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Tourismus in Oman
In Tourismus in Oman gibt es einen Abriss der Reisemöglichkeiten in Oman. Genauere Informationen zur Geographie stehen unter Geographie Omans.
Inhalt5 Abschnitte
Überblick und Anreise
Der Tourismus in Oman umfasst Reisen zu Wüsten, Gebirgslandschaften mit Wadis, Oasen, historischen Forts und Lehmsiedlungen, Märkten sowie Stränden. Ein Wadi ist ein Tal, das oft ein zeitweise wasserführendes Flussbett besitzt. Wichtig für die Reiseplanung sind die Entfernungen, die begrenzten öffentlichen Verkehrsverbindungen und die Einreisebestimmungen.
Oman wird von internationalen Fluglinien aus Europa, den arabischen Nachbarländern und dem indischen Subkontinent angeflogen; häufig ist ein Zwischenstopp oder Umsteigen, meist in Dubai, nötig. Der zentrale Flughafen liegt in Sib bei Maskat. Vom Flughafen Salala bestehen nur wenige Verbindungen in Nachbarländer. Auf dem Landweg ist Oman schwer erreichbar; nur die Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten ist visums- und verkehrstechnisch offen.
Bei der Einreise ist ein Visum erforderlich. EU-Bürger müssen dieses seit 2018 vor der Einreise elektronisch beantragen. Der Preis richtet sich nach der Aufenthaltsdauer. Wer die Exklave Musandam auf dem Landweg vom übrigen Oman aus besuchen möchte, benötigt ein Visum für mehrfache Einreisen.
Verkehr und Unterkunft
Das Straßennetz ist gut ausgebaut. Im Jahr 2005 bestanden zwei Inlandsflugverbindungen: mehrmals täglich von Maskat nach Dhofar zum Flughafen Salala sowie mehrfach wöchentlich zum Flughafen Chasab in der nicht auf dem Landweg verbundenen Exklave Musandam.
Der Fernverkehr erfolgt mit Bussen. Zwischen größeren Städten fahren Linienbusse meist nur ein- bis dreimal täglich; ihr Angebot nimmt ab, weil viele Omanis private Fahrzeuge nutzen. Auf Nebenstrecken und auch auf Busstrecken verkehren Sammeltaxis, die erst losfahren, wenn sie voll sind. Öffentlichen Nahverkehr mit Bussen und Sammeltaxis gibt es nur in der Hauptstadtregion. Sonst sind Taxis wichtig; wegen der niedrigen Benzinpreise sind sie günstig und fahren häufig auch abgelegenere Ziele an. Eisenbahnen gibt es nicht.
Das Busnetz ist sternförmig organisiert: Orte sind untereinander selten verbunden, und viele Sehenswürdigkeiten liegen nicht nahe der Stadtzentren. Daher nutzen viele ausländische Touristen Veranstalter oder mieten einen PKW beziehungsweise ein Geländefahrzeug. Mit normalen PKW sind alle Städte und inzwischen auch kleine Orte über asphaltierte Straßen erreichbar. Viele Straßen führen durch Ebenen oder breite Täler. Eine Ausnahme ist die asphaltierte, aber sehr steile Straße von Birkat-Al-Mawz auf den Dschabal al-Achdar: Sie darf nur mit Allradfahrzeugen befahren werden; dies kontrolliert die omanische Polizei.
Hotels gibt es in allen wichtigen Landesteilen, darunter in der Hauptstadtregion, in Batinah, Musandam, im westlichen und östlichen Hadschar-Gebirge, Buraimi, Dscha’alan, auf Masira, entlang der Strecke nach Salala und in Dhofar. Die meisten gehören mindestens zur unteren Mittelklasse; Oman ist daher kein billiges Reiseland. Doppelzimmer sind ab 40 Euro erhältlich. Wüstencamps liegen am Nordrand der Rimal Al Wahiba; weitere einfache oder spezialisierte Camps befinden sich zwischen Rustaq und Awabi sowie auf Masira. Jugendherbergen gibt es in Salalah und al-Aschchara. Zelten ist grundsätzlich überall möglich, doch in den Bergen können die Temperaturen im Winter den Gefrierpunkt erreichen oder unterschreiten.
Essen und Orte des Alltags
Restaurants, Imbissbuden und Kaffeehäuser werden meist von Indern oder Pakistanern betrieben. Sie sind günstig und bieten im Allgemeinen gutes Essen. In größeren Orten, besonders in der Hauptstadtregion, gibt es auch spezialisierte Restaurants. Große Hotels bieten meist Halbpension, und Hypermarkets verkaufen den ganzen Tag vorgekochte Mahlzeiten. Arabisches Essen ist selten fleischlos; Vegetarier haben deshalb in indischen Restaurants bessere Möglichkeiten. Außerhalb größerer Städte ist das Angebot meist vorhanden, aber schlicht und wenig vielfältig.
Alkoholkonsum ist wie in den meisten muslimischen Ländern verboten. Ausnahmen bilden Hotels und Touristencamps: Deren Bars bieten häufig Bier, Wein und in teuren Gegenden auch Spirituosen. Authentisch omanisch wird auf einem Teppich auf dem Fußboden gegessen; zum Anlehnen dienen Kissen, die Schuhe bleiben vor der Tür.
