

Am 4. September 2012 erschien Hücks Autobiografie „Volle Drehzahl“. Darin berichtet er unter anderem über seine Zeit im Kinderheim und ein Gespräch mit Gott. Das Buch erschien unter dem vollständigen Titel „Volle Drehzahl: Mit Haltung an die Spitze“ im Campus Verlag, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-593-39706-1.

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