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Taugenichts (Film)

Taugenichts ist ein 1977 entstandener, deutscher Spielfilm von Bernhard Sinkel nach der 1826 veröffentlichten Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts von …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Grundidee
  2. 2. Wanderung und Begegnungen
  3. 3. Entstehung und Auszeichnung
  4. 4. Kritische Einordnung

Gegenstand und Grundidee

Taugenichts ist ein deutscher Spielfilm von Bernhard Sinkel. Er entstand 1977 und wurde 1978 veröffentlicht. Der Film basiert auf der 1826 veröffentlichten Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts von Eichendorff; die Titelrolle spielt Jacques Breuer. Im Mittelpunkt steht ein junger Mann, der sich der Arbeit und den üblichen Erwartungen an ein geregeltes Leben entzieht. Seine Wanderungen verbinden Freiheitsdrang, romantische Weltflucht und die Suche nach Liebe.

Der Film wurde in deutscher Sprache in Deutschland produziert, ist 97 beziehungsweise 90 Minuten lang und heute mit FSK 0 freigegeben; zuvor galt eine Altersfreigabe ab 12 Jahren. Regie führte Bernhard Sinkel, das Drehbuch schrieben Alf Brustellin und Bernhard Sinkel. Produzent war Bernd Eichinger, die Musik komponierte Hans Werner Henze, die Kamera führte Dietrich Lohmann und den Schnitt übernahm Dagmar Hirtz.

Wanderung und Begegnungen

Die Handlung spielt in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Titelheld ist ein „ausgemachter Faulenzer“: Er liegt lieber im Gras und lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen, anstatt dem Müller bei der Arbeit zu helfen. Eines Tages jagt der Müller ihn vom Hof. Der Taugenichts nimmt diese Entwicklung jedoch nicht als Unglück wahr, weil er glaubt, nicht für die Arbeit geschaffen zu sein. Mit seinem Bündel und seiner Geige zieht er in die Welt hinaus und wandert nach Süden, der Sonne und Wärme entgegen.

Unterwegs begegnet er einer Gräfin mittleren Alters und ihrer Begleitung. Er spielt ihnen auf der Geige vor und erhält dafür eine Einladung auf das gräfliche Schloss nahe Wien. Dort bekommt er Kost und Logis, soll dafür aber zumindest etwas Gartenarbeit verrichten. Weil er ein erklärter Faulpelz ist, zieht er bald wieder weiter. Zwar hat er ein Auge auf Aurelie geworfen, die jugendliche Begleitung der Gräfin, doch er hält sie zunächst ebenfalls für eine Adlige. Tatsächlich ist Aurelie nur die Nichte des Schlossportiers.

Die Gräfin versucht, dem Taugenichts zu helfen, und verschafft ihm eine Stelle als Zolleintreiber. Auch diese Anstellung verlangt jedoch Arbeit. Deshalb gibt er sie nach kurzer Zeit wieder auf und setzt seine Reise fort. In einem Dorf versucht er, mit seinem Geigenspiel seine Reisekasse aufzubessern. Da er dort kein Obdach findet, muss er in einem finsteren Wald übernachten. Dort erlebt er eine besonders merkwürdige Begegnung mit einem Reiterpaar.

Schließlich gerät der Taugenichts in Italien unter Räuber, die ihn zu einem von ihnen machen wollen. Trotzdem führt ihn sein Weggedanke zurück nach Österreich und zu Aurelie. Seine Liebe zu der jungen Frau ist stärker als seine Wanderlust und sein Fernweh. Er kehrt deshalb zu ihr heim.

Entstehung und Auszeichnung

Die Dreharbeiten dauerten 42 Tage und fanden zwischen dem 27. Juni und dem 6. September 1977 in Prag und Rom sowie in deren Umgebungen statt. Die Uraufführung erfolgte am 27. Januar 1978 in zwei Münchner und einem Stuttgarter Kino.

An der Herstellung war die ARD mit dem WDR als coproduzierende Anstalt beteiligt; die Redaktion übernahm Volker Canaris. Deshalb wurde der Film bereits am 18. Mai 1980 erstmals im Fernsehen der ARD ausgestrahlt. Die Filmbauten entwarf Nikos Perakis, der außerdem an der Herstellung der Kostüme beteiligt war.

1978 erhielt Taugenichts das Filmband in Silber. Die damit verbundene Prämie betrug 300.000 DM.

Kritische Einordnung

Der Spiegel bezeichnete den Film als Exkurs über Freiheitsdrang und Anpassung. Die sehr intellektuell konstruierte Filmkomödie sei als Reflex auf die 68er-Bewegung gedacht gewesen, habe bei der Kritik jedoch Unverständnis ausgelöst.

Das Lexikon des Internationalen Films beschrieb Taugenichts als freie Verfilmung der spätromantischen Eichendorff-Erzählung. Der Taugenichts wolle in Italien den Zwängen des Alltagslebens entfliehen. Der formal ambitionierte, aber weitgehend temperamentlose Film sei als aktuelle Parabel auf heutige Verhältnisse angelegt. Nach dieser Einschätzung gelinge es ihm jedoch nicht, die in der Novelle faszinierend beschriebene Macht des Traums und der Utopie spürbar werden zu lassen.

Lernvideos zu Taugenichts (Film)

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