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Systematik der Pilze
Die Systematik der Pilze listet alle Taxa der Pilze bis zur Ebene der Ordnung. Die vorliegende Systematik folgt der 2007 im Rahmen des Projekts „Assembling …
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Zweck und Aufbau der Pilzsystematik
Die Systematik der Pilze ordnet Pilz-Taxa (Gruppen verwandter Lebewesen) bis zur Ebene der Ordnung. Sie ist in Wikipedia besonders die Referenz für Taxoboxen. Die dargestellte Einteilung folgt im Wesentlichen der 2007 im Projekt „Assembling the Fungal Tree of Life“ veröffentlichten Fassung, die 67 Wissenschaftler erarbeiteten, sowie späteren Ausführungen. Nachträglich beschriebene Klassen und Ordnungen werden berücksichtigt.
Die Rangfolge verläuft von großen Gruppen zu kleineren: Unterreich, Abteilung, Unterabteilung, Klasse, Unterklasse, Ordnung, Unterordnung, Familie, Unterfamilie, Tribus, Untertribus und Gattung. „incertae sedis“ bedeutet, dass eine Gruppe innerhalb des betreffenden Ranges noch keiner genaueren Gruppe zugeordnet ist.
Mehrere kleinere Gruppen sind in der zugrunde liegenden Darstellung nach Spatafora et al. 2016 weggelassen. Dort wird Glomeromucotina abgebildet; in der vorliegenden Systematik gilt diese Gruppe noch als Klasse Glomeromycetes.
Große Gruppen außerhalb der Dikarya
Zu den aufgeführten Unterreichen gehören Aphelidiomyceta mit Aphelidiomycota und der Klasse Aphelidiomycetes, Basidiobolomyceta mit Basidiobolomycota und Basidiobolomycetes sowie Blastocladiomyceta. Zu Blastocladiomyceta gehören die Klasse Blastocladiomycetes mit Blastocladiales, Callimastigales und Catenomycetales sowie Physodermatomycetes mit Physodermatales. Außerdem wird Sanchytriomycota mit Sanchytriomycetes genannt.
Das Unterreich Chytridiomyceta enthält die Töpfchenpilze (Chytridiomycota). Darin stehen unter anderem Caulochytriomycetes, Chytridiomycetes mit Chytridiales, Rhizophydiales und Spizellomycetales, ferner Cladochytriomycetes, Mesochytriomycetes, Lobulomycetes, Polychytriomycetes, Rhizophlyctidomycetes, Rhizophydiomycetes, Spizellomycetes und Synchytriomycetes. Ebenfalls hierzu aufgeführt sind Monoblepharomycota mit Hyaloraphidiomycetes und Monoblepharidomycetes (Monoblepharidales) sowie Neocallimastigomycota mit Neocallimastigomycetes (Neocallimastigales).
Keinem Unterreich sind Entorrhizomycota mit Entorrhizomycetes und Entorrhizales, Microsporidia sowie Glomeromycota eindeutig zugeordnet. Zu Glomeromycota gehört die Klasse der Arbuskulären Mykorrhizapilze, Glomeromycetes, mit Archaeosporales, Diversisporales, Glomerales und Paraglomerales. Ebenfalls keiner Abteilung zugeordnet sind Mucoromycotina mit Mucorales, Endogonales und Mortierellales, Entomophthoromycotina mit Entomophthorales, Zoopagomycotina mit Zoopagales sowie Kickxellomycotina mit Kickxellales, Dimargaritales, Harpellales und Asellariales.
Dikarya: Schlauch- und Ständerpilze
Das Unterreich Dikarya umfasst die Schlauchpilze (Ascomycota) und Ständerpilze (Basidiomycota). Bei den Ascomycota stehen die Unterabteilungen Taphrinomycotina, Saccharomycotina und die Echten Schlauchpilze (Pezizomycotina). Taphrinomycotina umfasst beispielsweise Taphrinomycetes mit Taphrinales, Neolectomycetes mit Neolectales, Pneumocystidomycetes mit Pneumocystidales und Schizosaccharomycetes mit Schizosaccharomycetales. Saccharomycotina enthält Saccharomycetes mit den Echten Hefen, Saccharomycetales.
