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Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte
Sie bezweckt, die Auseinandersetzung in Gesellschaft, Bildungseinrichtungen und Wissenschaft mit der deutschen Demokratiegeschichte zu fördern. Dabei vermittelt …
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Aufgabe und Bedeutung der Stiftung
Die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte (SODG) ist eine bundesunmittelbare, rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie entstand am 23. Juli 2021.
Ihr Zweck ist es, die Auseinandersetzung mit der deutschen Demokratiegeschichte in der Gesellschaft, in Bildungseinrichtungen und in der Wissenschaft zu fördern. Die Stiftung vermittelt dabei die Bedeutung und den Wert einer freiheitlichen demokratischen Grundordnung für ein funktionierendes, stabiles und gerechtes Gemeinwesen. Demokratiegeschichte soll dadurch nicht nur als Vergangenheit, sondern auch als Orientierung für die Gegenwart verstanden werden.
Regelmäßig sollen Veranstaltungen an Orten der deutschen Demokratiegeschichte stattfinden. Besonders wichtig sind Weimar und Bonn, weil diese Städte eng mit der demokratischen Verfassungsentwicklung in Deutschland verbunden sind.
Leitung und Zusammenarbeit
Zum Gründungsdirektor wurde Kai-Michael Sprenger berufen. Die Stiftung arbeitet bei ihren Vorhaben auch mit der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte zusammen. Diese Zusammenarbeit verbindet die Stiftung mit Initiativen, Museen, Archiven, Gedenkstätten und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Der Tag der Demokratiegeschichte am 18. März
Im Jahr 2026 initiierte die Stiftung erstmals den bundesweiten Tag der Demokratiegeschichte. Für den 18. März wurden bundesweit mehr als 250 Veranstaltungen angemeldet. Beteiligt waren unter anderem Initiativen, Museen, Archive, Gedenkstätten und zivilgesellschaftliche Akteure. Die Schirmherrschaft zum Auftakt übernahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Der 18. März erinnert an mehrere wichtige Ereignisse der deutschen Demokratiegeschichte:
- die Ausrufung der Mainzer Republik im Jahr 1793,
- die Ereignisse der Märzrevolution 1848,
- das Scheitern des Kapp-Putsches 1920 infolge eines reichsweiten Generalstreiks,
- die erste und einzige freie Volkskammerwahl in der DDR im Jahr 1990.
Der Tag soll künftig als bundesweiter Gedenktag im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Die Stiftung betont, dass Demokratie ein Prozess ist, der von jeder Generation immer wieder neu ausgehandelt werden muss. Die Geschichte kann dabei zeigen, welche Folgen ein zu geringes Engagement für die Demokratie hat, aber auch, dass einzelne Menschen etwas bewirken können.
Auch politisch wird eine Aufwertung des Gedenktags angestrebt. Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD schlugen in einem gemeinsamen Antrag vor, den 18. März als zentralen jährlichen Tag zur Würdigung der deutschen Demokratie- und Freiheitsgeschichte zu etablieren. Die organisatorische Umsetzung soll bei der SODG in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte liegen. Außerdem ist vorgesehen, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz das 200-jährige Jubiläum des Hambacher Fests von 1832 als nationales Ereignis vorzubereiten.