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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Hyperlink

Es wird technisch nachgewiesen, dass es keinen Unterschied mache, ob man eine URL textlich nenne oder ob man die URL mit einem Link (eben der URL) verlinke.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktionsweise
  2. 2. Hyperlinks im World Wide Web
  3. 3. Strukturen und Einsatz in Dokumenten
  4. 4. Dateiformate und Wikis
  5. 5. Darstellung als Graph und Rechtsfragen

Begriff und Funktionsweise

Ein Hyperlink ist ein Link, der als Querverweis in einem Hypertext dient. Er ermöglicht einen Sprung zu einem anderen elektronischen Dokument oder zu einer anderen Stelle innerhalb eines Dokuments. Wird der Hyperlink ausgeführt, ruft das System automatisch das darin angegebene Ziel auf. Der Begriff wird meist auf das World Wide Web bezogen; dort sind Hyperlinks ein grundlegender Bestandteil. Inhaltlich entsprechen sie Querverweisen in gedruckten Texten, deren Ziel jedoch manuell aufgesucht werden muss.

Ein Hyperlink kann nicht nur Webseiten, sondern auch Bilder, Filme, Animationen, Audio- und Textdateien oder Dateien zum Herunterladen erreichen. Ein verlinktes Dokument liegt vor, wenn mindestens ein weiteres Dokument mit einer gültigen Verknüpfung auf dieses Dokument verweist.

Ein Link besteht normalerweise aus zwei Teilen: einem für den Benutzer sichtbaren Teil, etwa einem angezeigten Text oder Bild, und einem unsichtbaren Teil im Quelltext, der das Linkziel enthält. Der sichtbare Teil zeigt an, was den Benutzer erwartet, und kann den Lesefluss übersichtlich halten. Zusätzlich können Metainformationen festlegen, ob das Ziel im aktuellen Inhalt oder in einem neuen Fenster geöffnet wird. Auch ein Tooltip beziehungsweise eine Quickinfo sowie die Reihenfolge der Linkauswahl mit der Tastatur können hinterlegt werden.

Im World Wide Web verbinden Hyperlinks Webseiten und andere Dateien, die auf demselben Rechner liegen oder von einem Webserver bereitgestellt werden. Sie werden meist mit der standardisierten Auszeichnungssprache HTML eingebunden. Ein einfaches Beispiel lautet:

<a href="http://www.example.com/">Linktext</a>

Dabei ist „http://www.example.com/“ die Adresse des Ziels und „Linktext“ die sichtbare Beschriftung. Die Zieladresse wird als URL (Uniform Resource Locator) angegeben. Ziel kann eine Webseite, eine Bild-, Audio-, Text- oder Videodatei oder ein dynamisch erstelltes Dokument sein. Statt eines Textes können auch andere HTML-Elemente, beispielsweise Grafiken oder eingebettete Objekte wie eine Flash-Animation, als Link dienen.

Weblinks sind in der Regel unidirektional: Das Zieldokument weiß nicht automatisch, dass ein Link auf es verweist. Wird das Zieldokument umbenannt oder gelöscht, wird der Link normalerweise nicht automatisch angepasst. Es entsteht ein „toter Link“. Weiterleitungen können auf eine andere Webseite oder auf andere Ziele führen und für den Anwender verborgen bleiben; auch mehrere Weiterleitungen hintereinander sind möglich. Das Verlinken fremder Dateien, insbesondere von Bildern, wird Hotlinking genannt.

Strukturen und Einsatz in Dokumenten

Hyperlinks bestimmen, wie sich Besucher innerhalb einer Webpräsenz bewegen können. Es werden vier Grundstrukturen unterschieden:

  • Bei der linearen Struktur gelangt der Benutzer in einer festgelegten Reihenfolge von einer Seite zur nächsten und nimmt eher eine passive Rolle ein.
  • Bei der Baumstruktur kann der Benutzer von einer Seite aus mehrere untergeordnete Seiten aufrufen und handelt daher aktiver.
  • In der Netzstruktur kann von jeder Seite zu einer beliebigen anderen Seite gesprungen werden. Das ermöglicht hohe Interaktivität, macht die Gesamtstruktur aber schwer überblickbar.
  • Die Sternstruktur orientiert sich stark am Inhalt. Von einer Seite aus kann der Benutzer auswählen, zu welcher Seite er gelangt. Sie wird häufiger in digitalen Lexika verwendet.

Webseiten kombinieren meist mehrere dieser Strukturen. Ein Menü kann beispielsweise baumförmig aufgebaut sein, während die einzelnen Seiten zusätzlich untereinander vernetzt sind. Interne und externe Links erleichtern dadurch eine zielgerichtete Recherche.

Auch Büroprogramme unterstützen Hyperlinks. In Textdokumenten kann etwa auf ein Glossar verwiesen werden; in Präsentationen können Hyperlinks als Navigationsleiste dienen. Außerdem gibt es für den Benutzer unsichtbare Verknüpfungen, beispielsweise zwischen Dokumentteilen und zentral gespeicherten Stil-, Absatz- oder Seitenvorlagen sowie zwischen Kopf- und Fußzeilen und den Seiten eines Dokuments. Nicht alle Office-Systeme unterstützen solche verschachtelten Linksysteme.

Von anklickbaren Hyperlinks sind verknüpfte Werte in Tabellenkalkulationen zu unterscheiden. Dort bezeichnet eine Verknüpfung eine Variable in Form der Positionsangabe einer Zelle, an deren Speicherziel ein dauerhaft verwendeter Wert liegt. Wird beispielsweise ein zentral gespeicherter Mehrwertsteuersatz geändert, werden darauf beruhende Formeln und errechnete Werte wie der Bruttopreis sofort neu berechnet und angezeigt, ohne dass der Benutzer einen Link anklicken muss.