Pezizomycotina ist besonders vielfältig. Genannt werden unter anderem Arthoniomycetes, Candelariomycetes, Dothideomycetes, Eurotiomycetes, Geoglossomycetes, Laboulbeniomycetes, Lecanoromycetes, Leotiomycetes, Lichinomycetes, Orbiliomycetes, Pezizomycetes und Sordariomycetes. Beispiele für Ordnungen sind Arthoniales, Capnodiales, Dothideales, Pleosporales, Eurotiales, Onygenales, Geoglossales, Lecanorales, Peltigerales, Helotiales, Rhytismatales, Orbiliales und Pezizales. Die Sordariomycetes werden weiter in mehrere Unterklassen gegliedert; dazu zählen Diaporthomycetidae, Lulworthiomycetidae, Pisorisporiomycetidae, Savoryellomycetidae, Hypocreomycetidae, Sordariomycetidae und Xylariomycetidae. Zu ihren Ordnungen gehören beispielsweise Diaporthales, Magnaporthales, Ophiostomatales, Hypocreales, Microascales, Sordariales und Xylariales. Zusätzlich sind Xylonomycetes mit Xylonomycetales und Xylobotryomycetes mit Xylobotryales aufgeführt.
Basidiomycota gliedert sich in Pucciniomycotina, Ustilaginomycotina und Agaricomycotina. Pucciniomycotina umfasst etwa Pucciniomycetes mit den Rostpilzen (Pucciniales), Cystobasidiomycetes, Agaricostilbomycetes, Microbotryomycetes, Atractiellomycetes, Classiculomycetes, Mixiomycetes und Cryptomycocolacomycetes. Zu Ustilaginomycotina gehören Ustilaginomycetes mit Urocystales und den Brandpilzartigen (Ustilaginales), Exobasidiomycetes, Malasseziomycetes und Moniliellomycetes.
Agaricomycotina enthält Tremellomycetes, Dacrymycetes und Agaricomycetes. Bei Tremellomycetes werden unter anderem Cystofilobasidiales, Filobasidiales, Holtermanniales, Tremellales und Trichosporonales mit ihren Familien genannt; Dacrymycetes enthalten Dacrymycetales. Die Agaricomycetes werden unter anderem in Agaricomycetidae und Phallomycetidae gegliedert. In Agaricomycetidae liegen beispielsweise Agaricales, Atheliales und Boletales. Die Agaricales umfassen zahlreiche Familien, etwa Agaricaceae, Amanitaceae, Cortinariaceae, Entolomataceae, Hygrophoraceae, Inocybaceae, Marasmiaceae, Mycenaceae, Pleurotaceae, Psathyrellaceae, Schizophyllaceae und Tricholomataceae.
Die Boletales sind weiter in die Unterordnungen Boletineae, Coniophorineae, Paxillineae, Sclerodermatineae, Suillineae und Tapinellineae gegliedert. Die Familie Boletaceae wird nach Wu u. a. 2014 systematisch neu geordnet und enthält unter anderem die Unterfamilien Boletoideae, Austroboletoideae, Leccinoideae, Xerocomoideae, Zangioideae und Chalciporoideae sowie die statistisch nicht abgesicherte Pulveroboletus-Gruppe. Als Gattungen erscheinen beispielsweise Boletus, Imleria, Tylopilus, Xerocomellus, Leccinum, Aureoboletus, Xerocomus, Buchwaldoboletus, Chalciporus und Pulveroboletus.
Phallomycetidae enthält Geastrales, Gomphales, Hysterangiales und Phallales. Weitere, keiner Unterklasse zugeordnete Ordnungen der Agaricomycetes sind unter anderem Auriculariales, Cantharellales, Corticiales, Gloeophyllales, Hymenochaetales, Polyporales, Russulales, Sebacinales, Thelephorales und Trechisporales. Dazu gehören bekannte Familien wie Cantharellaceae, Boletaceae, Geastraceae, Phallaceae, Fomitopsidaceae, Ganodermataceae, Polyporaceae und Russulaceae. Innerhalb der Basidiomycota wird außerdem Wallemiomycetes mit Wallemiales als keiner Unterabteilung zugeordnet geführt.
Wissenschaftliche und deutsche Namen
Nach dem Internationalen Code der Nomenklatur für Algen, Pilze und Pflanzen (ICN) tragen wissenschaftliche Pilznamen je nach Rang feste Endungen: Abteilung „-mycota“, Unterabteilung „-mycotina“, Klasse „-mycetes“, Unterklasse „-mycetideae“, Ordnung „-ales“, Unterordnung „-ineae“, Familie „-aceae“, Unterfamilie „-oideae“, Tribus „-eae“ und Untertribus „-inae“. Von der Ordnung abwärts entsprechen diese Suffixe denen der Pflanzen.
Die deutschen Namen beruhen vorwiegend auf den Gattungsbezeichnungen des „Abbildungsverzeichnisses europäischer Großpilze“; Namen höherer Taxa werden darauf aufgebaut. Familien erkennt man meist an der Endung „-verwandte“, Ordnungen an „-artige“. Das Beispiel der Pfifferlinge zeigt die Zuordnung: die Ordnung Pfifferlingsartige entspricht Cantharellales, die Familie Pfifferlingsverwandte Cantharellaceae und die Gattung Pfifferlinge Cantharellus.