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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Sinon (Mythologie)

Er ist der Sohn des Aisimos (Aesimus), des Onkels des Odysseus mütterlicherseits (Antikleia, damit Vetter Odysseus'), Enkel des berühmten Schwindlers Autolykos …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Rolle im Trojanischen Krieg
  2. 2. Plan mit dem hölzernen Pferd
  3. 3. Täuschung Priamos’ und Fall Trojas
  4. 4. Feuersignal und Überlieferung

Rolle im Trojanischen Krieg

Sinon (altgriechisch Σίνων Sínōn) ist ein griechischer Held und Kundschafter im Trojanischen Krieg. Er gilt als Gefährte des Odysseus. Sein Vater ist Aisimos (Aesimus), ein Bruder von Odysseus’ Mutter Antikleia; damit ist Sinon Odysseus’ Vetter. Als Großeltern werden der berühmte Schwindler Autolykos und Amphithea genannt.

Seine entscheidende Bedeutung liegt in der Einnahme Trojas durch das Trojanische Pferd. Nachdem die Achaier den Krieg zehn Jahre lang militärisch erfolglos geführt hatten, setzten sie auf eine List. Sinon blieb dabei absichtlich als scheinbar zurückgelassener Grieche bei dem hölzernen Pferd zurück und täuschte die Trojaner, damit sie es in ihre Stadt brachten.

Plan mit dem hölzernen Pferd

Nach Homer ersannen die Achaier die List gemeinsam; bei Quintus von Smyrna handelt Odysseus nach einer Weissagung des Sehers Kalchas allein. Der Baumeister Epeios baute das hölzerne Pferd, das später „Trojanisches Pferd“ genannt wurde. Nach Quintus erschien Athene Epeios im Traum und gab ihm Anweisungen für den dreitägigen Bau.

Die stärksten Achaier versteckten sich im Pferd. Der größte Teil des Heeres sollte die Lager verbrennen, die Abfahrt vortäuschen und sich bei der Insel Tenedos außerhalb der Sicht der Trojaner verbergen. Sobald das Pferd in Troja stand, sollte ein Feuersignal die zurückkehrende Flotte zum Angriff auffordern. Sinon erklärte sich bereit, als einziger zurückzubleiben, selbst wenn ihm Folter oder der Tod drohten.

Er erzählte den Trojanern, das Pferd sei ein Opfer für Poseidon und ein Weihegeschenk für Athene, das den Griechen eine sichere Heimkehr ermöglichen solle. Angeblich sei er selbst für diese Rückfahrt als Opfer vorgesehen gewesen, aber geflohen und bei dem Pferd in den Schutz Athenes gelangt. Die Achaier hatten zudem eingekerbt: „Für ihre Rückkehr in die Heimat widmen die Achaier dieses Dankesopfer an Athena.“

Täuschung Priamos’ und Fall Trojas

In Vergils Darstellung nahmen trojanische Hirten Sinon gefangen und führten ihn gefesselt zu König Priamos. Er hatte sich absichtlich seinen Häschern gezeigt. Gegenüber den Trojanern behauptete er zunächst, bei den Griechen sei kein Platz mehr für ihn, nannte dann aber seinen Namen und erklärte, er werde die Wahrheit sagen.

Er schilderte Palamedes als Gegner des Krieges, der wegen Verrats hingerichtet worden sei, und stellte sich als dessen Gefährten und Blutsverwandten dar. Odysseus habe ihn deshalb gemeinsam mit Kalchas verfolgt. Als die Griechen vor der Heimfahrt ein Menschenopfer hätten bringen müssen, seien Kalchas und Odysseus angeblich auf ihn als Opfer gefallen. Er sei im letzten Augenblick entkommen und bitte nun um Gnade. Priamos ließ daraufhin seine Fesseln lösen und versprach ihm Schutz und Leben.

Auf Priamos’ Frage erklärte Sinon weiter, die Erhaltung des Pferdes außerhalb Trojas werde den Achaiern den Sieg ermöglichen; werde es jedoch Athene als heilige Gabe innerhalb Trojas dargebracht, müssten die Griechen ohne Erfolg fliehen. Priamos glaubte an die Abfahrt der Griechen und befahl, das Pferd in die Stadt zu ziehen. Nach Quintus rissen die Trojaner dafür einen Teil der Mauer ein.

Laokoon warnte vor dem „Danaergeschenk“ und traf das Pferd mit seinem Speer. Kassandra sagte ebenfalls den Untergang Ilios’ voraus. Die Trojaner ignorierten beide Warnungen. Die Überlieferungen unterscheiden sich darin, ob Laokoons Bestrafung mit dem Tod eines oder mehrerer Kinder beziehungsweise auch seinem eigenen Tod vor oder nach Sinons Rede erfolgte und ob die Trojaner sich unabhängig davon für das Hereinholen des Pferdes entschieden.

Feuersignal und Überlieferung

In derselben Nacht öffnete Sinon in einem unbeobachteten Moment das Pferd und gab das vereinbarte Feuersignal für die bei Tenedos wartende Flotte. Andere Quellen nennen Antenor und/oder Helena als Personen, die das Pferd öffneten. Nach Apollodor und der Kleinen Ilias stellte Sinon die Signalfackel neben das Grab des Achilles außerhalb der Stadt auf; nach anderen Überlieferungen leuchtete er von der Festung aus. Das Signal ermöglichte den Angriff der Achaier und führte zum Ende Trojas und des Krieges.

Sinon wird bei Homer nicht namentlich erwähnt. Möglicherweise ist er mit Sinopos, einem Gefährten des Odysseus in der Odyssee, identisch; Sinopos und Stesios werden dort Opfer der Skylla. Sinons Anteil an der Eroberung Trojas wird erstmals bei Arktinos von Milet im größtenteils verlorenen Epos Iliu persis („Zerstörung Trojas“) aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. erwähnt.

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