Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Ulrich Moritz (Musiker)
Uli Moritz, mit vollem Namen Ulrich Moritz (* 25. August 1953 in Wilhelmshaven), ist ein deutscher Musik- und Rhythmuspädagoge, Komponist und Perkussionist.
Inhalt6 Abschnitte
Kernprofil
Uli Moritz, mit vollem Namen Ulrich Moritz, wurde am 25. August 1953 in Wilhelmshaven geboren. Er ist ein deutscher Musik- und Rhythmuspädagoge, Komponist und Perkussionist. Perkussion bedeutet das Spielen von Schlaginstrumenten und rhythmischen Klangkörpern; Rhythmuspädagogik beschäftigt sich damit, Rhythmus praktisch zu vermitteln, zum Beispiel mit Trommeln, Stimme, Bewegung oder Bodypercussion.
Moritz ist vor allem wichtig durch seine Verbindung von musikalischer Praxis und Unterricht. Er arbeitet seit 1978 als Musiker sowie als Schlagzeug-, Perkussions- und Rhythmuslehrer. Sein Schwerpunkt liegt nicht nur auf herkömmlicher Perkussion mit Drumsets, Trommeln oder Cajónes, sondern auch auf Bodypercussion, Rhythmusspielen, rhythmischen Texten und dem experimentellen Umgang mit neuen Klangmöglichkeiten, ungewöhnlichen Schlaginstrumenten, Small-Percussion und Material-Perkussion.
Ausbildung und Entwicklung
Moritz verbrachte seine Kindheit an der Nordseeküste und zog 1964 mit seiner Familie nach Westberlin. Dort brachte er sich ab 1967 selbst das Schlagzeugspielen bei, zunächst vor allem in den Bereichen Rock und Jazzrock.
Nach dem Abitur 1973 studierte er Kunstpädagogik und Germanistik. Zusätzlich nahm er regulären Schlagzeugunterricht bei Heinz von Moisy. 1977 legte er sein Staatsexamen ab, wurde Meisterschüler und bildete sich in den folgenden Jahren bei vielen Fachleuten weiter.
Zu seinen Weiterbildungen gehörten unter anderem Mallett-Instrumente bei Manfred Burzlaff, Rudimental Snare und Funk bei Gerry Brown, Bodypercussion, Latin und Indian bei Reinhard Flatischler, Latin bei Freddie Santiago und Dudu Tucci, Latin Drumset und Independence bei Efrain Toro sowie west- und zentralafrikanische Rhythmen beim National Ensemble Percussion de Guinée und beim kongolesischen Perkussions-Ensemble Tuta Ngoma. Diese Vielfalt zeigt, dass sein musikalisches Profil stark von unterschiedlichen Rhythmustraditionen geprägt ist.
Pädagogische Arbeit
Seit 1978 ist Moritz als Musikpädagoge tätig. Er unterrichtet regelmäßig als Dozent an der Universität der Künste Berlin, an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ und an der Landes-Musikakademie Berlin. Außerdem arbeitet er als Fachbereichsleiter der Musikschule Berlin-Neukölln und war langjähriges Vorstandsmitglied des Berliner Trommelzentrums „groove“.
Darüber hinaus leitete er Seminare für die Internationale Gesellschaft für Musikpädagogische Fortbildung IGMF, die Oberösterreichische Fortbildungsakademie für Musiklehrer und mehrere deutsche Landesmusikschul-Verbände. Auch als Fachberater des Verbandes der deutschen Musikschulen wird er genannt.
Seine pädagogische Arbeit richtet sich nicht nur an Berufsmusiker. Er veranstaltet Fort- und Weiterbildungs-Workshops für Musiker, Lehrer, Erzieher, Therapeuten und Musikinteressierte. Inhaltlich stehen dabei praktische Formen des Rhythmuslernens im Mittelpunkt: Bodypercussion, Rhythmusspiele, rhythmische Texte und das Ausprobieren von Klängen mit Körper, Stimme, Trommeln, Cajónes, kleinen Perkussionsinstrumenten oder Alltagsmaterialien.
