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Total Physical Response

Total Physical Response (TPR) beschreibt eine von Dr. James Asher entwickelte, ganzheitliche Sprachlehrmethode, die besonders im Vorschul- und Primarbereich …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernidee der Methode
  2. 2. Grundlagen des Spracherwerbs
  3. 3. Anwendung im Unterricht
  4. 4. Typische Unterrichtsphasen
  5. 5. Vorteile

Kernidee der Methode

Total Physical Response (TPR) ist eine von Dr. James Asher entwickelte ganzheitliche Sprachlehrmethode. Sie kann besonders im Vorschul- und Primarbereich eingesetzt werden. Die Methode geht davon aus, dass das Lernen einer zweiten oder weiteren Fremdsprache dem Erwerb der Muttersprache im Kindesalter ähnelt.

Im Mittelpunkt steht zuerst das Hörverstehen: Lernende hören sprachliche Befehle und reagieren darauf mit Körperbewegungen, bevor sie selbst sprechen. Durch diese Verbindung von Sprache und Handlung sollen sie Elemente der Fremdsprache verinnerlichen. TPR wird den behavioristischen Sprachlehrmethoden zugeordnet, also Methoden, bei denen Reaktion, Wiederholung und Verhalten eine wichtige Rolle spielen.

Grundlagen des Spracherwerbs

Nach James J. Asher basiert TPR auf der Annahme, dass das menschliche Gehirn ein biologisches Programm zur Sprachakquisition aller natürlichen Sprachen besitzt, einschließlich der Gebärdensprache. Sprachakquisition bedeutet hier den Erwerb einer Sprache.

Die Methode orientiert sich am Muttersprachenerwerb von Kindern. Eltern sprechen mit Kindern nicht nur verbal, sondern auch nonverbal und körperlich. Kinder reagieren zunächst körperlich auf sprachliche Impulse der Eltern. Diese nonverbalen Reaktionen werden durch weitere verbale Äußerungen der Eltern verstärkt. Erst nach mehreren Monaten beginnt das Kind, selbst Sprache zu produzieren. Im TPR-Unterricht ahmt die Lehrkraft diesen Prozess nach.

Anwendung im Unterricht

Im Unterricht nehmen Lehrkraft und Lernende ein Verhältnis ein, das dem Eltern-Kind-Verhältnis ähnelt. Die Lehrkraft gibt sprachlichen Input, besonders in Form von Befehlen, und die Schülerinnen und Schüler reagieren darauf mit Bewegungen.

Die Aktivitäten können sehr einfach sein, ähnlich wie beim Spiel „Simon sagt...“. Sie können aber auch komplexer werden und Grammatik einbeziehen, zum Beispiel Imperativ, Zeiten oder Aspekt. TPR eignet sich außerdem, um im Primarunterricht einen Klassenraumdiskurs aufzubauen, also wiederkehrende sprachliche Abläufe im Unterricht.

Typische Unterrichtsphasen

Der Artikel nennt 5 Phasen, die nicht zwingend direkt nacheinander ablaufen müssen, sondern über einen längeren Unterrichtsverlauf verteilt werden können.

In der ersten Phase gibt die Lehrkraft einen Befehl und führt ihn selbst aus, während die Lernenden beobachten. In der zweiten Phase führen die Lernenden den Befehl selbst aus, orientieren sich aber noch an der Lehrkraft. In der dritten Phase fällt diese Orientierung an der Lehrkraft weg. In der vierten Phase sprechen die Lernenden den Befehl nach. In der fünften Phase übernehmen die Lernenden die Lehrerrolle und geben selbst Befehle. Der Artikel verweist dabei auf „Lernen durch Lehren“.

Vorteile

Als Vorteile nennt der Artikel Spaß, Auflockerung und Bewegung im Unterricht. Außerdem erfordert TPR keinen großen Vorbereitungsaufwand für die Lehrkraft.

Ein weiterer Vorteil ist die ganzheitliche Spracherfahrung: Sprache wird nicht nur gehört oder gesprochen, sondern mit körperlicher Handlung verbunden. Das kann das Memorieren, also das Einprägen und Behalten, erleichtern.

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