Ein eingebetteter Dokumententeil ist dagegen nur eine Kopie des Originals und nicht mit ihm verbunden. Änderungen am Original wirken sich darauf nicht aus. Bei einem verknüpften Dokumententeil wird im Quelltext lediglich ein Verweis auf die Zieldaten gespeichert. Änderungen an den Zieldaten können sich dadurch auf alle Dokumente auswirken, die dieselbe Verknüpfung enthalten. Auch Vorlagen können mit Linkinformationen versehen werden. Ändert sich eine Vorlage, kann beispielsweise OpenOffice.org beim Öffnen eines älteren Dokuments fragen, ob es an die aktuelle Vorlage angepasst werden soll. Für weiterverwendete Dokumente kann dies sinnvoll sein, bei archivierten Dokumenten ist eine solche dynamische Anpassung normalerweise nicht erwünscht.

Dateiformate und Wikis

Für Weblinks gibt es je nach Betriebssystem besondere Dateiformate. Unter Windows werden Internetverknüpfungen mit der Dateierweiterung .url gespeichert, die in der grafischen Oberfläche standardmäßig ausgeblendet sein kann. Eine solche Internetverknüpfung, auch „internet shortcut“ genannt, ist eine Textdatei mit teilweise hexadezimalen Einträgen. Ein Beispiel enthält unter anderem:

[InternetShortcut] URL=https://www.wikipedia.org/ WorkingDirectory=C:\WINDOWS ShowCommand=7 IconIndex=1 IconFile=C:\WINDOWS\SYSTEM\url.dll Modified=20F06BA06D07BD014D HotKey=1601

Die Werte lassen sich über die Eigenschaften der Verknüpfung, etwa über den Tab „Webdokument“, anzeigen und ändern. Der innere Aufbau ähnelt INI-Dateien.

Unter Unix/Linux mit Desktop-Umgebung wird ein Weblink in einer .desktop-Datei gespeichert. Ein Beispiel ist:

[Desktop Entry] Encoding=UTF-8 Type=Link Name=Wikipedia URL=https://www.wikipedia.org/

Auf macOS werden .webloc-Dateien im XML-Format gespeichert. In einer Property-List steht der Zielwert beispielsweise zwischen den Einträgen <key>URL</key> und <string>https://www.wikipedia.org/</string>.

Auch die Seiten eines Wikis sind durch Hyperlinks, sogenannte Wikilinks, miteinander verbunden. Die genaue Umsetzung hängt von der verwendeten vereinfachten Auszeichnungssprache ab. MediaWiki unterscheidet interne Links auf Seiten innerhalb des Wikis, zum Beispiel [[Example]], und externe Links auf Webseiten, zum Beispiel [http://example.com/]. Für häufig verwendete externe Links kann außerdem eine abgewandelte interne Schreibweise wie [[:en:Example]] genutzt werden. Über interne Links können auch Backlinks abgefragt werden.

Andere Hypertext-Systeme verwenden ebenfalls Hyperlinks; ihre konkrete Verwendung wird im Zusammenhang mit dem Hypertext beschrieben.

Darstellung als Graph und Rechtsfragen

Verlinkte Netze lassen sich als gerichtete zyklische Graphen darstellen. Die Dokumente werden dabei durch Ecken beziehungsweise Knoten und die Hyperlinks durch gerichtete Kanten zwischen den Knoten repräsentiert. Enthält Dokument B einen Hyperlink auf Dokument C, zeigt eine gerichtete Kante von B nach C. Führt eine Folge von Links von B über C, E und D wieder zu B, bildet sie einen Zyklus: Man gelangt durch mehrere Hyperlinks zum Ausgangsdokument zurück.

Die rechtliche Bewertung von Hyperlinks ist nicht einheitlich. Tim Berners-Lee, der „Erfinder“ des World Wide Web, vergleicht Hyperlinks mit Fußnoten und Querverweisen wissenschaftlicher Texte. Das bloße Anbringen eines Links bedeute danach nicht automatisch, dass sich der Autor den Inhalt des verlinkten Dokuments zu eigen mache.

Diese Auffassung teilen nicht alle Gerichte. Für Verunsicherung sorgte ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Jahr 2016. Danach kann ein Hyperlink, der einer unerlaubten „öffentlichen Wiedergabe“ entspricht, eine Urheberrechtsverletzung darstellen. Anlass war ein niederländisches Klatschportal, das auf eine Website mit unlizenzierten Kopien bestimmter Bildinhalte verlinkt hatte. Für einen kommerziellen Webseitenbetreiber, der einen Link mit Gewinnerzielungsabsicht setzt, nahm das Gericht eine Pflicht zur Prüfung des Urheberrechts an. Außerdem wurde vermutet, dass der Betreiber die Rechtswidrigkeit kannte; diese Vermutung konnte nicht widerlegt werden.

Eine Analyse von Claudio Unterbrink zum Fall der geleakten CUII-Liste stellt demgegenüber heraus, dass URLs und Hyperlinks als Metadaten betrachtet werden könnten und technisch kein wesentlicher Unterschied zwischen der textlichen Nennung einer URL und ihrer Verlinkung bestehe. Der Beitrag fordert deshalb eine Aktualisierung der juristischen Bewertung technischer Internetprozesse. Eine einheitliche Rechtsprechung hat sich bisher nicht herausgebildet. Europaweit maßgeblich ist die E-Commerce-Richtlinie 2000/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2000 sowie ihre nationale Umsetzung. Auch Hotlinking kann untersagt werden, weil damit Bandbreitendiebstahl verbunden sein kann.

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