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Terra fusca
Der oberste Horizont ist ein mineralischer Bodenhorizont (A) mit einem deutlichen Humusanteil (h), der jedoch unter 30 Masseprozent liegt. Unter dem A …
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Grundlagen
Terra fusca, auch Kalksteinbraunlehm, ist ein Bodentyp auf Untergrund aus Kalkstein oder Gips. Sie entsteht, wenn sich Kalk- oder Gipsgestein löst und unlösliche Rückstände zurückbleiben. Dadurch bildet sich aus einer Rendzina ein plastischer, tonreicher und dichter Boden.
Sie ist vor allem für die Bodennutzung bedeutsam: Der hohe Tongehalt erschwert die Bearbeitung, speichert aber viel Wasser. Terra fusca wird deshalb überwiegend als Wald- oder Weideland genutzt.
Bodenaufbau und Einordnung
Die typischen Bodenhorizonte heißen Ah/Tv/cC. Der Ah-Horizont ist ein mineralischer Oberboden mit erkennbarem Humusanteil; dieser liegt unter 30 Masseprozent. Darunter folgt der mindestens 10 bis 30 Zentimeter mächtige Tv-Horizont. Er besteht aus Lösungsrückständen von Carbonatgesteinen und ersetzt den sonst üblichen B-Horizont.
Der Tv-Horizont enthält mehr als 65 Masseprozent Ton, den Residualton. Seine wichtigsten Tonminerale sind meist Illit und Kaolinit. Er ist leuchtend gelblich bis rotbraun, sauer und besitzt ein ausgeprägtes Polyedergefüge, also eine Struktur aus annähernd vieleckigen Bodenaggregaten. Die Färbung entsteht in der Regel durch einen reliktischen oder rezenten Verbraunungsprozess.
Über eine Übergangszone aus aufgelockertem Festgestein geht der Tv-Horizont in massives, carbonathaltiges und unverwittertes Festgestein über. Ein Beispiel ist Kalksteinbraunlehm über Opponitz-Kalk im Reichraminger Hintergebirge: Dort ist der etwa 80 cm mächtige Tv-Horizont kalkfrei und hat einen pH-Wert von 5,5.
Nach der bodenkundlichen Kartieranleitung zählt Terra fusca gemeinsam mit Terra Rossa zur Klasse C, den Terrae calcis. In der World Reference Base for Soil Resources (WRB) wird sie nicht als eigener Bodentyp geführt, sondern der Referenzbodengruppe der Cambisole zugeordnet.
Eigenschaften und Nutzung
Wegen des hohen Tongehalts ist Terra fusca sehr dicht und schwer zu bearbeiten. Häufig kommt sie außerdem im Wechsel mit steinreichen, flachgründigen Böden vor. Ihr Humusgehalt kann unterschiedlich sein. Bei schlechter Durchlüftung und kühlfeuchtem Klima kann sich besonders viel Humus anreichern.
Die Wasserkapazität ist hoch. Der für Pflanzen nutzbare Wasseranteil ist jedoch eingeschränkt, weil der tonreiche Tv-Horizont Wasser stark bindet.
Entstehung und Vorkommen
Terra fusca entsteht durch die Lösung des unterlagernden Karbonatgesteins. Lösliche Carbonate aus Kalkstein, Dolomit, Gips oder Anhydrit werden abgeführt; die unlöslichen Bestandteile, meist Silikate wie Tonminerale, bleiben zurück. Die leuchtende Farbe kann ursprünglich im Lösungsrückstand vorhanden sein. Meist beruht sie aber auf Verbraunung: In Carbonaten und Silikaten gebundenes Eisen wird freigesetzt und anschließend oxidiert.
Unter den heutigen Klimaverhältnissen Mitteleuropas bildet sich keine Terra fusca mehr. Diese Böden gelten daher als Bodenbildungen aus dem Tertiär bis Altpleistozän. Sie kommen in Mitteleuropa nur auf alten Landoberflächen vor, die nicht durch aktive Erosion, etwa durch Flüsse, verändert werden. Beispiele sind die mesozoischen Kalke des süddeutschen und schweizerischen Jura.
Dort finden sich teilweise Bohnerze, kleine kugelförmige Konkretionen aus Eisen. Ihre Entstehung ist nicht vollständig geklärt. Unklar ist auch, ob sie vor allem durch die lange Verwitterungszeit oder hauptsächlich durch das tropische Klima des Tertiärs entstanden sind.