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Shikoku-Pilgerweg

Er gehört zu den wichtigsten Elementen des Daishi-Glaubens (大師信仰, Daishi shinkō), in dem der buddhistische Mönch und Gründer der Shingon-shū, Kūkai (774–835) …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Entstehung
  2. 2. Pilgerfahrt und Wegeformen
  3. 3. Die 88 heiligen Orte

Bedeutung und Entstehung

Der Shikoku-Pilgerweg (japanisch 四国八十八箇所, shikoku hachijū hakkasho, ungefähr „88 Orte Shikokus“) ist ein bedeutender buddhistischer Pilgerweg (Junrei) auf der japanischen Insel Shikoku. Sein Kern sind 88 heilige Orte, vor allem Tempel. Der Weg ist wichtig für den Daishi-Glauben (大師信仰, Daishi shinkō): Dabei wird der buddhistische Mönch Kūkai (774–835) verehrt, der die buddhistische Schule Shingon-shū gründete.

Nach populären Legenden soll Kūkai den Pilgerweg selbst begründet haben. Dafür gibt es jedoch keine historisch belegbaren Hinweise. Der heutige Weg entwickelte sich vermutlich aus Wallfahrten asketischer Mönche vom Kōya-san, die vom 12. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf den Spuren ihres Meisters reisten. Die ersten schriftlichen Zeugnisse, darunter Reisetagebücher, Ratgeber und Legendensammlungen, stammen aus dem späten 17. Jahrhundert.

Pilgerfahrt und Wegeformen

Die 88 Tempel müssen nicht in ihrer Nummernfolge besucht werden. Teilweise gilt es sogar als glücklich, sie in umgekehrter Reihenfolge aufzusuchen. Auch muss die Pilgerfahrt nicht in einem Stück abgeschlossen werden: Sie kann zeitlich auf mehrere Abschnitte verteilt werden.

Traditionell wird der Weg zu Fuß zurückgelegt. Die Fußstrecke ist etwa 1.200 km lang und dauert 30 bis 60 Tage. Diese vollständige Umrundung heißt oft Henro (遍路). Heute verwenden Pilger, besonders auf längeren Strecken, auch Bahn, Bus, Auto oder andere Verkehrsmittel. Die Pilger heißen bei Einheimischen respektvoll o-henro-san (お遍路さん). Typische Kennzeichen sind weiße Kleidung, Seggenhüte und Gehstöcke.

Viele Henro-san beginnen und beenden ihre Reise mit einem Besuch des Kōya-san in der Präfektur Wakayama auf der japanischen Hauptinsel. Dieses von Kūkai gegründete Kloster ist das Hauptquartier der Shingon-shū. Tempelbesuche werden häufig durch ein Shuin (朱印), einen Stempel- beziehungsweise Siegelvermerk, im nōkyō-chō (納経帳), dem Pilgerbuch, bestätigt. Die Pilgerstraße zum Kōya-san ist 21 km lang und besteht noch, doch die meisten Henro-san fahren mit dem Zug dorthin.

Neben den nummerierten Orten gibt es 20 Bangai (番外), also zusätzliche Tempel ohne Nummer. Auf Shōdoshima nördlich von Takamatsu existiert ein „Miniatur-Pilgerweg“. Auch anderswo in Japan gibt es viele Miniaturformen: Manche bestehen nur aus einem Stein mit Darstellungen der Hauptgottheiten aller Tempel, andere sind so groß, dass sie mehrere Stunden Fußmarsch erfordern.

Die 88 heiligen Orte

Die Tempel sind von 01 bis 88 nummeriert und liegen in den vier Präfekturen Tokushima, Kōchi, Ehime und Kagawa auf Shikoku. Der Weg beginnt mit dem Ryōzen-ji (01) in Naruto in der Präfektur Tokushima und endet mit dem Ōkubo-ji (88) in Sanuki in der Präfektur Kagawa.

Die Nummern 01 bis 23 liegen in Tokushima, von Ryōzen-ji bis Yakuō-ji. Es folgen die Nummern 24 bis 39 in Kōchi, von Hotsumisaki-ji in Muroto bis Enkō-ji in Sukumo. Die Tempel 40 bis 65 liegen in Ehime; sie reichen von Kanjizai-ji in Ainan bis Sankaku-ji in Shikokuchūō. Die Nummern 66 bis 88 führen zunächst nochmals durch Tokushima und danach durch Kagawa: Unpen-ji (66) liegt in Miyoshi in Tokushima, Daikō-ji (67) bis Ōkubo-ji (88) liegen in Kagawa.

Mehrere Tempel tragen denselben Namen, etwa Dainichi-ji bei den Nummern 04, 13 und 28 sowie Kokubun-ji bei 15, 29, 59 und 80. Die Liste ordnet jedem der 88 Tempel außerdem Stadt, Präfektur und Koordinaten zu.

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