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Toter Mann (Schwimmen)

Das Absinken der Beine kann auch durch einen leichten Kraulbeinschlag und den dadurch erzeugten dynamischen Auftrieb verhindert werden. ... Physik und Physiologie …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Haltung
  2. 2. Auftrieb und Körperbau
  3. 3. Lage der Beine und Ausgleich
  4. 4. Bedeutung im Schwimmunterricht
  5. 5. Überleben im Wasser
  6. 6. Übertragene Bedeutung

Grundidee und Haltung

Der Tote Mann ist beim Schwimmen eine Position der Ganzkörperschwebe. Dabei treibt eine Person flach an der Wasseroberfläche, ohne oder mit nur geringer Bewegung von Armen und Beinen. Die Übung ist besonders wichtig für die Wassergewöhnung von Schwimmanfängern, weil sie helfen kann, Angst vor dem Wasser abzubauen und eine entspannte Körperhaltung zu entwickeln.

Beim Kinderschwimmen werden statt „Toter Mann“ oft freundlichere Begriffe wie „Seestern“ oder „Seerose“ verwendet. Für die Haltung ist es hilfreich, den Körper zu entspannen und Arme und Beine flach unterhalb der Wasseroberfläche auszustrecken. Der Kopf liegt fast ganz im Wasser; Nase und Mundöffnung bleiben über Wasser.

Auftrieb und Körperbau

Der Tote Mann wird durch den Auftrieb des menschlichen Körpers ermöglicht. Auftrieb bedeutet, dass Wasser einen Körper nach oben drückt. Wie gut jemand schwebt, hängt von der spezifischen Dichte der Körperbestandteile ab, also davon, wie schwer Fett, Muskeln, Knochen, Knorpel und Sehnen im Verhältnis zu Wasser sind. Fettgewebe ist leichter als Wasser, die meisten anderen Körpergewebe sind schwerer. Besonders wichtig ist deshalb der mit Luft gefüllte Brustkorb beim Einatmen.

Der Salzgehalt des Wassers spielt ebenfalls eine Rolle. Salzhaltiges Wasser hat eine höhere spezifische Dichte und lässt den Körper stärker auftreiben. Deshalb lässt sich der Tote Mann in salzhaltigem Wasser, besonders im Toten Meer, leichter üben. Ähnlich funktioniert Floating als therapeutische Entspannungstechnik in speziellen Becken mit stark salzhaltigem Wasser.

Nicht alle Menschen können ohne Bewegung an der Oberfläche schweben. In einer spanischen Studie schwebten nach dem Ausatmen nur 8 % der weiblichen und 1 % der männlichen Probanden weiter an der Wasseroberfläche. Bei einem Teil der Bevölkerung ist die Körperdichte sogar bei gefüllter Lunge größer als die Dichte von Wasser; dann ist Schweben ohne Bewegung der Gliedmaßen nicht möglich. Eine mögliche Ursache ist erhöhte Knochenmasse oder Knochendichte. Eine US-amerikanische Studie ergab, dass 8 % der Probanden mit europäischen Vorfahren auch mit gefüllter Lunge absanken, bei Probanden mit afrikanischer Herkunft waren es 67 %. Als Gründe werden höhere Knochendichte, geringerer Fettanteil und ein durchschnittlich bis 20 % geringeres Lungenvolumen genannt.

Lage der Beine und Ausgleich

Beim Toten Mann sinken oft die Beine zuerst ab, weil sie meist schwerer sind. Frauen fällt der Schwebezustand oft leichter, weil sich bei der Mehrheit mehr weniger dichtes Körperfett in der Hüftgegend befindet und dadurch die höhere Dichte der Beine ausgleichen kann. Bei Männern liegt Fettgewebe eher etwas höher in der Bauchgegend. Dadurch liegen Körperschwerpunkt und Volumenmittelpunkt weiter auseinander, was das Schweben erschweren kann.

Das Absinken der Beine kann teilweise ausgeglichen werden. Eine Möglichkeit ist, die Arme über den Kopf hinaus auszustrecken und die Beine anzuziehen. Auch ein leichter Kraulbeinschlag kann helfen, weil er dynamischen Auftrieb erzeugt. Dynamischer Auftrieb entsteht durch Bewegung im Wasser und kann die Beine näher an der Oberfläche halten.

Bedeutung im Schwimmunterricht

Im Schwimmunterricht hat die Ganzkörperschwebe vor allem zwei Funktionen. Erstens dient sie der Wassergewöhnung: Lernende können erfahren, dass Wasser trägt, und dadurch Ängste überwinden. Das kann zu einer ruhigeren und entspannteren Schwimmhaltung beitragen.

Zweitens kann die Übung auch Fortgeschrittenen helfen. Nach der Schwimmlehrmethode „Total Immersion“ soll die Schwebe- und Balanceübung dazu beitragen, Schwimmtechniken wie Kraulen zu verbessern. Dabei geht es darum, den Körper im Wasser besser auszubalancieren.

Überleben im Wasser

Der Tote Mann gilt auch als Überlebenstechnik gegen Ertrinken. In den USA wird in manchen Kursen ein sogenannter back float für Kleinkinder oder sogar Babys trainiert. Dabei sollen sie lernen, sich auf den Rücken zu drehen, Luft zu holen oder Hilfe herbeizurufen. Hintergrund ist, dass Babys und Kleinkinder sich zwar durch Hundepaddeln unter Wasser fortbewegen können, aber noch nicht in der Lage sind, ihren Kopf durch dynamischen Auftrieb zum Atmen aus dem Wasser zu heben.

Gleichzeitig wird vor ungeeigneten Methoden gewarnt, besonders wenn Kinder dabei in Atemnot geraten oder erhebliche Mengen Wasser schlucken. Das kann traumatisierend wirken. Außerdem dürfen Eltern sich nicht in falscher Sicherheit wiegen, wenn sie solche Kurse als einzige Vorsichtsmaßnahme gegen Ertrinken betrachten. Die American Academy of Pediatrics revidierte 2010 zwar ihre Warnung vor Schwimmunterricht unter vier Jahren, äußert aber weiterhin Bedenken gegen Selbstrettungskurse für Kinder unter 12 Monaten.

Auch Erwachsene können den Toten Mann bei Erschöpfung nutzen, um sich vor dem Ertrinken zu schützen, bis Hilfe geholt werden kann. Häufig wird dafür die Bauchlage empfohlen; Schwimmbewegungen werden dann nur kurz zum Luftholen durchgeführt.

Übertragene Bedeutung

Aus der Schwimmfigur ist die Redewendung „Toter Mann spielen“ oder „Den Toten Mann geben“ entstanden. Sie bedeutet, dass sich jemand in einer Situation unbeteiligt gibt oder sich einer Verantwortung entzieht.

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