Musikalische Arbeit
Als Musiker ist Moritz seit 1978 aktiv. Neben eigenen Solo-Performances wirkte er an Konzerttourneen und an weit über 80 LP- und CD-Produktionen anderer Musiker mit. Genannt werden unter anderem Mikis Theodorakis, Georgeos Theodorakis, Maria Farantouri, Sema & Taksim, Zülfü Livaneli, Lauren Newton, Friedemann Witecka, Jocelyn B. Smith, das Klaus-Gertken-Trio, das Volker-Schlott-Quartett, das Silent Jazz Ensemble, Zoom, Human Factor, Animato, Die Elefanten, Pamagiera und Susanne Schönwiese mit „Colors of Clay“.
Konzerttourneen und Festivals führten ihn nach Belgien, Estland, Italien, Österreich, Schweden und Tunesien, in die Niederlande, die Schweiz, die Sowjetunion, die Türkei und die USA. Gemeinsame Tourneen und CDs gab es außerdem mit international bekannten Musikerinnen und Musikern wie Teo Macero, Tiger Okoshi, Charlie Mariano, Nils Petter Molvær, Lauren Newton, Ack van Rooyen, Ramesh Shotham, Wolfgang Puschnig, Dudu Tucci, Les Percussions de Guinée, Tuta Ngoma, Zülfü Livaneli, Wu Wei, Urna Chahartugi, Carlo Domeniconi, Friedemann Graef und Gebhard Ullmann.
Moritz lebt und arbeitet weiterhin in Berlin.
Lehrwerke und Veröffentlichungen
Moritz veröffentlichte zahlreiche Unterrichtsmaterialien, die seine pädagogischen Schwerpunkte widerspiegeln. Dazu gehören „Bodybeat! – Bodypercussion und Trommel“ von 1992–1993 im Eigenverlag und „Rhythmusstücke – 12 Stücke für Body- und Material-Percussion“ ab 2004 im Eigenverlag.
Zusammen mit Klaus Staffa veröffentlichte er „Trommeln ist Klasse! – Band 1 für Einsteiger“ (Helbling-Verlag Esslingen 2008, ISBN 978-3-85061-413-9) sowie „Trommeln ist Klasse! 2“ (2011, ISBN 978-3-86227-066-8). Diese Werke verbinden Musik mit Körper und Stimme, Trommeln, Fässern, Rohren, Flaschen, Papier, Bechern und Small-Percussion.
Mit Richard Filz entstanden mehrere Bücher zur Cajon und Bodypercussion, darunter „Magic Groove Box. Die Cajon in Spielgruppe und Klasse“ (2010, ISBN 978-3-86227-067-5), „Bodygroove Kids 1“ für Kinder von 6–10 Jahren (2012, ISBN 978-3-86227-101-6), „Bodygroove Kids 2“ für Kinder und Jugendliche von 9–13 Jahren (2013, ISBN 978-3-86227-102-3) und „Bodygroove Advanced“ für Fortgeschrittene ab 13 Jahren (2014, ISBN 978-3-86227-103-0). Weitere Veröffentlichungen sind „Fantastic Plactic Grooves“ (2014, ISBN 978-3-86227-182-5), „Groove Games“ (2017, ISBN 978-3-86227-253-2) und mit Heike Trimpert „Rhythm Songs – Solmisation plus Bodypercussion“ (2017, ISBN 978-3-86227-273-0).
Aufnahmen und Auszeichnungen
Die Diskografie nennt eine Auswahl von Aufnahmen, an denen Moritz beteiligt war. Dazu gehören Produktionen mit Animato, Die Elefanten, Friedemann, Human Factor, Jocelyn B. Smith, dem Klaus-Gertken-Trio, Lauren Newton, Mikis Theodorakis, Pamagiera, Sema & Taksim, dem Silent Jazz Ensemble, Susanne Schönwiese, dem Volker-Schlott-Quartett, Wu Wei und Zülfü Livaneli. Als eigene oder direkt mit seinem Namen verbundene Veröffentlichungen werden unter anderem „Ulrich Moritz; Membrane“, „Wu Wei + Moritz; Magic Mask“, „Wu Wei + Moritz; Shopping in Shanghai“ und „Zens + Moritz; SiliziumHerz“ genannt.
Moritz erhielt mehrere Auszeichnungen. Dazu zählen der Studiopreis des Berliner Kultursenats, den er viermal bekam, der Preis der Deutschen Phonoakademie zusammen mit Die Elefanten, der Preis der deutschen Schallplattenkritik zusammen mit dem Volker-Schlott-Quartett, der Neuköllner Kulturpreis mit Zoom und der Musica-Vitale-Preis 2002 zusammen mit Wu Wei.