Zu den lebendigen Orten zählen die Märkte. Der Suq von Matrah bietet die größte Auswahl und gilt als lebendig und stimmungsvoll. Der größtenteils neu gebaute Suq von Nizwa ist nach Waren gegliedert; freitags findet dort ein Tiermarkt statt. In Ibra gibt es mittwochs einen Frauenmarkt, auf dem vorwiegend Frauen ihre Produkte anbieten.
Als interessante Stadtbereiche nennt der Artikel al-Minzafa bei Ibra mit reichen Lehmhäusern, deren Dächer eingestürzt sind, und das von einer Stadtmauer umgebene alte Zentrum von Mana. In Matrah prägen die Corniche, alte Kaufmannshäuser und der Suq die Atmosphäre; der Wohnbereich der schiitischen, aus Belutschistan stammenden Lawatis ist nicht zugänglich. Sur wirkt als einzige Stadt Omans in ihrer alten Struktur wirklich städtisch lebendig.
Landschaften, Natur und Bauwerke
Die wichtigsten Landschaften sind die hohen Berge und Täler des Hadschar bei Dschabal al-Achdar und Dschabal Schams, darunter Wadis wie das Wadi Shab. Eine besondere Herausforderung für Bergsteiger ist die nahezu 1000 Meter hohe Südostwand des Dschabal Mischt. Weitere Ziele sind die Sandwüste Rimal Al Wahiba mit hohen Dünen, das Wadi Bani Chalid mit bunten Bergen und als Wasserspeicher genutzten Pools sowie die Fjordlandschaft in Musandam.
Historische Bauwerke sind das Fort al-Hazm mit versteckten Wegen, das auf einem Felsen gelegene Fort von Nachl mit eingerichteten Räumen, die Festung von Jabrin, Hisn Tamah als restaurierte Festung von Bahla und die Festung von Nizwa. Die Festung von Bahla ist UNESCO-Welterbe. Archäologisch bedeutsam sind außerdem der alte Weihrauchhafen Samhuram als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes zum Thema Weihrauch, die 4000 Jahre alten Bienenkorbgräber bei Bat und al-Ain sowie Shisr: Dort glaubt man, Ubar, einen ehemals legendär reichen Ort, gefunden zu haben.
Zur Pflanzenwelt gehören Weihrauchbäume in Dhofar und Dattelpalmen in allen Oasen. Als Tierbeobachtungsziele werden das Wildschutzgebiet der Arabischen Oryx, Schildkröten bei Ras al-Dschinz südlich vom Ras al-Hadd, Delfine vor den Küsten sowie Vögel an Lagunen in Dhofar und bei Ras al-Hadd genannt.
Oman ist trotz zahlreicher einsamer Strände und Hotelstrände kein ausgeprägtes Badeland, weil fast keine Badeinfrastruktur vorhanden ist. Die lokale Bevölkerung nutzt Strände normalerweise nicht zum Baden, zunehmend aber als Treffpunkte sowie zum Joggen oder Fußballspielen. Beispiele sind der große Strand von Yiti in Berglandschaft nahe der Hauptstadt und ein von Felsen eingerahmter Strand vor der Lagune Khor Rori in Dhofar.
Aktivitäten und besondere Ziele
Wandern ist besonders in Bergregionen möglich. Dabei orientiert man sich oft an Pisten, die durch Wadis zu kleinen Oasen führen. Auf den Dschabal Schams gibt es einen beschilderten Weg. Eine Zweitageswanderung führt von den Pools bei Mukal im Wadi Bani Chalid zum Wadi Tiwi an der Küste.
Für Off-Road-Fahrten eignen sich Wüsten und abgelegene Bergregionen. Mit passenden Fahrzeugen können auch sonst nicht mögliche Durchquerungen des Hadschar unternommen werden, wobei ehemalige Off-Road-Strecken zunehmend asphaltiert werden. Ein international bekanntes Highlight für Offroader ist die Fahrt in der Wüste Rimal Al Wahiba.
Taucher und Schnorchler besuchen Musandam, die von Ras as-Sawadi oder Maskat erreichbaren Daymaniat-Inseln sowie die Region südöstlich von Maskat. Die meisten Tauchbasen liegen bei Maskat. Dort eignen sich die Insel Al Fahal und die fjordähnliche Küste im Südosten. Die Al Munassir wurde 2003 als künstliches Riff und Tauchplatz versenkt. Zu den Ḥallāniyyāt-Inseln und rund um Musandam gibt es regelmäßige Tauchsafari-Touren.
Für Kiteboarding bietet besonders die Insel Masira im Süden Omans günstige Bedingungen. Im Sommer werden dort durch den Monsun konstant über 20 Knoten Windgeschwindigkeit erreicht. Höhlenziele sind die seit 2006 prinzipiell öffentlich zugängliche, aber unregelmäßig geschlossene Karsthöhle Al Hoota Cave, eingestürzte Karsthöhlen am Dschabal Samhan in Dhofar und die Doline Hawiyyat Nadschm. Letztere liegt zwischen Maskat und Sur am Golf von Oman, ist über ein Höhlensystem mit dem etwa 500 Meter entfernten Meer verbunden und kann betaucht werden; der Hawiyat Najm Park umschließt das Gelände.