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Storyboard

Ein Storyboard, dt. auch Szenenbuch, ist eine zeichnerische Version eines Drehbuchs oder eine Visualisierung eines Konzeptes oder einer Idee. Storyboard für …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Zweck
  2. 2. Planung von Filmen und Aufführungen
  3. 3. Planung im Hörfunk
  4. 4. Strukturierung komplexer Inhalte
  5. 5. Websites und Software

Begriff und Zweck

Ein Storyboard, auf Deutsch auch Szenenbuch, ist die zeichnerische Version eines Drehbuchs oder die Visualisierung eines Konzeptes beziehungsweise einer Idee. Es ordnet einen geplanten Ablauf als Folge von Bildern und ergänzt ihn häufig durch erläuternden Text. Dadurch lässt sich eine Produktion oder Argumentation vor ihrer Umsetzung anschaulich planen und mit anderen Beteiligten abstimmen.

Storyboards ähneln Comics, weil beide erzählerische Inhalte zweidimensional in Bildfolgen darstellen. Wer sie zeichnet, wird Storyboard Artist genannt. Die Disney-Studios verwendeten Storyboards bereits in den 1930er Jahren. Auch Sergei Eisenstein erstellte für „Alexander Newski“ ein Storyboard; Sergei Prokofjew komponierte die Filmmusik, auf die Szenen wie die entscheidende Schlacht auf dem Eis geschnitten wurden.

Planung von Filmen und Aufführungen

Beim Film besteht ein Storyboard aus einer Bildsequenz mit Text, die die einzelnen Einstellungen, also die geplanten Kameraaufnahmen, visualisiert. Das geschriebene Drehbuch wird zunächst in Bilder übertragen und dabei um konkrete Gestaltungsmittel wie Perspektive, Blickwinkel und Einstellungsgröße ergänzt. Teilweise werden auch Ausleuchtung, Farbigkeit und die Gesamtästhetik festgelegt.

Gewöhnlich setzt ein mit der Filmsprache vertrauter Illustrator das Storyboard nach den Vorgaben des Regisseurs und unter Einbeziehung des Kameramanns um. Storyboard Artists können außerdem aktiv Ideen für mögliche Einstellungen entwickeln. In der Werbung entstehen erste Storyboards oder Animatics, also bewegte beziehungsweise zeitlich angeordnete Vorfassungen, teilweise schon, bevor ein Regisseur für den Clip engagiert wird.

Die gemeinsame Bildgrundlage hilft allen Beteiligten, die gestalterischen Absichten zu verstehen und abzustimmen. Besonders wichtig ist sie bei Kinofilmen mit späterer Computer-Nachbearbeitung sowie bei aufwendigen und ressourcenintensiven Sequenzen. Storyboards werden außerdem für 2D- und 3D-Animationen, Werbung in Fernsehen und Printmedien sowie für teure Produktionen wie Bühnenshows, Konzerte und Musicals eingesetzt.

Planung im Hörfunk

Bei Radiosendungen dient ein Storyboard als Planungshilfe für den zeitlichen und inhaltlichen Ablauf. Üblicherweise ist es als Tabelle mit mehreren Spalten aufgebaut. In der linken Spalte stehen Inhaltsarten wie Sprache, Musik, Geräusch beziehungsweise Atmosphäre und Bemerkungen. Zeitangaben befinden sich in der obersten oder untersten Zeile.

Für Musik werden beispielsweise Titel, Interpret, Genre sowie die Art von Intro und Outro notiert. Unter Sprache stehen der thematische Schwerpunkt, Stichworte oder vollständige Texte. Geräusche werden nach ihrem Klangcharakter beschrieben. Bemerkungen enthalten etwa wichtige Fadings, notwendige Korrekturen und Quellen.

Storyboards können auch mit speziell dafür entwickelten Computerprogrammen erstellt werden. Befürworter betrachten diese Programme als hilfreich und arbeitserleichternd, weil für eine neue Einstellung oft nur einzelne Bilddetails verändert werden müssen. Kritiker weisen dagegen darauf hin, dass die verfügbaren Objekte und Optionen begrenzt sind und nicht die nahezu unbeschränkten Möglichkeiten freier Zeichnungen erreichen.

Strukturierung komplexer Inhalte

Als Kreativitätstechnik ist der Storyboard-Ansatz ein Ordnungs- und Gliederungsverfahren. Er kann Beiträge thematisch sortieren und komplexe Inhalte in nachvollziehbare, überzeugende Präsentationen oder Unterrichtseinheiten überführen. Je komplexer der Stoff ist, desto wichtiger wird dabei die Struktur der Argumentation.

Die Methode konzentriert Informationen zunächst auf Kernbotschaften. Viele Fakten werden dazu zu einer präzisen, eindeutigen und verständlichen Aussage verdichtet. Anschließend werden die zentralen Botschaften zu einer logischen, schlüssigen und überzeugenden Argumentation verbunden. Diese Argumentationslinie heißt Storyline. Durch Gliederung und Visualisierung sollen Zuhörer der Argumentation ähnlich wie einer packenden Geschichte folgen können.

Websites und Software

Im Online-Journalismus und bei der Konzeption von Websites zeigt ein Storyboard die Struktur einer Website einschließlich ihrer Verlinkungen. Es macht außerdem sichtbar, welche Wege Nutzer bei der Navigation nehmen können.

In der Softwareentwicklung wird die Storyboardtechnik verwendet, um Benutzerschnittstellen als Abfolge von Bildschirminhalten zu visualisieren. Sie entspricht im Wesentlichen der Mock-up-Technik, bei der Entwürfe beziehungsweise Papierprototypen einer Oberfläche erstellt werden; verwandte Konzepte sind User Story und Anwendungsfall. Seit etwa Mitte der 2010er Jahre gibt es Apps, die Storyboards automatisch erzeugen sollen. Ein Beispiel ist die aus Google Labs hervorgegangene Smartphone-Software „Storyboard“.

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